Heizölpreise stiegen um knapp 1,1 Cent/Liter

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die Heizölpreise folgen zurzeit nicht dem leichten Abwärtstrend des Rohölmarktes sondern werden durch den weiter gegen den Dollar nachgebenden €uro getrieben. Daher setzte sich am Wochenende der Heizölpreisanstieg fort und Heizölpreise kletterten aufgrund der erneuten Währungsverluste auf den heutigen Montag, obwohl die Rohölpreise gesunken waren. Im bundesweiten Durchschnitt legten die Heizölpreise um deutliche 1,1 Cent/Liter zu. Auch bei der regionalen Betrachtung kletterten die Heizölpreise flächendeckend in nahezu allen Bundesländern. Lediglich in Sachsen-Anhalt war, bei einer Bestellung von 2.000 Litern Heizöl, ein leichter Rückgang um gut 0,1 ct/l feststellbar. Ansonsten entfielen die geringsten Anstiege mit 0,4 bis 0,5 Cent/Liter auf die tanke-günstig Partnerhändler in Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen. Die deutlichsten Preissteigerungen waren mit 1,6 bis 2,0 Cent/Liter in Baden-Württemberg und Bayern feststellbar.

Der Grund für den heutigen Anstieg der Heizölpreise kam vom Devisenmarkt. Nachdem der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für Oktober sehr positiv ausfiel, legte der Dollar spürbar zu und schickte den €uro entsprechend auf Talfahrt. Denn in den USA wurde mit fünf Prozent, die niedrigste Arbeitslosenquote seit rund sieben Jahren verkündet. Da Präsident Obama von der US-Notenbank FED verlangt hatte, eine mögliche Zinswende stark von den Entwicklungen des amerikanischen Arbeitsmarktes abhängig zu machen, lassen die guten Arbeitsmarktzahlen eine Zinswende in den USA höchst wahrscheinlich werden. Aus diesem Grund fiel der €uro-Dollar-Wechselkurs auf rund 1,07 $/b, was abgesehen vom April diesen Jahres der tiefste Stand der vergangenen zwölf Jahre ist. Der starke Dollar wirkte sich jedoch auch auf die Ölpreise aus. Da auch in anderen Währungsregionen Öl stets in US-Dollar gehandelt wird, verteuert sich Rohöl in diesen Währungsräumen relativ gesehen, wenn der Dollarkurs steigt. Diese relative Verteuerung führt häufig zu einem Nachfrage-Rückgang und somit zu sinkenden Ölnotierungen. Dieser Effekt war auch Freitagabend feststellbar, so dass die europäische Leitsorte BRENT zum Wochenstart um 0,4 $/b nachgab und am Montagmorgen bei 47,9 Dollar/Barrel gehandelt wurde. Ein weiterer Grund für den Rückgang der Ölpreise besteht darin, dass Anlagen in Rohöl für Börsenhändler weniger attraktiv werden, wenn die Zinswende in den USA kommt. Da Börsenhändler allerdings zurzeit sowieso die Finger von Ölinvestitionen lassen, fiel dieser Effekt nicht sehr stark aus.

Die Nachfrage ist im November so stark zurückgegangen, dass in der Branche bereits von einem „November-Loch“ gesprochen wird. Die Gründe für diese Nachfrageschwäche liegen auf der Hand. Neben den aktuell anziehenden Heizölpreisen und den für November erneut milden Temperaturen, haben viele Heizölkunden die extremen Niedrig-Preisphasen im Januar und August genutzt und ihre Tanks bereits vorausschauend sehr gut gefüllt. Wenn bei den nun ausreichend gefüllten Tanks bei gleichzeitig geringem Verbrauch, keine Schnäppchen zu machen sind, dann spiegelt sich dies schnell in einer schwachen Nachfrage wieder. Auch wenn Sie demnächst Heizöl benötigen sollten, so empfehlen wir abzuwarten ob Heizölhändler im Wochenverlauf noch Sonderrabatte gewähren werden. Eine überschaubare Gefahr für steigende Heizölpreise geht lediglich von einem weiter fallenden €urokurs aus.

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