Heizölpreise auf Donnerstag kräftig gestiegen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Aufgrund der für Heizölverbraucher schlechtesten Kombination aus anziehenden Ölpreisen bei gleichzeitig fallendem €urokurs, zogen die Heizölpreise auf Donnerstag im bundesweiten Durchschnitt um deutliche 1,7 Cent/Liter an. Auch regional war in fast allen Bundesländern ein Preisanstieg feststellbar. Lediglich in Bayern gingen die Heizölpreise um gut 0,5 Cent/Liter zurück. In den anderen Bundesländern kletterten die Heizölpreise hingegen teilweise kräftig. Bei einer Bestellung von 2.000 Litern Heizöl entfielen die deutlichsten Preisansteige mit 2,1 bis 2,5 Cent/Liter auf Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Heizölverbrauchern in Bayern empfehlen wir heute die Gelegenheit für eine Heizölbestellung zu nutzen, bevor die Preise der tanke-günstig Partnerhändler auch dort morgen massiv anziehen werden.

Gestern setzte am Ölmarkt eine Gegenbewegung zu den Preisrückgängen der vergangenen Tage ein. Bei einem Plus von rund 1,8 $/b notierte die europäische Leitsorte BRENT daher am Donnerstagmorgen wieder bei 48,7 Dollar/Barrel. Begründet wurde der Anstieg hauptsächlich mit dem vom US-Energieministerium (DOE) veröffentlichten, leichten Abbau der US-Öllagerbestände, nachdem die Daten des American Petroleum Institut (API) zuvor einen erneuten Aufbau der Öllager in Aussicht gestellt hatten. Ausgesprochen gerne wurde der bärisch zu wertende US-Öllagerabbau an den Börsen aufgenommen und Trader handelten die Ölnotierungen umgehend nach oben. Verstärkt wurde der Preisanstieg in der Folge dann durch die Charttechnik und den daraus resultierenden, automatisierten Anschlusskäufen. Wie in den Wochen zuvor meldete das DOE einen Anstieg der Rohöllager bei gleichzeitigem Rückgang der Ölprodukte-Lager. Laut DOE sind die amerikanischen Rohöllager in den vergangenen vier Wochen um insgesamt 22 Mio. Barrel gestiegen. Im selben Zeitraum sind die Lager der Ölprodukte (Benzin, Diesel und Heizöl) um insgesamt 13 Mio. Barrel gefallen. Auch wenn die Raffinerieauslastung in der zurückliegenden Woche wieder auf knapp 88 Prozent gestiegen ist, so sehen Analysten einen Grund für diese Entwicklung in Wartungsarbeiten, aber auch in schwächeren Margen bei den Raffinerien. Am Devisenmarkt stand gestern die US-Notenbank FED im Fokus. Diese beschloss die Leitzinsen mindestens noch bis Dezember bei nahezu Null zu belassen, da die FED bei einer Zinserhöhung vor allem Gefahren für die globale Wirtschaft sieht. Gleichzeitig stellte Fed-Chefin Yellen aber auch klar, dass sich die US-Wirtschaft und der Arbeitsmarkt recht gut entwickelt haben. Dies lässt die Vermutung zu, dass die FED eine Zinsanhebung bisher nur aus Rücksicht auf die Weltwirtschaft verschoben hat und weniger aus Interesse der USA. Wahrscheinlich könnte sich diese Haltung im Dezember aber ändern, was den €uro bereits gestern weiter unter Druck setzte.

Der heutige Anstieg der Heizölpreise muss nicht zwangsläufig eine Trendwende einleiten. Allerdings befinden sich die Rohölpreise zurzeit auf einem extrem niedrigen Level, was in Kombination mit dem billigen Geld der Notenbanken, Börsenhändler zu Wetten auf anziehende Ölpreise einladen kann. Zwar könnte die gestrige Gegenbewegung auch nur ein kurzes Strohfeuer sein, welches sich in den kommenden Tagen wieder verflüchtigt. Es könnte aber auch der Auftakt für eine Erholungsphase sein. Auch wenn sich an der aktuellen Marktlage grundsätzlich nichts verändert hat, so hängt nun vieles von der Börsenpsychologie ab und weniger von den weiterhin preisdrückenden Fundamentaldaten. Dies macht die weitere Entwicklung der Heizölpreise derzeit schwer prognostizierbar.

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