Heizölpreise auf Dienstag kräftig gestiegen

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Erneut gestiegene Rohölpreise zogen auch die Heizölpreise auf den heutigen Dienstag weiter mit nach oben. Die deutlichen Währungsgewinne des €uro fielen heute bei den tanke-günstig Partnerhändlern leider kaum ins Gewicht, so dass die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um massive 1,5 Cent/Liter kletterten. Eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl kostet somit aktuell 51,03 €uro pro 100 Liter und ist damit auf den höchsten Stand seit Anfang Juli gestiegen.

Bei der regionalen Betrachtung der Preisentwicklung zeigte sich heute ein einheitliches Bild mit flächendeckenden Preisanstiegen in allen Bundesländern. Am wenigsten kletterten die Heizölpreise mit 0,6 Cent/Liter im Saarland. Die kräftigsten Preisansteige entfielen hingegen mit rund zwei Cent je Liter auf die tanke-günstig Partnerhändler in Bayern.

Entwicklungen am Ölmarkt

Obwohl kaum ein Analyst tatsächlich eine Einigung der OPEC-Mitglieder und anderen wichtigen Ölförderländer erwartet und der Tenor zumeist in Richtung „ein gut durchschaubarer Versuch die Ölpreise mit nichts mehr als Luft zu stabilisieren“ geht, lassen sich Börsenhändler gerne auf das Spiel ein und treiben die Ölpreise nach oben. So haben die Ölnotierungen ihre spekulationsgetriebenen Gewinne der vergangenen Handelstage am Montag ausgeweitet, am Dienstagmorgen ging es aber leicht nach unten. Dennoch kletterte die europäische Ölsorte BRENT um weitere 0,8 $/b und stand am Dienstagmorgen bei 48 Dollar/Barrel. Auch die US-Ölsorte WTI legte um weitere 0,7 $/b zu und wurde am Morgen bei 45,5 Dollar/Barrel gehandelt.

Abgesehen von den sich wieder mal hartnäckig haltenden Gerüchten um eine Stabilisierung der Ölpreise durch die OPEC, gab es gestern kaum impulsgebende Nachrichten für den Ölmarkt. Trotz der zurzeit weiter anziehenden Ölpreise ist somit eine Preiskorrektur nach unten in den kommenden Tagen nicht auszuschließen. So weist der Ölmarkt insgesamt eine ganze Reihe von preisdrückenden Daten auf. Die OPEC hatte ihre Ölförderung im Juli auf einen der höchsten Stände der vergangenen Jahre ausgeweitet und in den USA war zuletzt eine stetig steigende Anzahl von aktiven Ölbohrlöchern zu verzeichnen. Eine hohe US-Ölförderung übt Druck auf die OPEC aus, die aber auch ohne die Wettbewerber aus den USA keine gemeinsame Linie findet. Besonders an den beiden wichtigen, aber politisch verfeindeten OPEC-Mitgliedern Saudi-Arabien und Iran wird eine Einigung für eine Förderbegrenzung wohl scheitern. Aber auch andere Ölförderländer wie der Irak planen unabhängig von möglichen Beschlüssen der OPEC, die eigene Ölförderung auszuweiten.

Am Devisenmarkt haben schwache Konjunkturdaten aus den USA den Dollar unter Druck gesetzt. Trotz des Höhenflugs an der Wall Street konnte der €uro gestern spürbar gegen den Dollar zulegen und mit 1,125 $/€ auf den höchsten Stand seit Ende Juni klettern.

Aussicht und Empfehlungen

Nach den kräftigen Preisanstiegen der letzten Tage hätten die Rohölpreise nun wieder Luft nach unten. Zumindest ist der Weltölmarkt weiterhin überversorgt, was die Preise unter Druck setzen sollte, wenn sich der Ölmarkt von den finanzmarktgetriebenen Impulsen entkoppeln kann. Sollten sich Börsenhändler jedoch nicht auf die preisdrückenden Fundamentaldaten besinnen, so kann auch ein erneuter Anstieg nicht ausgeschlossen werden.

Mit aktuell rund 50 Cent/Liter befinden sich die Heizölpreise auf einem Stand, der für das dritte Quartal 2016 realistisch erwartet werden konnte. In den kommenden Wochen könnten die Heizölpreise nun um die 50-Cent-Marke herum pendeln mit Ausbrüchen von bis zu 10 Prozent nach oben, aber auch nach unten. Ein Großteil der Analysten rechnet im vierten Quartal mit Heizölpreisen, die in Richtung 60 Cent/Liter laufen werden. Folgt man dieser Erwartung, so muss der aktuelle Kaufzeitpunkt als gut eingestuft werden. Risikofreudigere Heizölverbraucher können in den kommenden Wochen jedoch auch auf die Ausbildung eines neuen Preistals in Richtung 45 Cent/Liter spekulieren.

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