Heizölpreise legten nach Weihnachten kräftig zu

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Über die Weihnachtsfeiertage sind die Heizölpreise zunächst leicht gesunken, legten dann aber auf den heutigen Mittwoch mit 1,1 Cent/Liter im bundesweiten Durchschnitt recht kräftig zu. Damit kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl im Mittel derzeit 60,49 €uro pro 100 Liter, was den höchsten Stand seit rund 17 Monaten darstellt.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreis-Entwicklung zeigte sich heute ein einheitliches Bild mit flächendeckenden Preisanstiegen in allen Bundesländern. Am kräftigsten zogen die Heizölpreise dabei mit 1,3 bis 1,4 Cent/Liter in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen an. Die geringsten Preisanstiege waren hingegen mit 0,4 Cent/Liter im Saarland feststellbar, gefolgt von Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt, wo die Heizölpreise um 0,8 bis 0,9 Cent/Liter zulegten.

 

Aussicht und Empfehlungen

Die Aussichten für die weitere Entwicklung der Heizölpreise haben sich kaum verändert. Zum Jahresausklang zeigt sich der Börsenhandel von seiner zurückhaltenden Seite und die Heizölpreise scheinen sich auf dem höheren Preislevel von rund 60 Cent/Liter einzupendeln. Weiterhin richtet sich der Blick der Händler auf die zum Jahresbeginn geplante Förderkürzung der OPEC in Zusammenarbeit mit anderen wichtigen Förderländern, was die Rohöl- und somit auch die Heizölpreise tendenziell stützt.

Sollte die OPEC in den kommenden Wochen und Monaten ihren Worten Taten folgen lassen, dann könnte das Überangebot auf dem Weltölmarkt im ersten Halbjahr 2017 abgebaut werden. In diesem Fall werden die Ölpreise weiter steigen und es besteht daher weiterhin ein nicht unerhebliches Risiko, dass eine Heizöl-Bestellung im kommenden Jahr deutlich teurer werden könnte als noch in diesem Jahr.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Von der Tendenz setzen die Ölpreise ihre seit zwei Wochen anhaltende Seitwärtsbewegung weiter fort, auch wenn diese mit abwechselnden Kursbewegungen nach unten oder nach oben verbunden ist. So stand auf den heutigen Mittwoch eine etwas stärkere Aufwärtsbewegung an. Die Nordsee-Ölsorte BRENT legte um 0,9 $/b zu und notierte am Mittwochmorgen bei 56,1 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI kletterte um 0,7 $/b und wurde am Morgen bei 53,9 Dollar/Barrel gehandelt.

Zwischen den Weihnachtsfeiertagen und Neujahr zeigt sich der Handel impulsarm, auch weil die Nachrichtenlage wenig Aufregendes zeigt.  Es bleibt daher dabei, dass sich der Fokus der Anleger grundsätzlich auf zwei Themengebiete richtet. Einerseits halten Händler die weiteren Entwicklungen bei der Umsetzung der von insgesamt 20 Ölförderländern beschlossenen Förderkürzung im Blick, denn der jüngste Anstieg der Ölpreise beruht fast ausschließlich darauf, dass an der Börse auf einen spürbaren Rückgang des Angebotes auf dem Weltölmarkt spekuliert wird. Um die Ölpreise also weiterhin zu stützen, müsste in einigen Ländern in den kommenden Wochen und Monaten ein spürbarer Rückgang verzeichnet werden. Zwar haben einige Förderländer ihren Kunden bereits geringere Liefermengen zu Beginn des kommenden Jahres angekündigt, dennoch bleibt die Spannung groß, in welchem Umfang das Angebot auf dem Weltölmarkt zum Jahresbeginn zurückgehen wird.

Auf der anderen Seite richtet sich der Blick auf die USA, wo eine ganze Branche bereit steht, den zuletzt ins Stocken geratenen Boom bei der Schieferölförderung wieder aufleben zu lassen. Besonders unter dem neuen Präsidenten Trump und dem ExxonMobil Chef Rex Tillerson als zukünftigen Außenminister hoffen viele US-Ölförderer auf ein gutes Jahr 2017. Die Investitionen in US-Ölförderprojekte und auch die Bohraktivitäten sind in den letzten Wochen bereits spürbar gestiegen. So hatte der Ölausrüster Baker Hughes zuletzt gemeldet, dass die Zahl der Ölbohrungen in den USA in der Woche vor Weihnachten um 13 Bohrungen auf insgesamt 523 gestiegen ist.

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