Heizölpreise legten um weitere 0,7 Cent/Liter zu

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Dienstag zogen die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,7 Cent/Liter an. Mit aktuell 43,34 €uro/100 Liter sind die Heizölpreise somit auf den höchsten Stand seit rund acht Wochen geklettert und sind zudem seit mehreren Tagen aus der zuvor laufenden Seitwärtsbewegung mit Schwankungen von bis zu maximal 42,6 Cent/Liter ausgebrochen.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreisen zeigte sich heute ein sehr differenziertes Bild. So gaben die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler in Bayern mit 0,1 Cent/Liter leicht nach und in Baden-Württemberg waren keine Preisveränderungen feststellbar. Im Saarland und in Sachsen-Anhalt waren mit rund 0,2 Cent/Liter zudem nur geringe Preisanstiege zu verzeichnen, während die Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen mit 1,3 Cent/Liter recht kräftig anzogen. Und auch in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kletterten die Heizölpreise um spürbare 1,1 Cent/Liter.

Entwicklungen am Ölmarkt

In der ersten Tageshälfte des gestrigen Handelstages tendierten die Rohölpreise zunächst seitwärts, legten dann im Nachmittagshandel jedoch deutlich zu. Die europäische Leitsorte BRENT kletterte um knapp 1,6 $/b und notierte am Dienstagmorgen mit 36,8 Dollar/Barrel nahe dem Höchststand des laufenden Jahres. Auch die US-Sorte WTI stand mit 34,1 Dollar/Barrel am Morgen auf dem höchsten Stand seit dem 06. Januar diesen Jahres.

 

Fundamentale Gründe für die erneuten Preisanstiege am Ölmarkt gab es hingegen kaum. Im Gegenteil wurden gestern sogar schwache Konjunkturdaten für die beiden größten Volkswirtschaften der Welt bekannt gegeben. So hat sich die Stimmung in Chinas Industrieunternehmen weiter verschlechtert, was sich durch schlechtere Einkaufsmanagerindizes aus der Industrie und aus dem Dienstleistungssektor zeigte. Auch in den USA enttäuschte der Chicagoer Einkaufsmanagerindex. Andere US-Daten, über die gesunkene Anzahl der Ölbohrlöcher in den USA, ließen die Hoffnungen der Trader auf eine nennenswerte US-Produktionskürzung aber wohl steigen, so dass es zu Käufen und einem Anstieg der Ölpreise kam. Mit Spannung werden daher die morgen Abend zu Veröffentlichung anstehende US-Öllagerdaten erwartet.

Obwohl auch die US-Konjunkturdaten gestern schwach ausfielen, brach der der €uro am Vormittag deutlich gegen den Dollar ein als am Devisenmarkt die zuletzt enttäuschenden deutschen Einzelhandelsumsätze bekannt wurden. Damit ist der €uro, nach seinem kurzen und überraschenden Hoch von Mitte Februar, nun wieder auf sein Januar-Niveau zurückgekehrt.

Aussicht und Empfehlungen

Bedingt durch die insgesamt bessere Stimmung an den internationalen Finanzmärkten besteht zurzeit ein gewisses Risiko, dass sich die Rohölpreise von den Fundamentaldaten entkoppeln und spekulationsgetrieben nach oben ausbrechen könnten. Zudem hat der €uro in den letzten drei Wochen rund vier Prozent an Wert gegen den Dollar verloren. Dieser Wertverlust des €uro gegen die Ölwährung Dollar sorgt dafür, dass die heimischen Heizölpreise stärker anziehen als die ebenfalls leicht gestiegenen Rohölpreise.

Sollten die Heizölpreise in den kommenden Tagen nicht auch mal wieder die Abwärtsrichtung einschlagen, besteht die Gefahr dass aus dem aktuellen Seitwärtstrend langsam ein Aufwärtstrend wird. Sicher ist dies allerdings nicht, denn der €uro könnte sich durchaus wieder auf dem nun niedrigeren Niveau stabilisieren und die weltweite Überversorgung an Rohöl lastet weiterhin auf den Ölpreisen. Dennoch sollte man die Entwicklungen zurzeit eng verfolgen.

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