Heizölpreise gaben minimal nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Heizölpreise gestern sprunghaft angestiegen waren, gaben sie auf den heutigen Donnerstag wieder leicht nach. So gingen die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um minimale 0,1 Cent/Liter zurück. Eine Bestellmenge von 2.000 Litern Heizöl kostet somit im Mittel aktuell 52,90 €uro pro 100 Liter Heizöl. Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich hingegen ein sehr differenziertes Bild. In sieben Bundesländern zogen die Heizölpreise teilweise sogar sehr deutlich an und in neun Bundesländern waren stellenweise kräftige Preisrückgänge zu verzeichnen. Am deutlichsten gaben die Heizölpreise dabei mit gut 0,8 Cent/Liter im Saarland nach. Die kräftigsten Preisanstiege waren hingegen mit gut 0,9 Cent/Liter in Bayern zu verzeichnen.

Entwicklungen am Ölmarkt

Nach dem zuletzt deutlichen und rein spekulationsgetriebenen Anstieg der Rohölpreise hat sich der Handel gestern wieder beruhigt und die Ölnotierungen sind wieder gesunken. Heute Morgen bewegten sich die Ölpreise im frühen Handel vorerst kaum. Daher notierte die Nordsee-Ölsorte BRENT am Donnerstagmorgen rund 0,6 $/b leichter als gestern und wurde bei 46,5 Dollar/Barrel gehandelt. Das amerikanische Leichtöl WTI gab ebenfalls um 0,5 $/b nach und stand am Donnerstagmorgen bei 45,4 Dollar/Barrel.

Der gestrige Handelstag wurde im Wesentlichen von vier Themen beherrscht. Dem weiterhin an Wert zulegendem Dollarkurs, der sich im Vergleich zum €uro auf ein neues Langzeittief zubewegt. Den US-Öllagerdaten, die laut DOE deutlich zugelegt haben. Außerdem hat die Internationale Energieagentur (IEA) gestern ihren Weltenergieausblick veröffentlicht, indem die Agentur vor ausbleibenden Investitionen und aufgrund dessen vor möglicherweise stark anziehenden Ölpreisen in den kommenden Jahren warnt. Und zuletzt stand natürlich weiterhin das Ende November stattfindende OPEC-Meeting im Fokus. Zwar drückten nicht alle diese Nachrichten auf die Ölpreise, unterm Strich überwiegen zurzeit jedoch leicht die preisbelastenden Impulse.

Im viel beachtete Weltenergieausblick der IEA prognostizierten die Autoren für den Ölmarkt eine Periode mit hoher Volatilität. Zudem sieht die IEA zwar, dass auf dem Ölmarkt aktuell ein zu hohes Angebot besteht, welches die Preise tendenziell drückt, dennoch warnt die Agentur davor, dass durch die lange Phase mit niedrigen Ölpreisen wichtige Investitionen aufgeblieben sind. So wird im Bericht davon gesprochen, dass im vergangenen Jahr so wenige konventionelle Förderprojekte erschlossen wurden wie seit den 1950er-Jahren nicht mehr. Dass die Ölförderung trotz der niedrigen Preise zurzeit weiter gestiegen ist, liegt laut IEA auch an den bereits vor vielen Jahren getätigten Investitionen, denn die ersten Investitionen in eine neue Ölquelle werden zumeist drei bis sechs Jahre vor der Inbetriebnahme getätigt. Sollte sich der aktuelle Investitionsstau fortsetzen, so rechnet die IEA in den kommenden Jahren damit, „dass Angebot und Nachfrage nicht ohne rasante Preissteigerungen ausgeglichen werden können.“

Das Department of Energy (DOE) meldete gestern einen Aufbau der gesamten US-Öllager um 6,3 Mio. Barrel auf nunmehr 861 Mio. Barrel. Dabei kletterten die Rohöllager um 5,3 Mio. Barrel und die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) legten in Summe um 1,0 Mio. Barrel zu. Vom bevorstehenden OPEC-Meeting gab es gestern keine neuen Meldungen. Zwar sind die Aussichten auf eine tatsächliche Förderkürzung des Ölkartells weiterhin gering, aber auch vor dem Beschluss zur Förderbegrenzung Ende September hatte kaum ein Marktbeobachter mit einer Einigung gerechnet. Bei aller angebrachten Skepsis und der unterschiedlichen Interessenlage der einzelnen OPEC-Mitglieder muss daher zurzeit zumindest eine gewisse Basis vorhanden sein, auf der sich Verhandlungen führen lassen. Dennoch ist eine Einigung der OPEC und Russlands auf eine Förderreduzierung unwahrscheinlich. Zurzeit könnte es eher auf eine Deckelung der Förderung auf dem November-Niveau herauslaufen. Diese wäre jedoch eine deutliche Abweichung von der zuvor geplanten Förderkürzung und ob sich alle OPEC-Mitglieder an eine solche Vereinbarung halten ist ebenfalls fraglich.

Aussicht und Empfehlungen

Das nächste Meeting der OPEC rückt näher, was den Ölmarkt anfällig für Preisbewegungen in die ein oder andere Richtung macht. In welche Richtung sich die Preise bewegen hängt hauptsächlich davon ab, ob die Mehrheit der Händler auf eine Einigung der OPEC spekuliert oder nicht. Auch für Heizölverbraucher bedeutet diese Situation, dass man sich zurzeit entscheiden muss. Will man kein Risiko eingehen, so findet man aktuell einen guten Kaufzeitpunkt vor und sollte das aktuelle Preistal für eine Bestellung nutzen. Geht man jedoch davon aus, dass sich die OPEC nicht auf eine Förderobergrenze einigen wird, dann kann es sich auch lohnen auf möglicherweise wieder fallende Heizölpreise im Dezember zu warten.

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