Heizölpreise bewegen sich weiter seitwärts

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Die Heizölpreise sind auf Freitag um weitere 0,2 Cent/Liter gestiegen und haben somit in den letzten drei Tagen im bundesweiten Durchschnitt um rund einen Cent je Liter zugelegt. Da die Heizölpreise in der ersten Wochenhälfte jedoch kräftig nachgegeben hatten, verzeichnen sie bei der Betrachtung der gesamten Woche insgesamt ein leichtes Minus. So kostet eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl im Mittel aktuell 60,83 €uro pro 100 Liter und somit knapp 0,5 Prozent weniger als zu Wochenbeginn.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise zeigte sich auf Freitag erneut ein einheitliches Bild. Lediglich im Saarland und Sachsen-Anhalt gaben die Heizölpreise um rund 0,1 Cent/Liter nach. In allen anderen Bundesländern waren zumeist geringe Preisansteige zu verzeichnen. Am kräftigsten kletterten die Heizölpreise mit gut 0,3 Cent/Liter in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen.

 

Aussicht und Empfehlungen

Obwohl viele Marktbeobachter in den ersten Wochen des Jahres mit anziehenden Rohöl- und Heizölpreisen gerechnet hatten, kann im bisherigen Jahresverlauf von sehr stabilen Heizölpreisen gesprochen werden. Denn seit über acht Wochen bewegen sich die Heizölpreise nun seitwärts und schwanken dabei um 60 Cent/Liter herum.

Auch wenn wir in den kommenden Wochen weiterhin ein Risiko für anziehende Heizölpreise sehen, scheint es zurzeit so, als ob sich die unterschiedlichen Preisfaktoren die Waage halten und Händler mit dem aktuellen Preislevel zufrieden sind. Diese stabile Marktlage versetzt Heizölverbrauchern zurzeit in die komfortable Lage die Entwicklungen am Ölmarkt ohne Handlungsdruck verfolgen und auf die Ausbildung eines Preistals spekulieren zu können. Trotz der niedrigen Temperaturen kann die Nachfrage daher eher als ruhig bezeichnet werden.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die Rohölpreise haben in den vergangenen beiden Handelstagen zugelegt und bauten ihre Gewinne auch heute Morgen im frühen Handel weiter aus. So kletterte die Nordsee-Ölsorte BRENT auf Freitag um weitere 0,4 $/b und notierte somit am Morgen bei 55,8 Dollar/Barrel. Auch die US-Ölsorte WTI legte um weitere 0,6 $/b zu und wurde am Freitagmorgen bei 53,1 Dollar/Barrel gehandelt.

Seit Mitte Dezember halten die Ölpreise ihr, im Vergleich zum letzten Jahr, höheres Niveau. Allerdings konnten die Ölpreise noch nicht so stark zulegen wie es die meisten Analysten bei Umsetzung der Förderreduzierung durch die OPEC erwartet hatten. Der Grund dafür ist im US-Ölmarkt zu finden, der wegen steigenden Investitionen in Förderanlagen, einer wachsenden Ölförderung und steigenden Öllagern zurzeit ein Gegengewicht zur Förderkürzung der OPEC darstellt. Dennoch gab die US-Investmentbank Goldman Sachs in dieser Woche bekannt, dass es aus ihrer Sicht in den kommenden Monaten zu einem Angebotsdefizit an Rohöl auf dem Weltmarkt kommen wird und stützte mit dieser Aussage die zuvor nachgebenden Ölpreise.

Genau wie die USA scheint auch China zurzeit seine Öllager kräftig zu füllen, denn auch die chinesischen Ölimporte waren zuletzt  deutlich gestiegen. So legten die Ölimporte Chinas im Vergleich zum Vorjahresmonat um kräftige 27 Prozent zu. Dass die größten Volkswirtschaften der Welt zurzeit ihre Öllager massiv auffüllen, kann als Zeichen dafür interpretiert werden, dass die Verantwortlichen dort in den kommenden Monaten mit steigenden Ölpreisen rechnen und sich daher zum derzeitigen Preis eindecken. In den USA klettern die Öllager allerdings auch schon seit sechs Wochen in Folge massiv und nähern sich zurzeit dem Rekordhoch von 942 Mio. Barrel, welches  im April des vergangenen Jahres zu verzeichnen war.

Am Devisenmarkt verlor der €uro in dieser Woche an Wert gegen die Ölwährung Dollar. Obwohl aus dem Umfeld des US-Präsidenten Trump zuletzt Aussagen kamen, dass man den €uro als zu schwach erachten würde, führte dies nur zu einem kurzen Aufschwung der Gemeinschaftswährung. Die gegensätzliche Geldpolitik der Notenbanken in den USA und Europa wirkt stärker und macht in den kommenden Monaten einen weiter fallenden €uro wahrscheinlicher. Denn während die EZB, trotz guter Konjunkturdaten und einer gestiegenen Inflation, an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten will, stellt die FED bereits im März weitere Zinsanhebung in Aussicht.

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