Heizölpreise gaben wieder nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Seit dem deutlichen Preisanstieg vom vergangenen Mittwoch haben die Heizölpreise in Summe wieder um rund 0,4 ct/l nachgegeben. Am heutigen Start der neuen Woche gab es im bundesweiten Durchschnitt keine Veränderung der Heizölpreise. Im Vergleich zu Mittwoch sanken die Heizölpreise in fast allen Bundesländern. Lediglich in den zuvor vergleichsweise günstigen Regionen Baden-Württemberg und Bayern zogen die Heizölpreise um 0,2 bis 0,7 Cent/Liter an. In allen anderen Bundesländern waren Preisnachlässe in einer Spannbreite von 0,3 bis 1,0 ct/l zu verzeichnen. Mit 0,8 bis 1,0 Cent je Liter Heizöl entfielen die größten Preisnachlässe auf das Saarland und Sachsen-Anhalt.

Zum Wochenauftakt gab es im Vergleich zu Freitag kaum Veränderungen bei den Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt. In Summe glichen sich die leicht gestiegenen Rohölpreise mit dem weiter an Wert zulegenden €uro aus. Im Vergleich zu Mittwoch notieren die Rohölpreise derzeit wieder niedriger, aber eine leichte Aufwärtstendenz bleibt erhalten. Die europäische Leitsorte BRENT notierte am Montagmorgen bei 67 Dollar/Barrel und somit knapp 1,4 $/b unter ihrem bisherigen Jahreshoch von Anfang Mai. Logischerweise bleibt das zukünftige Angebots-Nachfrage-Verhältnis am Ölmarkt das Hauptthema. Zwar gibt es auch militärische Konflikte in ölreichen Regionen, diese sind jedoch nicht massiv genug um die zumeist gut gesicherten Ölausfuhren zu gefährden. Daher wird viel über die künftige Entwicklung der US-Fracking-Industrie und die weitere Vorgehensweise der OPEC spekuliert. Hierbei kommen die meisten Analysten zu dem Schluss, dass sowohl die OPEC, aber auch Non-OPEC Staaten wie Rußland und die USA ihre Ölförderung bei den aktuellen Preisen nicht zurückfahren müssen und auch nicht werden. Unter anderem hat sich die Fracking-Industrie in den USA technologisch so stark weiterentwickelt, dass sie mit Rohölpreisen von knapp 60 $/b auskömmlich arbeiten kann. Und auch die Ölnachfrage wird wohl nicht so stark wachsen wie dies bisher angenommen wurde, da das Wachstum der Hauptölverbraucher USA und China hinter den Erwartungen bleibt. Insgesamt wird die Überversorgung daher wohl weiter fortbestehen. Fraglich ist nur ob dies zwangsläufig zu einem Rückgang der Rohölpreise führen muss, denn aktuell liegt BRENT rund 43 $/b unter dem Vorjahrespreis.

Die Heizöl-Nachfrage ist in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche spürbar angezogen. Trotz anhaltender Überversorgung auf dem Weltölmarkt setzt sich bei vielen Verbrauchern der Eindruck durch, dass es wohl nicht mehr zu einer deutlichen Preiskorrektur nach unten kommen wird. Dafür ist der Wille der Finanzszene zu ausgeprägt die Ölpreise mindestens auf ihrem derzeitigen Niveau zu halten. Zudem konnten die Heizölpreise in den letzten Wochen von einem stärkeren €uro profitieren. Sollte dieser nun wieder gegen die Ölwährung Dollar nachgeben, so droht auch von dieser Seite die Gefahr, dass die Heizölpreise anziehen werden. Da der Ölmarkt zurzeit jedoch immer für eine Überraschung zu haben ist, wollen wir an dieser Stelle keine Empfehlung aussprechen und raten lediglich dazu die Entwicklungen am Ölmarkt eng zu verfolgen.

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