Heizölpreise sanken um 0,3 Cent/Liter

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Ende der Woche gaben die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,3 ct/l nach. Bei der regionalen Betrachtung zeigte sich jedoch wieder ein differenzierteres Bild. Zwar gaben die Heizölpreise in fast allen Bundesländern nach, die Höhe der Preisnachlässe fiel jedoch sehr unterschiedlich aus. So waren die deutlichsten Preisrückgänge mit 0,8 bis 0,9 ct/l in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt zu verzeichnen. Die geringsten Preisnachlässe entfielen mit 0,1 bis 0,2 ct/l in Bremen, Hessen, Hamburg und Schleswig-Holstein. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen waren, bei einer Bestellung von 2.000 Litern Heizöl, sogar Preisanstiege von bis zu 0,5 Cent/Liter feststellbar.

Nachdem die Rohölpreise am gestrigen Handelstag zunächst weiter unter Druck standen, kam es im Tagesverlauf zu einer leichten Erholung. Dennoch blieb die europäische Leitsorte BRENT unter der Marke von 50 Dollar/Barrel. In Summe notierte BRENT am Freitagmorgen nahezu unverändert zu Donnerstagmorgen bei 49,8 Dollar je Barrel. Die Überversorgung des Weltölmarktes liegt nach Einschätzung von Experten derzeit zwischen zwei und drei Mio. Barrel täglich. Dafür verantwortlich ist der Kampf um Marktanteile, welcher vor rund einem Jahr von der Schieferölproduktion in den USA ausgelöst wurde. Mithilfe der  Fracking-Technik wollte die USA wieder zum größten Ölförderer der Welt werden. Dies wollte OPEC-Leader Saudi-Arabien nicht zulassen und sorgte dafür, dass die Preise am Ölmarkt aufgrund eines Überangebotes zur Talfahrt ansetzten. Dies sollte die vermeintlich teure Fracking-Ölförderung in den USA zum Stillstand bringen. Danach sollten sich die Ölpreise wieder auf einem höheren Niveau einpendeln. Doch trotz einem erheblichen Rückgang der Ölbohraktivitäten, zeigt sich die US-Ölförderung bisher erstaunlich stabil und konnte von den niedrige Ölpreisen bisher lediglich gebremst werden. Der Kampf um Marktanteile hält daher weiter an. In den vergangenen Monaten gerieten die Ölnotierungen zudem zusätzlich unter Druck, weil Spekulanten, die zuvor an eine Erholung der Ölpreise geglaubt hatten und diese daher immer wieder stützten, sich zuletzt immer mehr aus dem Ölmarkt zurückgezogen haben. Zudem zeigt sich die Nachfrageseite aktuell ebenfalls schwächer als erwartet wurde. So wird der Nachfrageanstieg in den USA durch den eigenen Ausbau der Förderleistung überkompensiert und in Europa und Asien wächst die Wirtschaft so moderat, dass von hier ebenfalls keine Impulse zu erwarten sind, die dem aktuellen Ölpreis-Verfall entgegen wirken könnten. Ob der Ölpreis nun aber in neue Rekordtiefen vorstoßen wird, ist dennoch schwer zu sagen, da die Unterschreitung der 50 Dollar-Marke bereits einen kritischen Punkt markiert.

Für die kommende Woche bestehen recht gute Aussichten, dass die Heizölpreise weiter nachgeben werden, da neben den preisdrückenden Fundamentaldaten auch die Finanzbranche immer mehr Abstand von Spekulationen auf steigende Rohölpreise zu nehmen scheint. Es kann sich daher lohnen mit einer Bestellung noch etwas zu warten. Dabei sollte man jedoch die aktuellen Entwicklungen eng verfolgen um schnell reagieren zu können, wenn die Heizölpreise anziehen. Wer die Entwicklungen bei den sommerlichen Temperaturen jedoch nicht stets im Auge haben kann oder will, der kann mit ruhigem Gewissen heute zu einem der günstigsten Kaufzeitpunkte der vergangenen sechs Jahre Heizöl bestellen.

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