Heizölpreise klettern auf Jahreshoch

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die zurzeit stark spekulationsgetriebenen Rohölpreise und ein gleichzeitig nachgebender €urokurs sorgten am heutigen Donnerstag für sehr schlechte Vorgaben am heimischen Heizölmarkt. Als Resultat zogen die Heizölpreise heute um 1,5 Cent/Liter an und kletterten somit im bundesweiten Durchschnitt auf ein neues Jahreshoch in Höhe von 47,76 €uro pro 100 Liter Heizöl.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise je Bundesland scherte wie so häufig nur mal wieder Bayern aus. Hier gaben die Heizölpreise heute um knapp 0,4 Cent/Liter nach. In allen anderen Bundesländern waren hingegen teilweise massive Preisanstiege zu verzeichnen. So zogen die Heizölpreise in Bremen, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und dem Saarland um erhebliche 2,4 bis 2,8 Cent/Liter an. Bei den tanke-günstig Partnerhändlern in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren hingegen nur leichte Preisansteige in Höhe von knapp 0,2 Cent/Liter feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

Der Ölmarkt entkoppelt sich zurzeit weiter von den Fundamentaldaten und zeigt sich aktuell von seiner finanzmarktgetriebenen Seite. Nachdem das US-Energieministerium DOE gestern einen leichten Abbau der gesamten US-Öllager in Höhe von 1,6 Mio. Barrel meldete, kannten Anleger kein Halten mehr und ließen die Ölpreise durch Käufe nach oben schnellen. Verstärkt wurde die Preisrallye dann noch durch technische Handelssysteme, die bei deutlich steigenden Ölpreisen automatisierte Käufe tätigen und somit die Ölnotierungen weiter kräftig in die Höhe treiben. Dies passierte auch am gestrigen Handelstag und sorgte für einen massiven Anstieg der Rohölleitsorten. BRENT legte um 3,2 $/b zu und stand am Donnerstagmorgen bei 46,1 Dollar/Barrel. Die US-Sorte WTI zog in wenigen Stunden sogar um 11 Prozent bzw. 4,5 $/b an und wurde am Morgen bei 44,4 Dollar/Barrel gehandelt.

Das bisher schon bestehende, beträchtliche Korrekturpotenzial nach unten hat sich durch den deutlich übertriebenen Preissprung von gestern weiter erhöht. Dies muss bei der aktuellen Marktlage jedoch nichts bedeuten, denn der Börsenhandel mit Rohöl ist zurzeit weniger von Fundamentaldaten als von Spekulationen und automatisierten Handelssystemen geprägt. Das Ende des Ölarbeiter-Streiks in Kuwait, eine zu erwartende deutliche Erhöhung der iranischen Ölförderung, ein wahrscheinlicher Ausbau der Förderaktivitäten Saudi-Arabiens und Russlands und auch die absolute Uneinigkeit innerhalb der OPEC spielen im Handel zurzeit anscheinend eine untergeordnete Rolle. Auch dass die US-Rohöllager laut DOE um 2,1 Mio. Barrel auf das Rekordhoch von 538,6 Mio. Barrel angewachsen sind, wurde weniger beachtet als der Rückgang der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) um 3,7 Mio. Barrel. Im Fokus der Händler stand eher die erneut gestiegene Ölnachfrage in den USA bei gleichzeitigem Absinken der US-Ölproduktion.

Am Devisenmarkt ging der €uro gestern spürbar zurück, nachdem er in den letzten zwei Tagen jedoch auch gut gegen den Dollar zugelegt hatte. Mit aktuell 1,129 Dollar/€uro notiert die Gemeinschaftswährung somit aktuell wieder auf dem Niveau vom Wochenbeginn.

Aussicht und Empfehlungen

Preisdrückende Aussichten und Nachrichten finden zurzeit wenig Beachtung am stark spekulationsgetriebenen Ölmarkt. Eine belastbare Empfehlung für die künftige Entwicklung der Heizölpreise ist daher zurzeit schwer abzugeben. Sollte sich der Markt wieder auf die Fundamentaldaten besinnen, so könnten die Ölpreise, besonders nach dem stark übertriebenen Preisanstieg von gestern, wieder deutlich nachgeben. Dagegen spricht die offensichtlich bullische Stimmung der Börsenhändler. Dennoch halten wir eine Kurskorrektur und einen Rückgang der Rohöl- und Heizölpreise in den kommenden Tagen weiterhin für wahrscheinlich. Lediglich in Bayern kann man Verbrauchern heute zu einer Heizölbestellung raten, denn dort sind die Heizölpreise mit aktuell 46,77 €uro/100 Liter vergleichsweise günstig und liegen sogar einen Cent je Liter unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Zurück