Heizölpreise gaben zum Wochenausklang leicht nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Zum Wochenschluss sind die Heizölpreise bei den tanke-günstig Partnerhändlern mit im bundesweiten Durchschnitt knapp 0,2 Cent/Liter wieder leicht gesunken. Damit kostete Heizöl am Freitagmorgen im Mittel 42,2 Cent/Liter. Der leichte Preisrückgang spiegelt jedoch nicht die heutige, regionale Preisentwicklung wieder, denn diese fiel in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich aus. So waren auf den heutigen Freitag teilweise Preisnachlässe von bis zu 1,0 Cent/Liter und teilweise Preisanstiege von bis zu 1,2 Cent/Liter zu verzeichnen. Am deutlichsten kletterten die Heizölpreise in Bayern. Die kräftigsten Preisrückgänge waren hingegen bei den tanke-günstig Partnerhändlern in Nordrhein-Westfalen feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

Der gestrige Handelstag begann zunächst mit weiter steigenden Rohölpreisen, weil Händler wohl darauf setzten, dass sich weitere Förderländer der russisch-saudische Initiative anschließen und ihre Ölfördermenge begrenzen würden. Zudem hatte das private Institut API einen Rückgang der amerikanischen Öllager gemeldet. Doch beide Faktoren sollten sich im Handelsverlauf als trügerisch herausstellen, so dass die Ölnotierungen letztlich ins Minus drehten. Die Nordsee-Sorte BRENT gab somit auf den heutigen Freitag um 0,8 $/b nach und stand am Morgen bei 34,1 Dollar/Barrel. Und auch die US-Sorte WTI gab um 0,6 $/b nach und wurde am Freitagmorgen bei 30,5 Dollar/Barrel gehandelt.

Was die beschlossene Fördermengenbegrenzung anbelangt, so hängt diese zurzeit entscheidend vom Iran ab, da dieses Ölförderland aktuell über das größte Potential bei der schnellen Ausweitung der Ölproduktion verfügt. Und aus Teheran kamen zuletzt klare Aussagen, dass man nicht Teil des Abkommens sei und sich das Land daher nicht in seiner nun wieder möglichen Ölexportsteigerung einschränken lassen will, die es sich in jahrelangen Verhandlungen hart erkämpft hat. Zudem wurde der vom API gemeldete Anstieg der US-Öllager nicht durch die offiziellen Daten des US-Energieministerium DOE bestätigt. Im Gegenteil meldete das DOE sogar einen Anstieg der Rohölreserven um gut zwei Mio. Barrel, so dass die Rohöl-Lagerbestände in der größten Volkswirtschaft der Welt auf ein neues Rekordhoch kletterten. Auch die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) wuchsen um weitere 4,4 Mio. Barrel an.

An der Entwicklung der US-Öllager in den vergangenen Jahren wird besonders deutlich wie erheblich die aktuelle Überversorgung des Rohölmarktes ist. Seit Jahresbeginn sind die US-Öllager in Summe um gut 50 Mio. Barrel gestiegen. Um diesen Anstieg einmal in ein Verhältnis zu setzen, ziehen wir vergleichsweise den Anstieg zwischen Januar 2005 und Dezember 2014 heran, der in Summe knapp 80 Mio. Barrel betragen hat. Die US-Öllager sind also im letzte halben Jahr stärker gestiegen als in den 10 Jahren davor. Seit 2009 bis und Ende 2014 schwankten die amerikanischen Lagerbestände recht stabil um gut 700 Mio. Barrel herum. Im Dezember 2014 begann dann der rasante Höhenflug. Innerhalb von nur 15 Monaten kletterten die gesamten Öllagerbestände der USA von 705 auf 925 Mio. Barrel, was einem Anstieg von über 30 % gleichkommt.

Aussicht und Empfehlungen

Die Stimmung am Ölmarkt bleibt unruhig und die Rohölpreise bewegen sich rauf und runter. Börsenhändler testen immer wieder ob sich die Ölpreise nach oben drängen lassen, aber die aktuelle Überversorgung lässt eine nachhaltige Aufwärtsbewegung derzeit nicht zu. Bedingt durch die insgesamt bessere Stimmung an den internationalen Finanzmärkten besteht dennoch ein gewisses Risiko, dass sich die Rohölpreise von den Fundamentaldaten entkoppeln und spekulationsgetrieben nach oben ausbrechen könnten.

Im Wesentlichen bleibt der Ölmarkt aber weiterhin durch das weit über der Nachfrage liegende Angebot dominiert. Vom €uro-Dollar-Wechselkurs kommen zurzeit keine Preisimpulse, da sich dieser bei gut 1,11 $/€ stabilisiert hat. Entsprechend der schwankenden Rohölpreise weisen auch die Heizölpreise zurzeit einen volatilen Verlauf auf. Die Bandbreite der Schwankungen ist jedoch relativ eng, so dass die Heizölpreise seit einem Monat bei rund 40 Cent/Liter liegen.

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