Heizölpreise stiegen zum Wochenausklang um 1,1 ct/l

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Wochenausklang kletterten die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 1,1 Cent je Liter. Auch regional zeigte sich ein einheitliches Bild. So stiegen die Heizölpreise in allen Bundesländern, die Höhe der Anstiege fiel dabei allerdings unterschiedlich aus. In Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kletterten die Heizölpreise nur um rund 0,5 bis 0,7 ct/l. In Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen war hingegen ein Anstieg von rund 1,6 ct/l zu verzeichnen. Absoluter Spitzenreiter war jedoch Bayern mit einem Anstieg der Heizölpreise um erhebliche 2,3 Cent je Liter.

Der Hauptgrund für den heutigen Anstieg der Heizölpreise ist am Devisenmarkt zu finden. Hier fiel der €uro gegen den Dollar gestern auf ein 11-Jahres-Tief, da die Schweizer Nationalbank (SNB) die Kopplung des Franken an den €uro aufgehoben hatte. Zuvor wollte die SNB den Franken stets im gleichen Maße abwerten wie dies der €uro vorgab. Da nun die EZB jedoch mit Käufen von Staatsanleihen beginnen und den €uro somit weiter abwerten wird, kappte die SNB die Kette zum €uro. Dies führte zu einem erneuten deutlichen Wertverlust des €uro gegen den Dollar. Am Rohölmarkt sehen einige Analysten ein Ende des seit Monaten anhaltenden Rohölpreisverfalls gekommen. Trotz des weiterhin bärischen Marktumfeldes mit einem deutlich stärker steigendem Angebot als es die Nachfrage hergibt, könnten sich die Rohölpreise nun auf dem aktuellen Preisniveau einschwingen. Denn insgesamt spiegelt sich der Preiskampf und das daraus resultierende Überangebot bereits in den seit Mitte 2014 um rund 50 % gefallenen Rohölpreisen deutlich wider. Mit Rohölpreisen von etwa 45 Dollar je Barrel sehen einige Marktakteure ein realistisches Preisniveau, welches sich in den kommenden Wochen einschwingen könnte oder zumindest nicht mehr erheblich fallen wird. Am Freitagmorgen stand die europäische Leitsorte BRENT bei 48,4 Dollar je Barrel und war von gestern auf heute um rund 0,3 $/b gestiegen.

Die kommenden Tage werden spannend. Selbst wenn die Rohölpreise den Abwärtstrend wieder aufnehmen sollten, so geht vom Währungsverlust des €uro ein gewisses Risiko auf steigende Heizölpreise aus. Eine Prognose ist daher schwer abzugeben. Klar ist hingegen, dass sich die Nachfrage derzeit auf einem sehr hohen Niveau befindet. Viele Verbraucher wollen wohl kein Risiko eingehen und nutzen die aktuell sehr günstigsten Heizölpreise für eine langfristige Bevorratung. Dies führt je nach Händler zu längeren Lieferzeiten.

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