Heizölpreise gaben um einen Cent je Liter nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Heizölpreise am Wochenende auf den höchsten Stand des aktuellen Jahres geklettert waren, gaben sie zum heutigen Wochenstart spürbar nach. So war im bundesweiten Durchschnitt ein Rückgang der Heizölpreise um einen Cent je Liter zu verzeichnen, was die Heizölpreise der tanke-günstig Partnerhändler, bei einer Bestellung von 2.000 Litern Heizöl, auf aktuell 49,18 €uro pro 100 Liter Heizöl fallen ließ. Bei der regionalen Betrachtung waren heute lediglich in Bayern weitere Preisanstiege in Höhe von 0,4 Cent/Liter feststellbar. In allen anderen Bundesländern gaben die Heizölpreise hingegen nach und fast überall fiel selbst die Höhe der Preisnachlässe nahezu gleich aus. So waren gleich in 13 Bundesländern die deutlichsten Preisrückgänge mit 1,2 bis 1,3 Cent/Liter zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem die die Ölpreise in den vergangenen Tagen zeitweise auf die höchsten Stände seit etwa einem halben Jahr geklettert waren, gerieten sie am Freitag im Handelsverlauf unter Druck und auch am heutigen Montag setzte sich die längst überfällige Kurskorrektur der Ölpreise im frühen Handel weiter fort. Insgesamt gab die Nordsee-Ölsorte BRENT auf Montag um 1,2 $/b nach und notierte am Morgen bei 46,9 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI ging mit 0,5 $/b weniger deutlich zurück und stand am Morgen bei 45,5 Dollar/Barrel.

Neben den zu erwartenden, kurzfristigen Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende, könnten die Ölpreise nun in eine länger anhaltende Gegenbewegung übergehen. Zumindest haben die jüngsten Preisbewegungen bei Rohöl nicht wirklich mit dem eher preisdrückenden Datenfundament zusammengepasst. Sicher ist dies jedoch nicht, auch wenn sich der Markt zuletzt überhitzt hatte. So war der Monat April, mit einem Anstieg der Rohöl-Leitsorten von rund 20 Prozent, laut Händlern der „beste“ Monat für die Rohölpreise seit rund sieben Jahren. Dabei hatte es, abgesehen von einem schwächeren US-Dollar, noch nicht einmal preistreibende Nachricht gegeben. Börsenhändler hatten lediglich das nach wie vor bestehende Überangebot und die rekordhohen US-Rohöllagerbestände ignoriert und die Preise durch Spekulationen nach oben getrieben.

Nun könnte sich der Markt jedoch wieder auf das preisdrückende Marktfundament besinnen, denn nach dem Scheitern der Doha-Gespräche war zu erwarten, dass Ölförder-Schwergewichte, wie Russland und Saudi-Arabien, ihre Ölproduktion ausweiten würden. Zudem arbeitet der Iran weiterhin daran, durch eine deutliche Steigerung der eigenen Ölförderung, wieder zur Nummer Zwei der OPEC aufzusteigen. Nun wurden diese Annahmen durch eine Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg bekräftigt, denn laut Bloomberg soll die Ölproduktion der OPEC-Mitgliedsstaaten im April massiv gestiegen sein. Mit einer knappen halben Million Barrel pro Tag soll sogar der höchste Förderanstieg innerhalb eines Monats seit rund 27 Jahren erreicht worden sein.

Am Devisenmarkt erlebt der €uro zurzeit einen regelrechten Höhenflug. Bedingt durch Spekulationen darauf, dass die US-Notenbank FED wohl so schnell keine Zinserhöhungen in den USA vornehmen wird, wurde der Dollar stark unter Druck gesetzt. Dementsprechend konnte der €uro gegen den Dollar auf ein Sieben-Monats-Hoch klettern und stand am Montagmorgen bei 1,146 Dollar/€uro.

Aussicht und Empfehlungen

Der Ölmarkt ist zurzeit schwer einschätzbar, was eine belastbare Empfehlung für die künftige Entwicklung der Heizölpreise aktuell kaum möglich macht. Sollten die anhaltende Überversorgung und die reichlich vorhandenen, preisdrückenden Nachrichten an den Börsen wieder zur Kenntnis genommen werden, so haben die Ölpreise aktuell ein beträchtliches Kurskorrekturpotential nach unten. Nachdem am Freitag eine Gegenbewegung eingesetzt hat, sind die Chancen auf weitere, kurzfristige Preisrückgänge am Ölmarkt zurzeit recht gut. Sollte sich in den kommenden Tagen eine Preisdelle nach unten ausbilden, so sollten weitsichtige Heizölkunden eine frühzeitige Bestellung schon für die nächste Heizsaison in Betracht ziehen, denn in der zweiten Jahreshälfte muss weiterhin mit einem höheren Preisniveau gerechnet werden.

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