Heizölpreise stoppen steilen Preistrend nach oben

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Donnerstag wurde der Anstieg der Heizölpreise vorerst gestoppt. Insgesamt blieben die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt mit 46,49 €uro/100 Liter nahezu unverändert auf dem Preislevel des Vortages. Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise waren hingegen fast überall leichte Preisrückgänge zu verzeichnen. Die kräftigsten Preisnachlässe entfielen hierbei mit knapp 0,4 Cent/Liter auf die tanke-günstig Partnerhändler in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, im Saarland und Sachsen-Anhalt. Dementgegen zogen die Heizölpreise besonders in Bayern mit 1,2 Cent/Liter spürbar an und auch in Baden-Württemberg war ein Anstieg von knapp 0,6 Cent/Liter zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Rohölpreise haben am gestrigen Mittwoch nachgegeben und sind auch am Donnerstag in der ersten Tageshälfte weiter gefallen. Damit hat die jüngste spekulationsgetriebene Preisrally vorerst ein Ende gefunden. Insgesamt gaben die beiden Rohöl-Leitsorten leicht nach und wurden am Donnerstagmittag bei 43,8 Dollar/Barrel (BRENT) und 41,5 Dollar/Barrel (WTI) gehandelt. Für Preisdruck sorgten vor allem die steigenden Rohöllagerbestände in den USA. Laut dem Department of Energy (DOE) füllten sich die amerikanischen Rohöllager in der vergangenen Woche überraschend stark um 6,6 Mio. Barrel und erreichten mit nunmehr 536,5 Mio. Barrel den höchsten Stand seit über 80 Jahren. Zwar gingen die Lager der Ölprodukte insgesamt um 3,7 Mio. Barrel zurück, weil sich die Benzinlager deutlich geleert haben, dennoch kletterten die gesamten US-Öllagerbestände mit knapp 940 Mio. Barrel auf ein Rekordhoch.

Neben dem erneuten Anstieg der US-Öllager drückten auch andere Meldungen auf die Ölnotierungen. So korrigierte die OPEC in ihrem jüngsten Bericht ihre Erwartung an die künftige Ölnachfrage nach unten und geht für dieses Jahr nur noch von einem Nachfrage-Wachstum von 1,2 Mio. Barrel pro Tag aus. Zudem teilte das Ölkartell mit, dass die Schätzungen im Jahresverlauf erneut reduziert werden könnten. Auch die US-Behörde EIA sieht in ihrem aktuellen Monatsbericht nur eine langsame Annäherung zwischen dem Ölangebot und der weltweiten Nachfrage und rechnet nicht mit einem Ausgleich vor Mitte 2017. Auch wenn am Sonntag in Doha eine Förderbegrenzung beschlossen werden sollte, wird der Weltölmarkt somit noch längere Zeit überversorgt bleiben.

Insgesamt werden die am Sonntag zu vereinbarenden Beschlüssen wohl eher psychologischer Natur sein und es bleibt weiterhin fraglich was eine Förderbegrenzung bringen soll, wenn der Iran, das Land mit den aktuell größten Möglichkeiten und dem Willen seine Ölförderung zu erhöhen, nicht Teil der Vereinbarung ist. Außerdem fördern fast alle an der Vereinbarung beteiligten Staaten auf Rekordhöchstständen und kein Land macht Zusagen die eigene Ölförderung zu drosseln, sondern es soll lediglich verhindert werden die aktuelle Überversorgung nicht noch auszuweiten. Zudem sind Beobachter skeptisch ob sich die teilnehmenden Ölnationen auch an die Vereinbarungen halten werden, denn innerhalb der OPEC werden die selbst gesetzten Fördermaxima seit langem nicht mehr eingehalten.

Am Devisenmarkt brach der €uro ein weiteres Mal deutlich gegen den Dollar ein, nachdem er am Dienstag noch auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr gestiegen war. Mit aktuell 1,126 Dollar/€uro hat der €uro in den letzten beiden Tagen knapp 1,5 Prozent ein Wert gegen den Dollar eingebüßt.

Aussicht und Empfehlungen

Bereits im Vorfeld zum Doha-Meeting zeichnet sich ab, dass der jüngste spekulationsgetriebene Anstieg der Rohölpreise zu deutlich ausgefallen ist und dass die Ölpreise wieder spürbar nachgeben könnten, sobald die großen Erwartungen in das Treffen der wichtigen Ölförderländer am Sonntag enttäuscht werden. In diesem Fall hätte sich bei den Rohölpreisen in den letzten Tagen ein beträchtliches Korrekturpotenzial nach unten aufgebaut, was auch die Heizölpreise wieder kräftig fallen lassen könnte. Sicher ist dies zwar nicht, aber wir halten dieses Szenario für etwas wahrscheinlicher und raten daher aktuell mit einem Heizölkauf zu warten.

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