Heizölpreise im Brexit-Bann

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Vor dem anstehenden Brexit-Referendum haben die Heizölpreise auf den heutigen Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt um 0,6 Cent/Liter nachgegeben. Im Mittel kostet Heizöl bei den tanke-günstig Partnerhändlern somit aktuell 52,73 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung zeigte sich heute ein recht einheitliches Bild. Lediglich in Bayern und im Saarland kletterten die Heizölpreise um 0,1 bis 0,2 Cent/Liter. In allen anderen Bundesländern waren Preisrückgänge zu verzeichnen. Die deutlichsten Preisnachlässe entfielen mit knapp 1,0 Cent/Liter auf die tanke-günstig Partnerhändler in Nordrhein-Westfalen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Rohölpreise legen zurzeit einen Zick-Zack-Kurs aufs Parkett. Vor dem heutigen Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU ist die Stimmung an den Finanzmärkten und auch am Ölmarkt sehr nervös. Besonders weil der Ausgang des Referendums immer noch absolut ungewiss ist und Befürworter und Gegner nahezu gleichauf liegen, bewegen sich die Kurse rauf und runter und sorgen für eine angespannte Lage bei den Börsenhändlern.

Gestern gaben die Ölpreise, nach anfänglichen Kursgewinnen, am Nachmittag spürbar nach. Gestützt durch die Kursverluste des Dollars legten die Ölnotierungen heute Morgen jedoch wieder zu, so dass die US-Sorte WTI unterm Strich am Donnerstagmorgen unverändert bei 48,9 Dollar/Barrel gehandelt wurde. Die die europäische Rohölleitsorte BRENT gab hingegen um 0,8 $/b nach und stand am Donnerstagmorgen bei 50,1 Dollar/Barrel. Außerdem setzten die bärisch ausgefallenen US-Öllagerdaten des amerikanischen Energieministeriums die Ölpreise gestern unter Druck. So hatten sich die US-Öllager in der vergangenen Woche in Summe nicht verändert, obwohl Analysten zuvor mit einem deutlichen Rückgang gerechnet hatten. Zwar waren die Rohöllagerbestände in den USA um 0,9 Mio. Barrel gefallen, gleichzeitig war jedoch auch ein Anstieg bei den Lagern der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) in Höhe von 0,8 Mio. Barrel zu verzeichnen.

Etwas überraschend verlor der Dollar gegen den €uro gestern an Wert. Trotz drohendem Brexit wurde die US-Währung durch eine Empfehlung des IWF, die US-Zinsen nur langsam anzuheben unter Druck gesetzt. Der €uro konnte daraufhin seine Verluste vom Vortag wettmachen und kletterte auf gut 1,13 Dollar/€uro.

Aussicht und Empfehlungen

Das Brexit-Referendum sorgte in den vergangenen Tagen für einen volatilen Verlauf der Ölpreise, des €uro-Dollar-Wechselkurses und somit auch der heimischen Heizölpreise. Kurz vor der heutigen Abstimmung der Briten wird immer noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Dementsprechend nervös sind aktuell auch die Börsenhändler, was bedeutet dass die Ölpreise am Freitagmorgen stark durch den Ausgang des Referendums bestimmt sein werden. Besonders wenn es zum Brexit kommt, wird es zu massiven Kursschwankungen an den Finanz- und Devisenmärkten kommen, was sich spürbar auf die Heizölpreise auswirken würde. Im Falle einer weiteren EU-Mitgliedschaft Großbritanniens, werden sich die Auswirkungen wohl in Maßen halten.

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