Heizölpreise legten zum Wochenende leicht zu

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Wochenausklang legten die Heizölpreise wieder leicht zu und scheinen sich nun im bundesweiten Durchschnitt knapp unter der Marke von 60 Cent/Liter einzupendeln. So kletterten die Heizölpreise, bei einer Bestellmenge von 2.000 Litern, am den heutigen Freitag auf 59,20 €uro pro 100 Liter, was einem Anstieg von knapp 0,3 Cent/Liter entspricht.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreis-Entwicklung waren heute in den meisten Bundesländern leichte Preisanstiege zu verzeichnen. Lediglich in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gaben die Heizölpreise um gut 0,1 Cent/Liter nach. Die deutlichsten Preisanstiege waren hingegen mit rund 0,5 Cent/Liter in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen feststellbar.

 

Aussicht und Empfehlungen

Die Heizölpreise scheinen sich vorerst auf dem nun höheren Preislevel einzupendeln. Am Ölmarkt überwiegen an einem Tag leicht die preisdrückenden und dann wieder die preistreibenden Impulse. Unterm Strich sind die jüngsten Entwicklungen im Hinblick auf die OPEC-Förderkürzung, dem entgegen aber auch die steigende Ölproduktion in den USA, nun zu weiten Teilen am Ölmarkt eingepreist. Auch die US-Zinsanhebung ist berücksichtigt und hat sich eher hemmend auf eine mögliche Jahresschlussrally bei den Ölpreisen ausgewirkt. Denn am wichtigsten Handelsplatz, der Wallstreet, hat die Entscheidung der FED die Stimmung etwas eingetrübt und der steigende Dollarkurs hat zu einem Nachfragerückgang beim Handelsprodukt Rohöl geführt.

Längerfristig betrachtet bleibt es jedoch dabei, dass das Überangebot auf dem Weltölmarkt im ersten Halbjahr 2017 abgebaut werden könnte, wenn die OPEC ihren Worten in den kommenden Wochen und Monaten Taten folgen lässt. Dann werden die Ölpreise weiter steigen und es besteht daher ein nicht unerhebliches Risiko, dass eine Heizöl-Bestellung im kommenden Jahr deutlich teurer werden könnte als noch in diesem Jahr.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Am gestrigen Handelstag haben die Ölpreise den Rückgang der letzten Tage zunächst weiter fortgesetzt, erholten sich dann jedoch wieder und notierten am Freitagmorgen letztlich nahezu unverändert im Vergleich zu gestern Morgen. Die Nordsee-Ölsorte BRENT stand daher am Freitagmorgen weiterhin bei knapp 54,1 Dollar/Barrel und die US-Ölsorte WTI wurde erneut bei 51 Dollar/Barrel gehandelt.

Nachdem die beschlossene Förderkürzung der OPEC und weiterer Förderländer eingepreist ist, halten sich die Einflussfaktoren am Ölmarkt zurzeit in etwa die Waage. Die OPEC-Förderkürzung hat zwar das Potential zu einem weiteren deutlichen Preisanstieg zu führen, dafür müssen die beteiligten Ölförderländer aber erstmal zeigen, ob sie die Reduzierung der Ölmengen tatsächlich umsetzen werden. Die Skepsis daran sorgt dafür, dass Händler eher zurückhaltend agieren.

Auch der Einfluss aus den USA fällt nicht eindeutig aus. Auf der einen Seite sind die US-Öllager in dieser Woche gesunken, was die Preise stützt. Auf der anderen Seite ist die Ölproduktion in den USA erneut gestiegen, genauso wie die Investitionen in die Schieferölförderung, die in den letzten Jahren eine Pause vom vorherigen Boom eingelegt hatte. Diese Nachrichten setzen die Ölpreise tendenziell unter Druck.

Die stärksten Impulse für die gesamte Finanzwelt, aber auch für den Ölmarkt, kamen zuletzt von der US-Notenbank FED. Diese hatte zum ersten Mal seit einem Jahr den Leitzins in den USA angehoben und darüber hinaus angekündigt, dass man im kommenden Jahr drei weitere Zinsanhebungen vornehmen wolle. Damit erhöht die FED das Tempo bei der Anhebung der US-Leitzinsen deutlich und plant bis Ende 2019 den Leitzins auf 2,9 Prozent gesteigert zu haben. Da diese Entwicklung an der Wall Street mit wenig Begeisterung aufgenommen wurde, sorgte die Entscheidung der FED auch am Ölmarkt für preisdrückende Impulse. Außerdem führte der kräftig zulegende Dollarkurs dazu, dass die Ölpreise unter Druck gerieten, weil das Produkt Rohöl für Anleger weniger interessant ist, wenn der Dollar steigt.

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