Heizölpreise legten zum Wochenausklang leicht zu

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Obwohl die Ölpreise gestern nachgegeben haben und die Preise für Gasöl, dem börsengehandelten Vorprodukt von Heizöl, sich kaum verändert haben, sind die Heizölpreise auf den heutigen Freitag gestiegen. Der Grund dafür ist in den kräftigen Währungsverlusten des €uro zu finden, die dazu führen, dass die heimischen Heizölpreise steigen, obwohl die in Dollar gehandelten Ölprodukte fallen oder konstant bleiben.

Daher sind die Heizölpreise zum Wochenausklang im bundesweiten Durchschnitt um rund 0,3 Cent/Liter gestiegen. Eine Bestellmenge von 2.000 Litern Heizöl kostet somit im Mittel aktuell 53,23 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich heute ein einheitliches Bild mit zumeist leichten Preisanstiegen in allen Bundesländern. Lediglich in Bayern verharrten die Heizölpreise auf ihrem Vortagesniveau. Die kräftigsten Preisanstiege waren hingegen mit knapp 0,5 Cent/Liter in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Sachsen-Anhalt zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise wurden gestern durch zwei gegenläufige Impulse beeinflusst. Zunächst legten die Ölnotierungen zu, weil am Markt vermehrt auf eine Einigung der OPEC auf eine Förderobergrenze spekuliert wurde. Im weiteren Handelsverlauf und auch heute Morgen im frühen Handel gaben die Ölpreise dann jedoch spürbar nach, weil der Dollarkurses erneut massiv an Wert zulegen konnte. Insgesamt notierte die Nordsee-Ölsorte BRENT am Freitagmorgen um 0,4 $/b leichter als gestern und wurde bei 46,1 Dollar/Barrel gehandelt. Das amerikanische Leichtöl WTI gab mit 0,6 $/b etwas stärker nach und stand somit am Freitagmorgen bei 44,8 Dollar/Barrel.

Die Chefin der US-Notenbank bleibt ihrer Linie treu. So kam es nicht überraschend, dass Yellen gestern eine weitere moderate Anhebung der US-Leitzinsen angekündigt hat, da sie bereits seit Monaten von weiteren Zinsschritten in diesem Jahr gesprochen hatte. Jetzt kommt die nächste Zinsanhebung im Dezember, was den ohnehin schon starken Dollar am Devisenmarkt weiter an Wert hat zulegen lassen. Mit unter 1,06 Dollar/€uro steht der €uro kurz davor gegen den US-Dollar auf den tiefsten Stand seit über 13 Jahren zu fallen. Dieser starke Dollarkurs hat auch Auswirkungen auf den Ölmarkt, denn Rohöl wird in Regionen außerhalb des Dollarraums teurer wenn der Dollarkurs steigt. Dies führt dazu dass die Nachfrage im Handel sinkt und die Ölpreise fallen, wie es auch am gestrigen Handelstag beobachtet werden konnte.

Neben dem starken Dollarkurs bleibt das bald stattfindende OPEC-Meeting ein zentraler Faktor für die Ölpreisentwicklung. So hätten die Ölpreise gestern noch deutlicher fallen können, wenn sie nicht durch Spekulationen auf eine Förderbegrenzung gestützt wurden wären. Zurzeit herrscht beim Thema OPEC-Treffen eine nachrichtentechnische Ruhe vor dem Sturm, denn aktuell halten sich nahezu alle Akteure auffällig zurück. Zwar sind die Aussichten auf eine tatsächliche Förderkürzung des Ölkartells weiterhin gering, aber auch vor dem Beschluss zur Förderbegrenzung Ende September hatte kaum ein Marktbeobachter mit einer Einigung gerechnet. Bei aller angebrachten Skepsis und der unterschiedlichen Interessenlage der einzelnen OPEC-Mitglieder muss daher zurzeit zumindest eine gewisse Basis vorhanden sein, auf der sich Verhandlungen führen lassen. Dennoch ist eine Einigung der OPEC und Russlands auf eine Förderreduzierung unwahrscheinlich. Zurzeit könnte es eher auf eine Deckelung der Förderung auf dem November-Niveau herauslaufen. Diese wäre jedoch eine deutliche Abweichung von der zuvor geplanten Förderkürzung und ob sich alle OPEC-Mitglieder an eine solche Vereinbarung halten werden, bleibt ebenfalls fraglich.

Aussicht und Empfehlungen

Das nächste Meeting der OPEC rückt näher, was den Ölmarkt anfällig für Preisbewegungen in die ein oder andere Richtung macht. In welche Richtung sich die Preise bewegen hängt hauptsächlich davon ab, ob die Mehrheit der Händler auf eine Einigung der OPEC spekuliert oder nicht. Auch für Heizölverbraucher bedeutet diese Situation, dass man sich zurzeit entscheiden muss. Will man kein Risiko eingehen, so findet man aktuell einen guten Kaufzeitpunkt vor und sollte das aktuelle Preislevel für eine Bestellung nutzen. Geht man jedoch davon aus, dass sich die OPEC nicht auf eine Förderobergrenze einigen wird, dann kann es sich auch lohnen auf möglicherweise wieder fallende Heizölpreise im Dezember zu warten.

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