Heizölpreise gaben um 0,3 Cent/Liter nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Auf den heutigen Mittwoch haben die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um gut 0,3 Cent/Liter nachgegeben und standen somit am Morgen bei 55,55 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise waren heute in den meisten Bundesländern Preisrückgänge zu verzeichnen. Lediglich in Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt legten die Heizölpreise um gut 0,2 Cent/Liter zu. Die deutlichsten Preisnachlässe waren hingegen mit 0,6 bis 0,7 Cent/Liter in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und dem Saarland zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die bestimmenden Themen am Ölmarkt bleiben der starke US-Dollar und die von der OPEC, in Zusammenarbeit mit Russland beschlossene Ölförderobergrenze. Da beide Themen zurzeit Druck auf die Ölpreise ausüben sind die Ölpreise zur Wochenmitte spürbar zurückgegangen. Insgesamt gab die europäische Ölsorte BRENT um gut einen Dollar je Barrel nach und notierte am Mittwochmorgen bei 50,4 Dollar/Barrel. Auch die US-Ölsorte WTI gab um gut 1,1 $/b nach und wurde am Morgen mit 49,4 Dollar/Barrel zum ersten Mal seit rund zwei Wochen wieder unter der 50-Dollar-Marke gehandelt.

Auch gestern sorgte der gegen alle wichtigen Währungen zulegende US-Dollar für weiteren Druck auf die Ölpreise. Da Rohöl weltweit in Dollar gehandelt wird, sinkt die globale Ölnachfrage im Handel wenn der Dollar an Wert zulegt, da sich Öl außerhalb des Dollarraums aufgrund der Währungsverluste verteuert. Neben dem starken Dollarkurs scheint sich außerdem eine Trendwende bei den US-Öllagern anzudeuten. Zumindest meldete das American Petroleum Institute (API) gestern einen Lageraufbau in Höhe von insgesamt 5,6 Mio. Barrel. In den letzten sieben Wochen waren die amerikanischen Öllagerbestände um 60 Mio. Barrel gefallen. Mit Spannung warten Händler nun auf die offiziellen Zahlen des Department of Energy (DOE), die heute Nachmittag veröffentlicht werden.

Beim Thema Förderobergrenze herrscht weiterhin viel Skepsis ob es der OPEC und Russland gelingen wird eine gemeinsame Förderobergrenze durchzusetzen. Bis Ende November sollen verbindliche Förderquoten für alle OPEC-Mitglieder festgelegt werden. Einige OPEC-Staaten erwarten jedoch, dass sie von dem Beschluss ausgenommen werden. Der Iran will seine Ölförderung erst wieder mindestens auf das Niveau von vor dem westlichen Ölembargo anheben, der Irak braucht die finanziellen Mittel aus dem Ölverkauf um die Terrormiliz IS auf dem Land zu vertreiben, Venezuela muss eine Staatspleite abwenden und auch Nigeria benötigt dringend das Geld aus dem Ölverkauf. Eine Förderreduktion innerhalb der OPEC könnte daher vor allem an einigen wichtigen Mitgliedern hängen bleiben. Da aber auch die OPEC-Mitglieder untereinander im Wettbewerb um Marktanteile stehen, wird eine Umsetzung der Förderobergrenze sehr schwierig werden, wenn die größten OPEC-Staaten keine Marktanteilverluste hinnehmen wollen.

Aussicht und Empfehlungen

Die Ölpreise suchen zurzeit nach einer Richtung. Nach dem OPEC-Beschluss zur Förderobergrenze wurden die Ölnotierungen erstmal auf ein höheres Preislevel gehievt. Ob dieses gehalten werden kann hängt nun wesentlich davon ab, ob die OPEC ihren Worten auch Taten folgen lassen kann. Sollte das Ölkartell mit der Umsetzung der Förderobergrenze scheitern, so dürften die Rohöl- und Heizölpreise wieder sinken, was nach den jüngsten Meldungen etwas wahrscheinlicher zu sein scheint. Wer jedoch weniger Freude am Spekulieren hat, der kann das aktuelle Preisniveau bedenkenlos für eine Winterbevorratung nutzen.

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