Heizölpreise bewegen sich Auf und Ab

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Nachdem die Heizölpreise zum Wochenstart um 2,3 ct/l geklettert waren, gaben sie am Mittwoch um 2,0 ct/l nach und legten heute wieder zu. So kletterten die Heizölpreise am heutigen Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt um knapp 0,8 Cent/Liter. Im Vergleich zu Mittwoch kletterten die Heizölpreise in fast allen Bundesländern. Lediglich in Baden-Württemberg und Bayern, wo die Heizölpreise zuvor besonders kräftig gestiegen waren, gingen diese um 1,2 bzw. 2,4 Cent/Liter zurück. In allen anderen Bundesländern waren Preisanstiege in einer Bandbreite von 1,1 bis 1,4 Cent je Liter zu verzeichnen.

Der Ölmarkt befindet sich weiterhin in einer turbulenten Phase mit stark volatilen Preisbewegungen. Nachdem die Ölnotierungen zum Wochenbeginn in nur drei Tagen einen Kursgewinn von rund 25 Prozent aufzuweisen hatten, ging es dann wieder deutlich runter und nun wieder aufwärts. Aber nicht nur im Vergleich der Tage untereinander sind die Kurse sehr volatil, auch innerhalb eines Tages gibt es viel Bewegung nach oben und nach unten. So kletterten die Ölpreise zunächst im Laufe des gestrigen Tages um nach Bekanntgabe der laut DOE um 4,5 Mio. Barrel gestiegenen US-Öllagerdaten, massiv nachzugeben.

Im späten Handel ging es dann wieder nach oben, so dass die europäische Leitsorte BRENT auf den heutigen Donnerstag in Summe um knapp 1,9 $/b zulegte und am Morgen mit 50,4 Dollar/Barrel wieder über der 50-Dollar-Marke gehandelt wurde. Rückblickend hat sich BRENT somit nur eine Woche lang deutlich von dieser Marke entfernt, nun steht die europäische Rohölleitsorte wieder auf diesem Level und könnte sich dort nach einigen Aufs und Abs auch stabilisieren. Denn auf der einen Seite belastet das preisdrückende Angebots-Nachfrage-Verhältnis die Ölpreise, welches auch gestern wieder durch die gestiegenen Öllagerbestände in den USA bekräftigt wurde. Auf der anderen Seite erholen sich die Finanzmärkte derzeit wieder, so dass die extrem niedrigen Ölpreise, den Ölmarkt für Spekulanten interessant machen. Daher wird viel über die künftige Entwicklung der US-Fracking-Industrie und die weitere Vorgehensweise der OPEC spekuliert. Hierbei kommen die meisten Analysten jedoch zu dem Schluss, dass sowohl die OPEC, aber auch Non-OPEC Staaten wie Russland und die USA ihre Ölförderung bei den aktuellen Preisen nicht zwangsläufig zurückfahren müssen und wohl auch nicht werden. Auch die Ölnachfrage wird wohl weniger stark wachsen wie dies bisher angenommen wurde, da besonders der Ölverbrauch in China hinter den Erwartungen bleibt. Insgesamt wird die Überversorgung daher wohl fortbestehen, was Spekulationen auf steigende Ölpreise ein wenig Wind aus den Segeln nehmen könnte.

Die Heizöl-Nachfrage der Verbraucher ist ungebrochen hoch, allerdings sollte man aktuell bedenken, dass sich die letzten Preisanstiege wieder relativieren könnten und es sich somit lohnen könnte auf sinkende Heizölpreise zu setzen. Eine zuverlässige Prognose ist bei der aktuell sehr nervösen Marktlage jedoch kaum möglich, denn es ist noch nicht eindeutig erkennbar ob die kommenden Preisentwicklungen auf den unveränderten und preisdrückenden Fundamentaldaten beruhen werden oder doch mehr durch preissteigernde Spekulationen auf anziehende Ölpreise. Zudem könnte ein, gegen den Dollar nachgebender €uro die Heizölpreise anziehen lassen, auf der anderen Seite aber auch die Ölnotierungen unter Druck setzen. Da der Ölmarkt immer für eine Überraschung zu haben ist, wollen wir an dieser Stelle keine Empfehlung aussprechen und raten lediglich dazu die Entwicklungen am Ölmarkt eng zu verfolgen.

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