Heizölpreise gaben erneut leicht nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem sich die Heizölpreise gestern bereits leicht vom Preissprung des Wochenstarts erholen konnten, gaben sie auch auf den heutigen Donnerstag erneut leicht nach. Mit weiteren knapp 0,2 Cent/Liter gingen die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt auf aktuell 55,65 €uro pro 100 Liter Heizöl zurück. Im Gegensatz zu gestern zeigte sich heute ein recht einheitliches Bild bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise. So war in keinem Bundesland ein Preisanstieg zu verzeichnen. In sechs Bundesländern verharrten die Heizölpreise zwar auf ihrem Vortagesniveau, in allen anderen Bundesländern gaben die Heizölpreise jedoch nach. Dabei waren die kräftigsten Preisnachlässe mit 0,4 bis 0,5 Cent/Liter in Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt feststellbar.

Entwicklungen am Ölmarkt

Die Ölpreise haben sich am gestrigen Handelstag nur wenig bewegt. Vor dem am 30. November stattfindenden OPEC-Meeting warten Händler vorerst auf neue Zeichen, die auf eine Einigung oder ein Scheitern bei der Festsetzung einer Förderobergrenze hindeuten. Zuletzt hatten sich viele wichtige Akteure des möglichen Deals positiv geäußert. So scheint nun auch der Iran Teil der Vereinbarung zu werden, denn das drittgrößte OPEC-Mitglied soll eine Ausnahmeregelung erhalten und seine Förderung auf die geforderten knapp vier Millionen Barrel anheben dürfen. Der Ministerpräsident des zweitgrößten OPEC-Produzenten Irak teilte gestern ebenfalls mit, dass sich sein Land an der beschlossenen Förderreduzierung beteiligen werde. Russland schließt hingegen eine Kürzung der eigenen Fördermengen weiterhin aus, ist jedoch bereit eine Förderbegrenzung auf dem aktuellen Stand vorzunehmen.

Kaum Impulse brachten auch die neuen US-Öllagerdaten, die gestern vom DOE veröffentlicht wurden. So teilte das US-Energieministerium mit, dass die Rohöllager um 1,3 Mio. Barrel gesunken sind während die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) in Summe um 2,6 Mio. Barrel gestiegen sind. Insgesamt war somit ein leichter Aufbau der gesamten US-Öllager auf nunmehr 862 Mio. Barrel zu verzeichnen. Auch sonst gab es gestern kaum neue Nachrichten, so dass der erneut an Wert zulegende Dollarkurs die Ölnotierungen etwas belastete. Mit rund 1,055 Dollar/€uro ist der €uro gegen den US-Dollar heute Morgen auf den tiefsten Stände seit über 13 Jahren gefallen. Nach dem Wahlsieg von Donald Trump wurde der Dollar zuletzt weiter in die Höhe getrieben, weil die Chefin der US-Notenbank angekündigt hatte eine weitere moderate Anhebung der US-Leitzinsen im Dezember vorzunehmen. Der starke Dollar belastet die Ölpreise, weil Rohöl in Regionen außerhalb des Dollarraums teurer wird wenn der Dollarkurs steigt. Dies führt dazu dass die Nachfrage im Handel sinkt und die Ölpreise fallen.

Dies konnte gestern auch bei der Nordsee-Ölsorte BRENT beobachtet werden, die auf den heutigen Donnerstag um 0,1 $/b nachgab und am Morgen bei 49,0 Dollar/Barrel notierte. Die von den Währungsschwankungen weniger betroffene US-Ölsorte WTI legte hingegen um 0,1 $/b zu und wurde am Donnerstagmorgen bei 48,1 Dollar/Barrel gehandelt. Obwohl sich in den letzten Tagen die Anzeichen verdichten haben, dass es der OPEC doch gelingen könnte, verbindliche Förderquoten für jedes Mitglied festzulegen und sich somit auf eine gemeinsame Förderobergrenze zu einigen, scheint die 50-Dollar-Marke für die Ölpreise zunächst nicht so leicht überwindbar zu sein.

Aussicht und Empfehlungen

Nachdem die Heizölpreise in diesem Jahr zumeist unter dem Preisniveau vom vergangenen Jahr gelegen haben, befinden sie sich zurzeit ungefähr auf dem November-Preislevel des Vorjahres. In den letzten beiden Jahren sind die Heizölpreise ab November bis Januar stets rapide gefallen. Darauf zu setzen, dass sich der Preisverlauf der letzten Jahre auch in diesem Jahr wiederholen wird, ist aktuell jedoch sehr riskant. Zurzeit sieht es eher danach aus, dass die Ölpreise langsam aus ihrem Langzeittief rauskommen und in den kommenden Monaten tendenziell weiter zulegen werden. Besonders wenn es der OPEC gelingt sich auf eine Förderobergrenze zu einigen, an die sich alle Mitgliedsländer halten, könnte sich das Angebots-Nachfrage-Verhältnis im kommenden Jahr ausgleichen.

Auch wenn die Heizölpreise aktuell auf einem relativ hohen Preisniveau liegen, sollte man dennoch eine Bestellung in Betracht ziehen. Nur wenn man als Heizölverbraucher davon ausgeht, dass sich die OPEC nicht auf eine Förderobergrenze einigen wird oder es Probleme bei der praktischen Umsetzung der Förderquoten gibt, kann es sich lohnen auf möglicherweise wieder fallende Heizölpreise im Dezember zu warten.

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