Heizölpreise legten um 0,6 Cent/Liter zu

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die schlechten Vorgaben vom Rohölmarkt sorgten dafür, dass auf den heutigen Donnerstag ein erneuter Anstieg der Heizölpreise feststellbar war, der jedoch aufgrund der Währungsgewinne des €uro überschaubar ausfiel. So legten die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,6 Cent/Liter zu und stehen somit, bei einer Bestellung von 2.000 Litern Heizöl, aktuell bei 50,71 €uro pro 100 Liter.

Im Gegensatz zu den letzten Tagen zeigte sich heute ein recht einheitliches Bild bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung. Abgesehen von Baden-Württemberg und Hessen, wo die Heizölpreise stabil blieben, waren zumindest in allen Bundesländern Preisanstiege zu verzeichnen. Die Höhe der Preisanstiege fiel allerdings sehr unterschiedlich aus. So zogen die Heizölpreise mit 0,1 bis 0,4 Cent/Liter am geringsten in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland an. Die kräftigsten Preisanstiege waren mit 1,1 bis 1,2 Cent/Liter in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben am Mittwoch kräftig zugelegt und haben ihre Gewinne auch am Donnerstagmorgen weiter ausgebaut. Begründet wurde der Preisanstieg mit einem erneuten Rückgang der US-Ölreserven und den anhaltenden Spekulation auf eine Begrenzung der Ölfördermengen innerhalb der OPEC in Kooperation mit Russland. Bedingt durch den überraschenden Abbau bei den US-Öllagerbeständen zog besonders die amerikanische Ölsorte WTI im massive 2,3 $/b an und wurde am Donnerstagmorgen bei 45,7 Dollar/Barrel gehandelt. Die für Ölpreise in Europa relevantere Ölsorte BRENT legte hingegen nur um gut 0,6 $/b zu und notierte somit am Donnerstagmorgen bei 47,2 Dollar/Barrel.

Gestern wurden wichtige Entscheidungen und Zahlen für den Ölmarkt und auch für die Finanzmärkte allgemein bekannt gegeben. Für den Ölmarkt waren die wöchentlichen US-Öllagerdaten relevant, besonders weil das DOE den zuvor vom API gemeldeten, unerwarteten und erneut deutlichen Abbau der US-Ölbestände bestätigte. So teilte die amerikanische Energiebehörde mit, dass die Rohöllager in der vergangenen Woche um 6,2 Mio. Barrel und die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) um 1,0 Mio. Barrel gesunken sind. Auch wenn viele Analysten zurzeit davon ausgehen, dass man die aktuellen Zahlen, aufgrund der Nachwirkungen des Tropensturms Hermine nicht überinterpretieren sollte, so hatten die meisten doch mit einem Anstieg gerechnet. Daher überraschte es ein wenig, dass sich Börsenhändler nach Bekanntgabe der Zahlen eher zurückhielten, denn mit aktuell 895 Mio. Barrel stehen die gesamten US-Öllager zurzeit immerhin in der Nähe ihres Jahrestiefs.

Die Finanzwelt, die den Ölmarkt bisweilen massiv beeinflusst, schaute gestern hingegen auf die Sitzung der US-Notenbank FED. Deren Chefin Yellen stellte gestern klar, dass die Leitzinsen in den USA vorerst nicht weiter angehoben werden. Es blieb sogar offen ob es in diesem Jahr überhaupt noch weitere Schritten bei der Zinsanhebung geben wird. Dies sorgte zwar für eine positive Stimmung an den Börsen, die seit Jahren stark von der Niedrigzinspolitik der Notenbanken profitieren, deutliche Kurssprünge blieben jedoch aus. Am Devisenmarkt konnte der €uro jedoch spürbar gegen den Dollar zulegen und kletterte mit gut 1,12 $/€ wieder auf den Stand der vergangenen Woche.

Aussicht und Empfehlungen

Jahreszeitenbedingt hat die Heizölnachfrage etwas angezogen, zeigt sich jedoch weiterhin vergleichsweise ruhig, denn viele Verbraucher warten ab und spekulieren auf fallende Heizölpreise. Diese Vorgehensweise erscheint aktuell auch vielversprechend zu sein, denn viele Indikatoren lassen auf fallende Rohölpreise hoffen. Dass die Heizölpreise im Zuge dessen nochmal auf ihre Rekordtiefststände vom Jahresbeginn fallen, sollte man jedoch nicht erwarten.

Zurück