Heizölpreise schnellten um 1,0 Cent/Liter in die Höhe

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Donnerstag folgten die Heizölpreise den Vorgaben vom Rohölmarkt und zogen sprunghaft an. Im bundesweiten Durchschnitt war ein Preisanstieg um knapp 1,0 Cent/Liter zu verzeichnen, was die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler im Mittel auf aktuell 46,31 €uro/100 Liter klettern ließ. Ohne den kräftig gegen den Dollar gestiegenen €uro hätte der Preisanstieg sogar noch deutlicher ausfallen können.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich heute ein flächendeckender Anstieg in allen Bundesländern. Mit rund 1,6 Cent/Liter entfielen die kräftigsten Preisanstiege auf Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt, wo die Heizölpreise im bisherigen Wochenverlauf jedoch auch am stärksten zurückgegangen waren. Die geringsten Preisansteige waren mit 0,5 Cent/Liter in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

So schnell wollten sich die Akteure an den Ölbörsen anscheinend doch nicht von der profitablen Erholung der Rohölpreise abwenden und starteten daher gestern eine Gegenbewegung zur vorherigen Kurskorrektur nach unten. Dabei wurden Meldungen als preistreibend aufgebaut, deren tatsächliche Auswirkungen auf den Ölmarkt kaum spürbar oder zumindest fraglich sind. Einerseits wurde die offizielle Bekanntgabe des für Mitte April geplanten Treffens zwischen Vertretern wichtiger OPEC und Nicht-OPEC-Ölförderländer, die über eine Begrenzung der Fördermengen beraten wollten, offenbar als Signal für ein mögliches Ende der Ölschwemme gewertet. Dabei ist eine Einigung mehr als fraglich und würde, wenn sie denn kommt, auch nur dazu führen, dass die aktuelle Überversorgung beibehalten und nicht weiter ausgebaut wird.

Als weitere preistreibende Nachricht mussten die US-Öllager herhalten. Nicht etwa weil die Rohöllager zurückgegangen wären, sondern weil sie nur den geringsten Zuwachs seit fünf Wochen verzeichneten. Mit 1,3 Mio. Barrel waren die weiterhin auf Rekordniveau liegenden Rohölbestände in den USA somit nicht so stark angestiegen, wie es zuvor von einigen Analysten erwartet worden war. Da laut DOE zudem ein Rückgang bei den Ölprodukten (Heizöl, Diesel und Benzin) in Höhe von insgesamt 2,0 Mio. Barrel zu verzeichnen war, wurde in Summe ein leichter Rückgang bei den US-Öllagern festgestellt. Die Nachfrage nach Ölprodukten, besonders nach Benzin, ist in den USA im vergangenen Monat gestiegen und liegt aktuell um rund 1,8 Prozent über dem Vorjahr.

Ein weiterer Grund für den Ölpreisanstieg kommt vom Devisenmarkt. Hier gab die Ölwährung Dollar klar gegen den €uro nach, als die US-Notenbank bekannt gab, dass sie vorerst keine weitere Zinserhöhung in den USA vornehmen wolle. Zudem wurde die Prognose für den Leitzins auf 0,875 Prozent am Ende des Jahres gesenkt, nachdem man zuvor noch von 1,375 Prozent ausgegangen war. Dies lässt im Laufe des Jahres zwar weitere Zinserhöhungen erwarten, spiegelt aber auch die zuletzt schwächeren US-Konjunkturdaten wieder. Insgesamt stützte der nachgebende Dollar gestern die Ölnotierungen, so dass die US-Sorte WTI auf den heutigen Donnerstag um 2,3 $/b zulegte und am Morgen bei 39 Dollar/Barrel notierte. Die europäische Leitsorte BRENT kletterte um 1,7 $/b und wurde am Donnerstagmorgen bei 40,5 Dollar/Barrel gehandelt.

Aussicht und Empfehlungen

Die Stimmung am Ölmarkt bleibt weiterhin schwankungsanfällig. Nachdem die Rohölpreise in den zurückliegenden Wochen deutlich zugelegt hatten, gaben sie in dieser Woche zunächst spürbar nach. Heute ging es wieder nach oben, was sich aber bis zum Wochenschluss auch nur als Strohfeuer erweisen könnte. Die fundamentalen Marktdaten sprechen zumindest weiterhin gegen stark steigende Ölpreise. Sollten Börsenhändler die anhaltende Überversorgung des Ölmarktes zur Kenntnis nehmen, würde daher wenig gegen nachgebende Rohöl- und Heizölpreise sprechen.

Zurück