Griechisches "Nein" lässt Heizölpreise sinken

Heizölpreise - Bundesweite Preisentwicklung von Heizöl

Das griechische "Nein" im Referendum über die Annahme der Sparpläne der Geldgeber-Institutionen, sorgte am heutigen Montag für einen spürbaren Rückgang der Heizölpreise. So gaben die Heizölpreise im bundesweiten Durchschnitt um weitere 0,5 Cent/Liter nach. Auch regional waren in allen Bundesländern flächendeckend Preisnachlässe zu verzeichnen. Am deutlichsten gingen die Heizölpreise mit 0,7 bis 0,8 ct/l in Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zurück. Die geringsten Preisrückgänge waren, bei einer Bestellung von 2.000 Litern Heizöl, mit rund 0,1 ct/l in Brandenburg, Berlin, dem Saarland und Sachsen-Anhalt feststellbar.

Am Ölmarkt ziehen sich zurzeit immer mehr Spekulanten zurück und flüchten sich, aufgrund der relativ unsicheren Lage, in sicherere Anlageoptionen. Dies wurde durch das "Nein" der Griechen natürlich verstärkt, so dass die europäische Leitsorte BRENT zum heutigen Wochenstart um massive 2,4 $/b nachgab. Mit 59,5 Dollar/Barrel wurde BRENT somit am Montagmorgen das erste Mal seit Mitte April wieder unter der Marke von 60 $/b gehandelt. Neben dem griechischen "Nein" übt weiterhin die sehr gute Versorgungslage am Weltölmarkt Druck auf die bereits niedrigen Ölpreise aus. Innerhalb und außerhalb der OPEC pumpen die wichtigsten Förderländer so viel Öl an die Oberfläche als gäbe es kein Morgen mehr. Auch der Iran kann sich demnächst vielleicht an der aktuellen Ölschwemme beteiligen, denn in dieser Woche könnte ein bindendes Abkommen bei den Atomverhandlungen erreicht und das bestehende Ölembargo des Westens ausgesetzt werden. In die USA muss der Iran aber wohl kein Öl liefern. Je nachdem wie die Zahlen zu den US-Öllagern und Bohraktivitäten in dieser Woche ausfallen, könnte sich dort nämlich eine Trendwende bei der zuletzt leicht angeschlagenen US-Ölindustrie abzeichnen. So wurde nach Wochen des Rückgangs zuletzt eine Zunahme der US-Öllagern und Oil Rigs festgestellt. Trotz des griechischen Referendums reagierte der Devisenmarkt gelassen und der €uro konnte sein niedriges aber verhältnismäßig stabiles Niveau gegen den Dollar verteidigen.

Die Angebotslage am Ölmarkt ist zurzeit einfach erdrückend, so dass die Rohölpreise in dieser Woche wohl nicht steigen dürften. Im Gegenteil könnten die Ölnotierungen in dieser Woche sogar noch weiter unter Druck geraten, wenn die Handelssanktionen gegen den Iran beendet werden und der US-Ölmarkt seine Tendenz der letzten Woche bestätigen sollte. Vom Devisenmarkt geht zwar ein gewisses Risiko für anziehende Heizölpreise aus, in Summe überwiegt die Chance auf weiter nachgebende Heizölpreise jedoch deutlich.

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