Heizölpreise stark gestiegen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Aufgrund von stark anziehenden Rohölpreisen sind die Heizölpreise am heutigen Mittwoch im bundesweiten Durchschnitt um deutliche 1,9 Cent/Liter gestiegen. Auch regional war in allen Bundesländern ein teilweise massiver Preisanstieg feststellbar. So zogen die Heizölpreise mit Abstand am stärksten, bei einer Bestellung von 2.000 Litern, mit 3,9 Cent/Liter in Mecklenburg-Vorpommern an. Aber auch in Schleswig-Holstein, dem Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt kletterten die Heizölpreise um deutliche 2,5 bis 2,8 Cent/Liter. Die geringsten Preisanstiege entfielen auf die tanke-günstig Partnerhändler in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen, wo die Heizölpreise dennoch um spürbare 1,0 bis 1,5 Cent/Liter kletterten.

Gestern zogen die Preise am Rohölmarkt kräftig an. Trotz des zurzeit starken Dollars kletterten die Notierungen der US-Sorte WTI und der europäischen Leitsorte BRENT auf den höchsten Stand seit drei Wochen. BRENT übersprang dabei die 50-Dollar-Marke und stand am Mittwochmorgen, mit einem Plus von rund 1,7 $/b, bei 50,3 Dollar/Barrel. Bei einem vergleichsweise so starkem Dollar wie derzeit, war BRENT zuletzt Anfang August über 50 $/b gestiegen. Begründet wurde der Anstieg an den Börsen hauptsächlich mit einer gestiegenen Auslastung der Raffinerien, was eine höhere Nachfrage nach Rohöl erwarten lässt. Eine andere Variante wäre, dass Händler im aktuellen Marktumfeld einen Anstieg der Ölpreise getestet haben, welcher durch Charttechnik und automatisierte Käufe verstärkt wurde. In diesem Fall kann davon ausgegangen werden, dass im weiteren Wochenverlauf eine Gegenreaktion und Gewinnmitnahmen einsetzen und die Ölpreise wieder fallen werden. Diese Annahme wird auch durch die jüngsten API-Zahlen gestützt, denn das private Institut meldete einen erneuten Anstieg der US-Rohöllager in Höhe von 2,8 Mio. Barrel. Sollten die vom API gemeldeten Öllagerdaten heute durch das DOE bestätigt werden, so spricht vieles für ein kurzfristiges Strohfeuer und wieder sinkende Ölpreise in den kommenden Tagen. Denn preisbestimmend wird wohl weiterhin die anhaltende Überversorgung des Weltölmarktes bleiben. Am Devisenmarkt hat der €uro gestern leicht gegen den Dollar verloren, insgesamt hat sich der €uro-Dollar-Wechselkurs in den letzten zehn Tagen jedoch bei rund 1,10 $/€ eingependelt.

Bei dem heutigen Anstieg der Heizölpreise wird es sich wohl nur um einen kurzfristigen Effekt handeln, denn die Rohölpreise sind nahezu unbegründet und zudem übertrieben stark geklettert. Derzeit deutet wenig darauf hin, dass es sich bei den gestrigen Preisanstiegen um den Auftakt einer Erholungsphase am Ölmarkt handelt. Daher sollten Heizölverbraucher zurzeit Ruhe bewahren und auf einen Rückgang der Heizölpreise im weiteren Wochenverlauf setzen.

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