Heizölpreise gaben auf Mittwoch leicht nach

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nach dem gestrigen Preissprung nach oben, haben die Heizölpreise zur Wochenmitte wieder etwas nachgegeben. Mit 0,2 Cent/Liter gingen die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt jedoch nur leicht zurück, so dass sie sich mit aktuell 55,80 €uro pro 100 Liter Heizöl weiterhin nur rund einen Cent je Liter unter dem derzeitigen Jahreshoch befinden.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich heute ein uneinheitliches Bild. So zogen die Heizölpreise in sechs Bundesländern weiter an, während sie in zehn Bundesländern wieder nachgaben. Mit 0,8 bis 0,9 Cent/Liter waren die deutlichsten Preisanstiege am heutigen Mittwoch in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen zu verzeichnen. Die kräftigsten Preisnachlässe entfielen hingegen mit 0,6 bis 0,7 Cent/Liter auf Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Entwicklungen am Ölmarkt

Am gestrigen Handelstag hat am Ölmarkt eine leichte Gegenbewegung zum massiven Preisanstieg vom Wochenstart eingesetzt. Daher haben die Ölpreise auf den heutigen Mittwoch nachgegeben. Mit 0,2 $/b fiel der Preisrückgang bei der Nordsee-Ölsorte BRENT geringer aus als bei der US-Ölsorte WTI, die um 0,7 Dollar je Barrel nachgab. BRENT notierte somit am Mittwochmorgen bei 49,1 Dollar/Barrel und WTI wurde bei 48,0 Dollar/Barrel gehandelt.

Obwohl sich in den letzten Tagen die Anzeichen verdichten haben, dass es der OPEC doch gelingen könnte, verbindliche Förderquoten für jedes Mitglied festzulegen und sich somit auf eine gemeinsame Förderobergrenze zu einigen, konnten die Ölpreise die 50-Dollar-Marke zunächst nicht überwinden. Dies führte dazu, dass Händler Vorsicht walten ließen und Kontrakte abstießen, was wiederum eine leichte Gegenbewegung bei den Ölpreisen zur Folge hatte. Dennoch steht das kommende OPEC-Meeting weiterhin klar im Fokus der Händler und wenn es zu einer Einigung der OPEC kommt, könnten die Ölpreise erneut kräftig zulegen.

Zuletzt hatten sich die wichtigsten Akteure des möglichen Deals durchweg positiv geäußert. So scheint nun auch der Iran Teil der Vereinbarung zu werden, denn das drittgrößte OPEC-Mitglied soll eine Ausnahmeregelung erhalten und seine Förderung auf die geforderten knapp vier Millionen Barrel anheben dürfen. Der zweitgrößte OPEC-Produzent soll hingegen eine Förderkürzung vornehmen, obwohl der Irak zurzeit auf die Öleinnahmen angewiesen ist um die Terrormiliz IS aus dem Land zu vertreiben. Dies bezeichnete der irakische Außenminister zuletzt als nicht fair und in diesem Punkt wird es wohl auch noch Verhandlungsbedarf gegen, denn der Irak will seine Ölfördermenge höchstens auf dem aktuellen Level belassen und diese nicht kürzen. Genauso sehen es auch die russischen Vertreter, die für ihr Land ebenfalls höchstens eine Förderbegrenzung auf dem aktuellen Stand anbieten, eine Kürzung bisher jedoch klar ausgeschossen haben.

Aussicht und Empfehlungen

Nachdem die Heizölpreise in diesem Jahr zumeist unter dem Preisniveau vom vergangenen Jahr gelegen haben, befinden sie sich zurzeit ungefähr auf dem November-Preislevel des Vorjahres. In den letzten beiden Jahren sind die Heizölpreise ab November bis Januar stets rapide gefallen. Darauf zu setzen, dass sich der Preisverlauf der letzten Jahre auch in diesem Jahr wiederholen wird, ist aktuell jedoch sehr riskant. Zurzeit sieht es eher danach aus, dass die Ölpreise langsam aus ihrem Langzeittief rauskommen und in den kommenden Monaten tendenziell weiter zulegen werden. Besonders wenn es der OPEC gelingt sich auf eine Förderobergrenze zu einigen, an die sich alle Mitgliedsländer halten, könnte sich das Angebots-Nachfrage-Verhältnis im kommenden Jahr ausgleichen.

Auch wenn die Heizölpreise aktuell auf einem der höchsten Stände des laufenden Jahres liegen, sollte man dennoch eine Bestellung in Betracht ziehen. Nur wenn man als Heizölverbraucher davon ausgeht, dass sich die OPEC nicht auf eine Förderobergrenze einigen wird oder es Probleme bei der praktischen Umsetzung der Förderquoten gibt, kann es sich lohnen auf möglicherweise wieder fallende Heizölpreise im Dezember zu warten.

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