Heizölpreise geben weiter nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auch auf den heutigen Dienstag setzte sich der Rückgang der Heizölpreise weiter fort. Im bundesweiten Durchschnitt gaben die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler um weitere knapp 0,5 Cent/Liter nach und standen somit am Dienstagmorgen bei 52,54 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren heute in nahezu allen Bundesländern erneut Preisrückgänge feststellbar. Lediglich in Baden-Württemberg kletterten die Heizölpreise um gut 0,2 Cent/Liter. Die kräftigsten Preisnachlässe in Höhe von 0,6 bis 0,7 Cent/Liter waren heute in Bayern, Sachsen und Thüringen zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben am Montag weiter nachgegeben und sind auch am Dienstagmorgen weiter gesunken. Nachdem zuvor bereits die US-Sorte WTI unter die 50-Dollar-Marke gefallen war, fiel heute auch die Nordsee-Ölsorte BRENT wieder unter diese Marke. Beide Leitsorten gaben auf den heutigen Dienstag mit rund 0,1 $/b minimal nach, so dass BRENT am Morgen bei 49,9 und WTI bei 48,4 Dollar/Barrel gehandelt wurde.

Laut Händlern ist der aktuelle Preisrückgang am Ölmarkt hauptsächlich auf die allgemein schlechtere Stimmung an den Finanzmärkten zurückzuführen. Kurz vor der Abstimmung Großbritanniens zum Verbleib in der Europäischen Union, die am 23. Juni stattfindet, werden Anleger durch die Angst vor einem Brexit verunsichert. Dies führt zum einen dazu, dass sich Händler insgesamt aus riskanteren Anlagen, wie den Ölpreisen zurückziehen und zum anderen in den US-Dollar investieren, der von einem Brexit profitieren wird oder zumindest eine sichere Anlage darstellt. Da der stärkere Dollar auf die Ölnachfrage außerhalb des Dollarraums drückt, führen beide Entwicklungen dazu, dass die Ölnotierungen unter Druck geraten.

Neben den Sorgen am Finanzmarkt und dem stärkeren Dollar, drücken aktuell auch Daten vom US-Ölmarkt auf die Preise. Denn dort stieg zuletzt die Zahl der laufenden Förderanlagen. Für die Gesamtförderung der USA spielt der leichte Anstieg der Bohrlöcher zwar kaum eine Rolle, dennoch kann die Zunahme der Förderanlagen als Zeichen gewertete werden, dass die Schieferölförderer in den USA in den Startlöchern stehen, um Förderanlagen in Betrieb zu nehmen sobald die Ölpreise anziehen.

Gestern veröffentlichte die OPEC ihren jüngsten Monatsbericht, der jedoch kaum Impulse für den Ölmarkt brachte. Weiterhin geht das Ölkartell von einer steigenden Nachfrage auf 94,18 Mio. Barrel/Tag aus und sieht die Produktion von Rohöl außerhalb der OPEC um 0,7 Mio. Barrel sinken. Aufgrund von Produktionsrückgängen in Venezuela und Nigeria lag die Förderung der OPEC im Mai mit 32,4 Mio. Barrel/Tag leicht unter dem Aprilwert. Saudi-Arabien hatte seine Ölförderung im Mai jedoch auf 10,24 Mio. Barrel ausgeweitet.

Aussicht und Empfehlungen

Aktuell werden die Ölpreise durch den stärkeren Dollar und durch die Angst an den Finanzmärkten vor einem Brexit unter Druck gesetzt. Daher ist zurzeit ein moderater Rückgang der Rohöl- und Heizölpreise feststellbar, nachdem sich diese zuletzt auf neue Jahreshöchststände geschwungen hatten. In der jetzigen Lage ziehen sich Spekulanten vermehrt aus dem Ölmarkt zurück, was in den kommenden Tagen zu weiter sinkenden Heizölpreisen führen könnte. Ein Rückfall der Heizölpreise auf das Preislevel von vor einem Monat scheint aktuell möglich, weshalb es sich aktuell lohnen kann mit einer Bestellung zu warten.

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