Heizölpreise gaben zum Start der Woche nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Heizölpreise bereits am gestrigen Montag gesunken waren, gaben sie auch auf den heutigen Dienstag im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,4 Cent/Liter nach. Damit stehen die gemittelten Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler aktuell bei 52,32 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung waren auf Dienstag fast überall Preisrückgänge zu verzeichnen. Lediglich in Nordrhein-Westfalen legten die Heizölpreise im rund 0,2 Cent/Liter zu. Der kräftigste Preisrückgang entfielen heute mit 1,0 Cent/Liter auf Sachsen-Anhalt, gefolgt von Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen, wo die Heizölpreise jeweils um rund 0,8 Cent/Liter nachgaben.

Entwicklungen am Ölmarkt

Im gestrigen Handelsverlauf haben die Rohölpreise zugelegt und erklommen zwischenzeitlich sogar neue Höchststände seit November des vergangenen Jahres. Heute Morgen bewegten sich die Ölnotierungen dann nur noch wenig, so dass bei der Nordsee-Sorte BRENT insgesamt ein Anstieg um 0,4 $/b auf 50,5 Dollar/Barrel am Dienstagmorgen zu verzeichnen war. BRENT hat somit zum ersten Mal die 50-Dollar-Marke an zwei aufeinanderfolgenden Tagen halten können. Die US-Rohölsorte WTI legte auf Dienstag um 0,6 $/b zu und wurde am Morgen bei 49,7 Dollar/Barrel gehandelt.

Nachdem zum Ende der vergangenen Woche die erwartungsgemäß abgebauten US-Öllager, die Sitzung der EZB und auch das OPEC-Meeting keine stärkeren Impulse gebracht hatten, schauten Börsenhändler gestern auf den Devisenmarkt. Dort sorgte der deutlich nachgebende Dollarkurs für einen Anstieg der Rohölpreise, weil eine schwächere US-Währung das in Dollar gehandelte Rohöl in Ländern außerhalb des Dollarraums günstiger macht. Als Grund für den nachgebenden Dollarkurs wurden die überraschend schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt genannt. Da diese Daten stets im Fokus der FED bei der Entscheidung über eine Zinsanhebung in den USA liegen, sorgten die schwächeren Arbeitsmarktdaten dafür, dass eine US-Zinsanhebung bereits im Juni unwahrscheinlicher geworden ist, was wiederum die US-Währung unter Druck setzte.

Neben den Impulsen von Devisenmarkt, sorgen aktuell besonders die Produktionsausfälle in einigen Ölförderländern dafür, dass das seit Monaten bestehende Überangebot an Rohöl zurückgegangen ist. Allerdings normalisiert sich die Ölförderung in einigen Exportländern, wie Kanada bereits wieder. Zudem könnten steigende Ölpreise zur Folge haben, dass wieder mehr Schieferöl in den USA gefördert würde. So wurden in den USA erstmals seit vielen Wochen wieder neue Ölbohrungen in Betrieb genommen.

Aussicht und Empfehlungen

Nachdem sich die Rohölpreise im April spürbar erholt hatten, zeigen sich die Notierungen seit Mitte Mai weitestgehend stabil. Für stärkere Preisschwankungen bei Heizöl hatten in den vergangenen Wochen allerdings die Währungsschwankungen des €uro-Dollar-Wechselkurses geführt. So hatte der Dollar im Mai massiv an Wert gegen den €uro gewonnen und so die Heizölpreise indirekt verteuert. In den letzten zwei Tagen verlor der Dollar jedoch wieder kräftig gegen den €uro, was bei recht stabilen Ölpreisen zu insgesamt nachgebenden Heizölpreisen geführt hat.

Für die kommenden Wochen schätzen wir die Wahrscheinlichkeit für Preisrückgänge etwas höher ein als die für Preisanstiege. Eine Garantie für Preisnachlässe kann jedoch nicht gegeben werden. Wer daher aktuell kein Risiko eingehen will oder einfach weniger spekulationsfreudig ist, der muss sich zurzeit allerdings mit Heizölpreisen begnügen, die in der Nähe des Höchststandes des laufenden Jahres liegen. Im Vergleich zu den zurückliegenden fünf Jahren kann ein Preisniveau von gut 52 Cent/Liter allerdings immer noch als günstig bezeichnet werden.

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