Heizölpreise auf Dienstag kaum verändert

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Der erste Monat des neuen Jahres neigt sich schon wieder dem Ende entgegen und hat für den heimischen Heizölmarkt wenig Veränderung gebracht. Entgegen den Erwartungen sind die Heizölpreise seit Jahresbeginn sogar um rund einen Cent je Liter gesunken. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Heizölpreise in den kommenden Wochen und Monaten tendenziell steigen werden.

Auf den heutigen Dienstag gaben die Heizölpreise minimal nach. So war im bundesweiten Durchschnitt ein Rückgang von knapp 0,1 Cent/Liter zu verzeichnen. Eine Bestellung von 2.000 Litern Heizöl kostet somit im Mittel aktuell 59,94 €uro pro 100 Liter.

Bei der regionalen Betrachtung der Heizölpreise waren heute jedoch deutlichere Veränderungen zu verzeichnen und es zeigte sich zudem ein ganz uneinheitliches Bild. So legten die Heizölpreise in acht Bundesländern zu und dabei am deutlichsten mit knapp 0,3 Cent/Liter in Mecklenburg-Vorpommern. In den anderen acht Bundesländern blieben die Heizölpreise konstant oder gaben nach. Mit 0,5 bis 0,6 Cent/Liter entfielen die kräftigsten Preisnachlässe heute auf Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

 

Aussicht und Empfehlungen

Seit nunmehr sieben Wochen bewegen sich die Heizölpreise seitwärts und schwanken dabei um die Marke von 60-Cent/Liter herum. Vom Rohölmarkt kamen in diesem Zeitraum keine preissteigernden Impulse mehr, obwohl die meisten Analysten im Januar mit weiteren Preisanstiegen gerechnet hatten.

In den letzten beiden Jahren legten die Heizölpreise im Laufe des Februars jeweils um rund zehn Prozent zu. Nach der Zurückhaltung zum Jahresbeginn, könnte eine solche Preisentwicklung auch im aktuellen Jahr wieder einsetzen. Nicht weil es im Februar grundsätzlich zu Preisanstiegen kommen müsste, sondern weil es die aktuelle Marktlage hergibt.

Zwar sprechen einige Marktbeobachter davon, dass die Ölpreise wieder fallen könnten, weil sich die Erwartungen der Spekulanten auf stärker anziehende Ölpreise bisher nicht erfüllt haben. Insgesamt ist das Risiko, dass die beschlossene OPEC-Förderkürzung zu einer weiteren Annäherung von Angebot und Nachfrage auf dem Weltölmarkt und somit zu steigenden Rohölpreisen führt, derzeit jedoch noch größer. Vor diesem Hintergrund kann der aktuelle Zeitpunkt für eine Heizölbestellung weiterhin als gut bezeichnet werden.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI haben sich auf den heutigen Dienstag unterschiedlich entwickelt. Die für den europäischen Raum relevantere Nordsee-Ölsorte BRENT bewegte sich kaum und wurde daher am Dienstagmorgen nahezu unverändert bei 55,2 Dollar/Barrel gehandelt. Die US-Ölsorte WTI gab hingegen um weitere 0,4 $/b nach und stand am Dienstagmorgen bei 52,5 Dollar/Barrel.

Das amerikanische Leichtöl WTI wurde gestern stärker unter Druck gesetzt, weil die Ölindustrie in den USA weiter wächst. Zum einen ist die Anzahl der aktiven Bohrlöcher erneut gestiegen und befindet sich mit aktuell 566 Anlagen auf dem höchsten Stand seit über einem Jahr. Au0erdem steigt auch die US-Ölförderung seit einiger Zeit wieder an und könnte bald die Marke von neun Millionen Barrel pro Tag überschreiten. Darüber hinaus kann unter dem neuen US-Präsidenten Trump sowie dem Außenminister und ehemaligen Exxon-Chef Tillersen eine Ölindustrie-freundliche Politik erwartet werden.

Die Entwicklungen auf dem US-Ölmarkt wirken sich natürlich auch auf den Weltölmarkt aus. So bilden die steigenden Investitionen in Ölförderanlagen und die bereits steigende US-Ölförderung zurzeit das Gegengewicht zur Förderkürzungen der OPEC. Außerdem wird die neue Rolle der US-Ölindustrie deutlich. Konnte bis vor einigen Jahren hauptsächlich die OPEC bzw. Saudi-Arabien die Ölpreise durch Förderreduzierung oder –ausweitung regulieren, so kann derzeit auch die US-Schieferölförderung die Preise auf dem Weltölmarkt beeinflussen.

Dies zeigt sich daran, dass der aktuelle Angebots-Rückgang die Ölpreise der Sorte BRENT bisher nicht über die geplante Marke von gut 60 Dollar/Barrel hat steigen lassen. Denn obwohl sich des Ölkartells nach eigenen Aussagen an die beschlossene Förderobergrenze hält und die eigene Ölförderung bereits um 1,5 Mio. Barrel/Tag reduziert und somit bereits 80 Prozent der vereinbarten Menge in Höhe von 1,8 Mio. Barrel vom Markt genommen hat, verharren die Ölpreis seit rund zwei Monaten auf dem aktuellen Preisniveau.

Eines der wichtigsten Themen der letzten Wochen war an den Finanzmärkten und somit auch am Ölmarkt die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Trump. Diese sorgte dafür, dass die Kurse an den globalen Aktienmärkten kurzfristig in die Höhe schossen und der US-Börsenindexes Dow Jones zum ersten Mal in der Geschichte über der Marke von 20.000 Punkten kletterte. Am Devisenmarkt konnte hingegen eher der €uro von der neuen US-Führung profitieren und hat, nach einem kräftigen Einbruch im vergangen Jahr, seit Beginn diesen Jahres um rund zwei Prozent auf derzeit knapp 1,07 Dollar/€uro zugelegt.

Die Inflation in Deutschland befindet sich mit aktuell 1,9 Prozent in der Nähe des von der EZB gewünschten Zielwertes von zwei Prozent. Besonders die zuletzt kräftig gestiegenen Preise für Heizöl, Kraftstoffe und Mieten haben die Inflation in Deutschland im Januar laut Statistischem Bundesamt auf den höchsten Stand seit Juli 2013 getrieben. Da die europäische Zentralbank jedoch den gesamten Euroraum im Blick hat, wird die EZB weiterhin an der Null-Zins-Politik festhalten, was für deutsche Sparer zunehmend ein Problem werden könnte.

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