Heizölpreise kletterten um 0,3 Cent/Liter

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Wochenausklang haben sich die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt zwar kaum verändert, aber am heimischen Heizölmarkt gab es massive Preisveränderungen nach oben und nach unten. Im bundesweiten Durchschnitt legten die Heizölpreise mit gut 0,3 Cent/Liter zwar nur leicht auf 46,84 €uro/100 Liter zu, aber bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich in den verschiedenen Bundesländern ein sehr unterschiedliches Bild. So waren in Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Preisansteige von rund 2,4 Cent/Liter feststellbar und auch in Brandenburg legten die Heizölpreise um 1,9 Cent/Liter zu. Dementgegen brachen die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler in Bayern regelrecht ein und fielen um sehr deutliche 3,6 Cent/Liter. Auch in Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland waren Preisrückgänge von bis zu 0,6 Cent/Liter zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Am gestrigen Handelstag haben die Ölpreise zunächst weiter nachgegeben, drehten dann aber ins Plus und legten auch heute Morgen weiter zu. In Summe kletterten die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI jedoch nur um minimale 0,1 $/b und standen dementsprechend am Freitagmorgen kaum verändert bei 43,9 Dollar/Barrel (BRENT) und 41,6 Dollar/Barrel (WTI). Die Börsenhändler blicken zurzeit gespannt auf das am Sonntag in Doha stattfindende Meeting wichtiger OPEC-Mitglieder und Russlands. Auch wenn die dortigen Beschlüsse die Überversorgung auf dem Weltölmarkt nicht beenden werden, so könnte von dort zumindest ein psychologisches Zeichen gesetzt werden, dass man einen ersten Schritt gegen die aktuelle Ölschwemme gehen möchte.

Eine Einigung könnte daher an den Börsen positiv, im Sinne von preistreibend aufgenommen werden, obwohl es weiterhin fraglich bleibt, was eine Förderbegrenzung bringen soll, wenn der Iran, das Land mit den aktuell größten Möglichkeiten und dem Willen seine Ölförderung zu erhöhen, nicht Teil der Vereinbarung ist. Außerdem fördern fast alle an der Vereinbarung beteiligten Staaten auf Rekordhöchstständen und kein Land macht Zusagen die eigene Ölförderung zu drosseln, sondern es soll lediglich verhindert werden die aktuelle Überversorgung nicht noch auszuweiten. Zudem sind Beobachter skeptisch ob sich die teilnehmenden Ölnationen auch an die Vereinbarungen halten werden, denn innerhalb der OPEC werden die selbst gesetzten Fördermaxima seit langem nicht mehr eingehalten.

Nachdem die jüngsten Berichte und Prognosen der OPEC und der US-Behörde EIA eher auf die Ölpreise drückten, weil in diesen jeweils von einem schwächeren Anstieg der Ölnachfrage ausgegangen wurde und sich daher aus Sicht der Berichtenden nur eine langsame Annäherung zwischen dem Ölangebot und der weltweiten Nachfrage ergeben wird, zeichnet die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht ein anderes Bild. So rechnet die Agentur damit, dass sich Angebot und Nachfrage bereits in der zweiten Jahreshälfte 2016 nahezu ausgleichen könnten. Als Ursache nannte die IEA einen deutlichen Rückgang der Produktion in Förderländern außerhalb der OPEC, die unter den aktuell günstigen Ölpreisen leiden.

Für einen schnelleren Abbau der bestehenden Überversorgung des Ölmarktes spricht, dass die EIA in dieser Woche einen Rückgang der US-Ölförderung auf den tiefsten Stand seit Oktober 2014 gemeldet hatte. Zudem scheint auch die Ölförderung in Lateinamerika und anderen Förderländern in den letzten zwei Monaten leicht rückläufig zu sein. Diese Mengen könnten jedoch durch eine Steigerung der Ölproduktion im Iran vermutlich aufgefangen werden. Zudem lässt das schwache chinesische Wirtschaftswachstum auch eine schwächere Ölnachfrage erwarten. So ist das Bruttoinlandsprodukt Chinas im ersten Quartal des Jahres auf den niedrigsten Wert seit 2009 gefallen.

Aussicht und Empfehlungen

Bereits im Vorfeld zum Doha-Meeting deutet sich an, dass der jüngste spekulationsgetriebene Anstieg der Rohölpreise zu deutlich ausgefallen sein könnte und dass die Ölpreise wieder spürbar nachgeben könnten, sobald die großen Erwartungen in das Treffen der wichtigen Ölförderländer am Sonntag enttäuscht werden. In diesem Fall hätte sich bei den Rohölpreisen in den letzten Tagen ein beträchtliches Korrekturpotenzial nach unten aufgebaut, was auch die Heizölpreise wieder kräftig fallen lassen könnte. Sicher ist ein Rückgang jedoch nicht, da der Ölmarkt zurzeit wieder stärker durch den spekulativen Finanzsektor beeinflusst wird und weniger durch die fundamentalen Marktdaten. Heizöl-Verbauchern in Bayern kann man nach dem heutigen, massiven Preisrückgang ein Bestellung allerdings klar empfehlen.

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