Heizölpreise setzen Abwärtsbewegung fort

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum heutigen Wochenstart gaben die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,3 Cent je Liter nach. Bei der regionalen Betrachtung zeigte sich jedoch ein uneinheitliches Bild. So gingen die Heizölpreise in zehn Bundesländern zurück und in sechs Bundesländern stiegen sie an. Die deutlichsten Preisanstiege entfielen mit knapp 0,4 ct/l auf Sachsen und Thüringen. Die kräftigsten Rückgänge der Heizölpreise waren mit 0,7 bis 0,8 Cent/Liter in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu verzeichnen.

Weiterhin sorgen die unter Druck stehenden Rohölnotierungen für sinkende Heizölpreise. Das Angebot am Ölweltmarkt liegt klar über der Nachfrage. Und so gaben die Ölnotierungen am Freitag, nach einer leichten Erholung im frühen Handel, am Nachmittag wieder spürbar nach. Dieser Rückgang setzte sich auch heute Morgen weiter fort, so dass die europäische Leitsorte BRENT auf Montag um weitere 1,4 $/b nachgab und sich somit auf den tiefsten Stand seit rund 6,5 Jahren zubewegt. Im August, der Fahrsaison in den USA, waren die Rohölpreise zuletzt im Jahr 2004 unter dem heutigen Stand in Höhe von 48,4 Dollar/Barrel. Neben der sich ausweitenden Überversorgung wurde der heutige Preisrückgang wohl auch durch die Nachricht unterstützt, dass die Öl-Bohrlöcher in den USA nun bereits das dritte Mal in Folge leicht angestiegen sind. Allerdings könnte der Anstieg auf aktuell 670 Bohranlagen auch trügerisch sein, da einige Fracking-Unternehmen laut Analysten neu Bohrlöcher, in der Hoffnung auf steigende Ölpreise so finanzieren, dass sie bei anhaltend niedrigen Ölpreisen nicht rentabel arbeiten können. Dies wird gemacht, weil in den kommenden Monaten mit einer weiteren Ausdünnung des US-Frackingmarktes gerechnet werden kann. Denn bisher haben viele Fracking-Firmen nur durchgehalten, weil sie sich zu besseren Zeiten an längerfristige Lieferverträge gebunden hatten, die ihnen einen Ölpreis von bis zu 90 Dollar garantiert hatten. Diese Verträge laufen jetzt aber nach und nach aus, so dass demnächst eine Pleitewelle bei den US-Fracking-Unternehmen anstehen könnte. Dies zu erreichen war vor rund einem Jahr das Ziel der OPEC. Daher belässt das Kartell so kurz vor dem Ziel die Förderquoten auf Rekordniveau und setzt somit die Rohölpreise weiter unter Druck. Deutlich ruhiger geht es zurzeit am Devisenmarkt zu. Nach dem leichten Kursverlust des €uro gegen den Dollar, ist der Wechselkurs nun wieder auf den Stand von vor einer Woche angestiegen. Im Vergleich zu den erheblichen Preisverlusten am Rohölmarkt beeinflusst der Devisenmarkt die Heizölpreise aktuell nur geringfügig.

Der Abwärtstrend der Rohölpreise und somit auch der Heizölpreise bleibt weiter intakt und ein Ende scheint derzeit nicht in Sicht zu sein. Dennoch sollte man die aktuellen Entwicklungen am Ölmarkt eng verfolgen um schnell reagieren zu können, wenn die Heizölpreise anziehen. Sofern Sie noch hinreichend Heizöl im Tank und somit Zeit zum Spekulieren haben, empfehlen wir jedoch mit einer Bestellung noch abzuwarten.

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