Heizölpreise markierten erneut ein Jahreshoch

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Donnerstag sind die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,3 Cent/Liter gestiegen. Mit aktuell 53,18 €uro pro 100 Liter Heizöl, sind die gemittelten Preise der tanke-günstig Partnerhändler somit wieder auf ein neues Jahreshoch geklettert. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung zeigte sich heute ein recht einheitliches Bild. So waren in fast allen Bundesländern Preisanstiege zwischen 0,4 und 0,8 Cent/Liter zu verzeichnen. Lediglich in Bayern und Nordrhein-Westfalen gaben die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler um 0,1 Cent/Liter nach.


Entwicklungen am Ölmarkt

Die Rohölpreise sind am Mittwoch und Donnerstagmorgen weiter gestiegen und haben auch die 50-Dollar-Marke genommen. So kletterte die Nordsee-Sorte BRENT auf den heutigen Donnerstag um weitere 0,9 $/b und notierte am Morgen mit 50,1 Dollar/Barrel auf dem höchsten Stand seit fast sieben Monaten. Die US-Rohölsorte WTI legte mit 0,6 $/b etwas weniger zu und blieb mit 49,9 Dollar/Barrel knapp unter der 50-Dollar-Marke. Dennoch markierte WTI am Donnerstagmorgen ebenfalls ein 7-Monats-Hoch. In den kommenden Tagen wird sich nun zeigen, wie nachhaltig aktuell ein Ölpreis von über 50 Dollar/Barrel sein kann.

Der Anstieg der Rohölpreise wurde von Händlern ausschließlich mit den gesunkenen US-Öllagern begründet. So hatte das Department of Energy (DOE) gestern Nachmittag gemeldet, dass die amerikanischen Rohöllager in der vergangenen Woche um 4,2 Mio. Barrel auf 537,1 Mio. Barrel abgebaut wurden. Gleichzeitig sind die Lagerbestände der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) nur um insgesamt 0,7 Mio. Barrel gestiegen, so dass die gesamten US-Öllager um 3,5 Mio. Barrel auf 928,1 Mio. Barrel gesunken sind. Dies ist zwar der niedrigste Stand seit drei Monaten, dennoch befinden sich die US-Öllager damit noch weit über dem Level der Vorjahre. So lagen die gesamten US-Öllager zwischen 2009 und 2014, zwar mit einigen Schwankungen aber insgesamt doch recht stabil, im Mittel bei gut 700 Mio. Barrel. Aufgrund der Ölschwemme sind die amerikanischen Öllager in den letzten eineinhalb Jahren enorm angestiegen, bis auf das Allzeithoch von vor drei Wochen in Höhe von 942,2 Mio. Barrel. Der Rückgang in den zurückliegenden Wochen auf nunmehr 928,1 Mio. Barrel ist somit für den Weltölmarkt gut verkraftbar. Zudem war ein zwischenzeitlicher Rückgang der US-Öllager durch den Rückgang der kanadischen Ölförderung zu erwarten. Da sich die Lage nach den starken Waldbränden in der kanadischen Ölregion Alberta zuletzt aber wieder verbessert hat, wichtige Ölförderländer ihre Produktion erhöhen wollen und zudem der weiter an Wert zulegende Dollar für eine schwächere Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums sorgt, gibt es einige Faktoren die mittelfristig wieder Druck auf die Ölpreise ausüben könnten.


Aussicht und Empfehlungen

Am Rohölmarkt wurden die Ölpreise heute über die Marke von 50 Dollar/Barrel gehievt. Ob dieses Preisniveau in den kommenden Wochen auch nachhaltig bestehen wird, ist jedoch fraglich. Mittelfristig schätzen wir die Wahrscheinlichkeit für Preisrückgänge weiterhin etwas höher ein als die für weitere Preisanstiege. Eine Garantie für Preisnachlässe kann man, besonders bei dem zurzeit wieder stark spekulationsgetriebenen Marktumfeld, aber natürlich nicht geben. Aufgrund der weiterhin bestehenden Überversorgung des Weltölmarktes halten jedoch viele Analysten einen Preisrückgang in den kommenden Wochen für realistisch. Wer aktuell kein Risiko eingehen will oder einfach weniger spekulationsfreudig ist, der muss sich heute allerdings mit den höchsten Heizölpreisen des laufenden Jahres begnügen. Im Vergleich zu den zurückliegenden fünf Jahren muss ein Preisniveau von gut 53 Cent/Liter aber immer noch als günstig bezeichnet werden.

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