Heizölpreise markieren neues Jahreshoch

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nach dem gestrigen Preisrückgang sind die Heizölpreise auf den heutigen Dienstag wieder kräftig gestiegen und haben dadurch die Preisnachlässe von Montag mehr als egalisiert. So zogen die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um spürbare 1,4 Cent/Liter an. Eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl ist mit durchschnittlich 56,73  €uro pro 100 Liter aktuell so teuer wie seit einem Jahr nicht mehr.

Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren heute in allen Bundesländern flächendeckende Preisanstiege zu verzeichnen. Am geringsten legten die Heizölpreise mit rund 0,8 Cent/Liter in Bayern zu. Die kräftigsten Preisansteige in Höhe von 1,6 bis 1,8 Cent/Liter entfielen hingegen auf Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem die Ölpreise zuletzt eine leichte Gegenbewegung zum massiven Preisansteige der vergangenen Handelstage vollzogen hatten, legten sie im gestrigen Handelsverlauf  wieder deutlich zu und konnten ihre Gewinne auch am Dienstagmorgen weitestgehend halten. Insgesamt kletterte die europäische Ölsorte BRENT um 1,5 $/b und wurde somit am Dienstagmorgen mit 52,9 Dollar/Barrel auf dem höchsten Stand seit zwölf Monaten gehandelt. Die US-Ölsorte WTI kletterte sogar um 1,9 $/b und notierte am Morgen mit 51,2 Dollar/Barrel wieder deutlich über der 50-Dollar-Marke.

Als Grund für die Wiederaufnahme der jüngsten Ölpreisrally wurden Aussagen von Russlands Präsident Putin aufgeführt. Dieser hatte gestern, auf dem Weltenergiekongress in Istanbul eine Beteiligung seines Landes an einer Förderbegrenzung zusammen mit der OPEC „die einzig richtige Entscheidung" genannt um den Weltölmarkt zu stabilisieren. Russland wolle sich daher der Initiative des Ölkartells anzuschließen und sei auch bereit seine Ölförderung zu drosseln, welche sich mit 11,2 Mio. Barrel/Tag aktuelle auf einem Rekordniveau befindet.

Unterdessen beraten in dieser Woche OPEC-Mitglieder über die Umsetzung der beschlossenen Förderkürzung. Bis zum nächsten offiziellen OPEC-Treffen Ende November sollen verbindliche Förderquoten für alle OPEC-Mitglied festgelegt werden. Weiterhin zweifeln viele Analysten am gemeinsamen Umsetzungswillen des Ölkartells. Da sich nun mit Russland jedoch ein weiteres wichtiges Ölförderland an der Förderbegrenzung beteiligen will, fangen weitere Marktteilnehmer an, die Entschlossenheit der OPEC ernst zu nehmen. Ein Anstieg auf 60 Dollar/Barrel könnte daher in diesem Jahr noch möglich zu sein. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die US-Schieferölindustrie auf steigende Ölpreise reagiert.

Aussicht und Empfehlungen

Händler sind sich derzeit noch nicht ganz sicher wie ernst man das seit Jahren uneinige Ölkartell OPEC aktuell nehmen muss. Einerseits verfolgen die meisten OPEC-Mitglieder seit geraumer Zeit nur die eigenen Ziele und kaum ein Förderland hält sich an die selbst festgelegten Förderobergrenzen. Andererseits scheint sich bei der OPEC etwas zu bewegen und ein „weiter so“ ist für viele Mitglieder wohl keine Option mehr.

Auch wenn noch keine verbindlichen Schritte unternommen wurden, so haben sich die Aussichten für die weitere Preisentwicklung am Ölmarkt grundlegend verändert. Konnte man vor dem OPEC-Beschluss noch mit guten Aussichten auf fallende Heizölpreise spekulieren, so sieht es derzeit so aus als würden die Heizölpreise nun nachhaltig auf ein höheres Preisniveau klettern. Wer kein Risiko eingehen will, der sollte daher die immer noch vergleichsweise günstigen Heizölpreise nutzen und einen Wintervorrat anlegen.

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