Heizölpreise klettern auf neues Jahreshoch

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die Heizölpreise sind am Donnerstag auf ein neues Jahreshoch gestiegen. So kostete Heizöl am heutigen Donnerstagmorgen im bundesweiten Durchschnitt 55,08 €uro pro 100 Liter, nachdem die Preise zuvor um weitere 0,7 Cent/Liter gestiegen waren. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung zeigte sich am Donnerstag wieder ein einheitliches Bild mit flächendeckenden Preisanstiegen in allen Bundesländern. Mit 1,4 Cent/Liter waren die mit Abstand deutlichsten Preisanstiege in Baden-Württemberg und Bayern zu verzeichnen. Am wenigsten zogen die Heizölpreise mit gut 0,2 Cent/Liter in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen an.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben ihren rasanten Anstieg der vergangenen Tage gestern zunächst fortgesetzt, gaben am Donnerstag im frühen Handel jedoch etwas nach. Insgesamt kletterten die beiden Rohöl-Leitorten BRENT und WTI dennoch um weitere 0,4 $/b und notierten am Morgen mit 51,7 $/b bzw. 49,6 Dollar/Barrel auf dem höchsten Stand seit rund vier Monaten.

Preisstützend hatte erneut der sich den USA nähernde tropische Wirbelsturm Matthew gewirkt, der die Verschiffung von Rohöl an der US-Ostküste beeinträchtigen könnte. Stärker ins Gewicht fielen jedoch die abermals gesunkenen US-Öllagerbestände. Obwohl Analysten seit Wochen mit einem Anstieg der amerikanischen Öllager rechnen, sind diese nun laut dem US-Energieministerium DOE zum vierten Mal in fünf Wochen gefallen. Mit aktuell 888 Mio. Barrel stehen die gesamten US-Öllager auf dem tiefsten Stand seit Januar dieses Jahres. Die Rohöllager sind nach dem jüngsten Rückgang um drei Millionen Barrel, ebenfalls zum ersten Mal seit Jahresbeginn knapp unter 500 Mio. Barrel gesunken. Die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) haben in Summe um 2,2 Mio. Barrel abgebaut.

Die überraschende Einigung der OPEC auf eine Förderobergrenze in Höhe von 32,5 bis 33 Mio. Barrel bleibt ein wichtiges Thema am Ölmarkt. Allerdings herrscht immer mehr Ungewissheit und Skepsis ob das seit Jahren uneinige Ölkartell nun den starken Worten auch Taten folge lässt. Obwohl die Entscheidung der OPEC nicht nur ein Einfrieren auf dem aktuellen Ölförderniveau bedeuten würde sondern eine spürbare Absenkung der Ölproduktion zur Folge haben könnte, würde die Einhaltung der vereinbarte Obergrenze in den kommenden Monaten dennoch nicht zu einem Ende der Überversorgung des Weltölmarktes führen. Dennoch ist die Stimmung an den Rohstoffbörsen gekippt. Sollten die Ölpreise jedoch weiter kräftig anziehen, muss auf die Reaktion der US-Schieferölförderer geschaut werden. Sollten diese die möglicherweise durch den OPEC-Beschluss entstehende Angebotslücke füllen um Marktanteile zu gewinnen, dann würde die niedrigere OPEC-Fördermenge wirkungslos verpuffen.

Aussicht und Empfehlungen

Obwohl die Übereinkunft der wichtigsten Ölförderländer noch den Realitätscheck überstehen muss - denn auch in der Vergangenheit hatte es eine Fördergrenze gegeben, an die sich jedoch zuletzt kein Mitglied mehr gehalten hat und zudem muss auch die Reaktion der US-Schieferölförderer betrachtet werden - hat die überraschende Einigung der OPEC auf eine Förderobergrenze die Aussichten für die weitere Preisentwicklung am Ölmarkt grundlegend verändert. Konnte man vor dem OPEC-Beschluss noch mit guten Aussichten auf fallende Heizölpreise spekulieren, so kann man aktuell schon zufrieden sein, wenn die Heizölpreise wieder auf das Preisniveau von vor dem Meeting sinken oder nicht noch stärker zulegen.

Eine Prognose ist zurzeit sehr schwierig. Es ist durchaus möglich, dass die Heizölpreise nach einem kurzen Höhenflug bald wieder nachgeben. Allerdings kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Heizölpreise nun nachhaltig auf ein höheres Preisniveau klettern. Wer kein Risiko eingehen will, der sollte die im Vergleich zu den Vorjahren  immer noch günstigen Heizölpreise nutzen und einen Wintervorrat anlegen.

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