Heizölpreise legten zum Wochenausklang weiter zu

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Woche in der ersten Hälfte mit Preisrückgängen begann, war die zweite Wochenhälfte durch Preisanstiege geprägt. Insgesamt gehen die Heizölpreise jedoch rund 0,7 Cent/Liter günstiger ins Wochenende als sie am Montag gestartet waren. Auf den heutigen Freitag war im bundesweiten Durchschnitt ein erneuter Anstieg von knapp 0,5 Cent/Liter zu verzeichnen. Eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl kostet somit aktuell 60,68 €uro pro 100 Liter.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise waren heute zwar überwiegend Preisanstiege zu verzeichnen, allerdings waren mit Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auch in fünf Bundesländern Preisrückgänge in Höhe von 0,3 bis 0,5 Cent/Liter feststellbar. In allen anderen Bundesländern legten die Heizölpreise weiter zu. Mit Abstand am kräftigsten fielen die Preisanstiege dabei im Saarland aus, aber auch in Hessen und Rheinland-Pfalz kletterten die Heizölpreise um 0,9 bis 1,0 Cent/Liter.

 

Aussicht und Empfehlungen

Wer in den nächsten Monaten seinen Heizöltank nochmal nachfüllen muss, der findet zurzeit einen guten Kaufzeitpunkt für eine Heizölbestellung vor, denn tendenziell lässt die Stimmung am Ölmarkt in den kommenden Wochen und Monaten eher Preisanstiege erwarten.

Auch wenn die Schieferölförderung in den USA wieder an Schwung aufnimmt und die Produktionskürzungen in einigen Ölförderländern bisher nicht den Erwartungen entsprechen, so ist derzeit bei den wichtigsten OPEC-Ländern ein klarer Wille zur Umsetzung der beschlossenen Förderreduzierung erkennbar. Zudem sind die Konjunkturaussichten in den USA, China, Europa und einigen, größere Schellenländern zurzeit eher positiv, was eine höhere Ölnachfrage erwarten lässt.

Wer noch einen größeren Vorrat im Heizöltank hat, der kann laut Meinung von einigen Marktbeobachtern darauf spekulieren, dass die Heizölpreise in der zweiten Jahreshälfte wieder fallen. Auch wir wollen eine solche Marktentwicklung nicht ausschließen. Allerdings sind langfristige Prognosen im hochspekulativen Ölmarkt sehr schwierig. Heizölverbraucher sollten daher nicht außer Acht lassen, dass die Entwicklung der Ölpreise nicht immer logisch begründet werden kann sondern häufig rein spekulationsgetrieben ist und dass Börsenhändler grundsätzlich lieber steigende Kurse sehen.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Am gestrigen Handelstag haben die Ölpreise an die Gewinne vom Vortag angeknüpft und sind weiter gestiegen. Heute Morgen im frühen Handel war dann eine Stabilisierung der Rohölnotierungen feststellbar. Dennoch kletterte die Nordsee-Ölsorte BRENT auf den heutigen Freitag um weitere 0,7 $/b und stand somit am Morgen bei 56,1 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI legte ebenfalls um 0,7 $/b zu und wurde am Morgen bei 53,1 Dollar/Barrel gehandelt.

Als Hauptgrund für die Preisanstiege wurde von Händlern erneut der nachgebende US-Dollarkurs genannt, welcher Rohöl für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger macht und somit die Nachfrage steigert, was zu anziehenden Ölpreisen führt. Auslöser für den Rückgang des Dollars war die letzte Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Trump, der  konkrete Aussagen über die künftige Wirtschaftspolitik der USA schuldig blieb und damit die Erwartungen an den Finanzmärkten auf ein milliardenschweres Konjunkturprogramm nicht erfüllte.

Das grundsätzlich beherrschende Thema am Ölmarkt bleibt weiterhin die Frage, ob es dem Ölkartell OPEC gelingt die geplante Förderkürzung vollumfänglich umzusetzen und wie sich dies auf die Ölförderung in anderen Ländern, und hier im speziellen auf die Schieferölförderung in den USA auswirkt. Belastbare Fakten zu den Fördermengen bleiben weiterhin Mangelware, allerdings scheint OPEC-Leader Saudi-Arabien mit gutem Beispiel voranzugehen und hat, laut Aussage des saudischen Energieministers, seine Ölförderung auf weniger als 10 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Damit hätte Saudi-Arabien seine Fördermengen aktuell bereits stärker gekürzt als vom OPEC-Beschluss verlangt. Neben Saudi-Arabien sollen auch Katar und Irak einigen Kunden bereits geringere Öllieferungen angekündigt haben.

Insgesamt deutet zurzeit einiges darauf hin, dass die an der Förderreduzierung beteiligten 20 Länder gewillt sind den Beschluss umzusetzen und somit das Angebot auf dem Weltölmarkt spürbar zu reduzieren. Gleichzeitig zeigt sich die Konjunktur in den wichtigsten Wirtschaftsregionen und Schwellenländern recht stabil, was eine steigende Ölnachfrage erwarten lässt. Dennoch muss abgewartet werden wie stark sich das Ölangebot verringern wird, denn Iran, Libyen und weitere Förderländer, die nicht zur OPEC gehören, haben oder werden ihre Fördermengen erhöhen. Außerdem sind die Investitionen in die US-Schieferölförderung gestiegen, was darauf schließen lässt, dass die Ölförderung in den USA wieder anziehen könnte.

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