Wie sieht die Zukunft des Diesel aus

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Genau diese Frage stellen sich zurzeit Millionen Autobesitzer, denen wegen zu hoher Schadstoffwerte in Innenstädten bald Fahrverbote drohen könnten. Auch die Politik steht im Fokus der Debatte, denn hier werden die Vorwürfe des systematischen Wegguckens und der Kumpanei mit der Autoindustrie lauter.

Bei einem Ende des Dieselmotors werden zudem tausende Beschäftigte vor einem ungewissen Wandel ihres Arbeitsplatzes stehen. Daher ist es unschwer zu erkennen, dass es bei dem am Mittwoch angesetzten „Diesel-Gipfel“ zwischen Politik und der deutschen Schlüsselindustrie um weit mehr als nur eine Antriebstechnologie geht. Vor dem Hintergrund der Abgas-Betrugs-Software und den nun im Raum stehenden Kartellvorwürfen spielt der zurzeit günstige Preis für Diesel-Kraftstoff fast schon eine untergeordnete Rolle.

Allerdings würde der Diesel vermutlich einem schnelleren Ende entgegensehen, wenn der Kraftstoff aktuell so teuer wäre wie vor drei Jahren, als er im Mittel 1,40 €uro/Liter kostete. Der ein oder andere Dieselfahrzeug-Besitzer wird sich daher zurzeit wohl doppelt über die günstigen Spritpreise freuen. Am Wochenende sind die Diesel- und Benzinpreise jedoch um kräftige 1,1 Cent/Liter gestiegen, weshalb der Durchschnittspreis beim Diesel tanken zurzeit bei gut 1,13 €uro/Liter liegt. Dies sind jedoch immer noch rund 27 cent/Liter weniger als vor drei Jahren.


Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,134 €uro je Liter
- Super: 1,348 €uro je Liter
- E10: 1,327 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,029 €/l zu 1,349 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,239 €/l zu 1,569 €/l (+ 33 ct/l)
- E10: 1,219 €/l zu 1,549 €/l (+ 33 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Nachdem die Ölpreise am Freitag noch an die Gewinne Vortage angeknüpft hatten, setzte zum Start der neuen Woche eine Korrektur ein und die Ölpreise gaben leicht nach. Somit notierte die Nordsee-Ölsorte BRENT am Dienstagmorgen bei 52,8 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI wurde mit 50,3 Dollar/Barrel zum ersten Mal seit 10 Wochen wieder über der 50-Dollar-Marke gehandelt.

Insgesamt wurde die vergangene Handelswoche durch preistreibende Impulse bestimmt. Zunächst hatte der saudische Energieminister ankündigt, dass Saudi-Arabien seine Ölexporte im August auf maximal 6,6 Mio. Barrel pro Tag begrenzen werde und danach bekamen die Ölnotierungen zusätzlichen Auftrieb, weil erneut ein kräftiger Abbau der US-Öllagerbestände in Höhe 10 Mio. Barrel bekannt gegeben wurde. Zudem werden die Ölpreise zurzeit durch den schwachen Dollarkurs gestützt.

Trotz dieser insgesamt bullischen Datenlage fielen die Reaktionen an den Börsen zunächst zurückhaltend aus. Auch jetzt sind sich Analysten noch nicht sicher, ob sich aus den jüngsten Zahlen und Entwicklungen ein nachhaltiger Anstieg der Ölpreise ergeben wird oder ob die Ölpreise nach einem Zwischenhoch wieder nachgaben werden. So könnten die gesunkenen US-Öllagerbestände wieder anziehen, wenn amerikanische Schieferölproduzenten ihre Förderung bei steigenden Ölpreisen erhöhen. Zumindest hatte sich die US-Schieferölindustrie zuletzt stets sehr flexibel gezeigt und auf steigende Ölpreise mit einer steigenden Fördermenge reagiert.

Darüber hinaus reichen die Bemühungen Saudi-Arabien alleine nicht aus um das Angebots-Nachfrage-Verhältnis des weiterhin überversorgten Weltölmarktes ins Gleichgewicht bringen kann. Auch wenn einige Nachbarländer zaghaft ihre Unterstützung anbieten, so wollen oder können viele Ölförderländer, allen voran das Schwergewicht Russland, keine Ausweitung der Förderkürzungen vornehmen. Heute wurde nun bekannt, dass sich die OPEC-Allianz am den 7. und 8. August in Abu Dhabi treffen will, um über die Einhaltung der vereinbarte Produktionskürzungen zu sprechen.

Nach einem kurzen Rücksetzer, konnte der €uro seinen seit April anhaltenden Höhenflug gegen die Ölwährung Dollar wieder aufnehmen. So kletterte die europäische Gemeinschaftswährung am Dienstagmorgen mit 1,183 Dollar/€uro auf einen neuen Höchststand seit Anfang 2015. Damit hat der starke €uro zwar weiterhin einen preismindernden Effekt auf die heimischen Spritpreise, dennoch müssen sich Autofahrer in den kommenden Tagen wohl auf leicht anziehende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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