Unterschied zwischen Diesel- und Benzinpreisen auf Rekordhöhe

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Der Verlauf der Benzinpreise gibt derzeit Rätsel auf. Trotz der klar preissenkenden Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt, kletterten die Benzinpreise auch nach dem Wochenende weiter an. Die Dieselpreise gaben im selben Zeitraum hingegen, entsprechend der Vorgaben spürbar nach. Daher ist der Preisunterschied zwischen den Kraftstoffsorten SUPER und Diesel mit aktuell knapp 27,5 Cent/Liter auf ein neues Rekordhoch gestiegen.

Fahrzeughalter von mit Diesel betriebenen PKW profitieren derzeit von der extrem bärischen Stimmung am Ölmarkt. Fahrer von benzinbetriebenen PKWs können hingegen nur staunen und hoffen, dass auch sie endlich etwas von den verbraucherfreundlichen Preisen am Weltölmarkt haben werden. Besonders deutlich wird die unterschiedliche Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise bei einem Blick auf die oben befindlichen Charts. Seit Mitte Mai haben die durchschnittlichen Dieselpreise an den deutschen Tankstellen um knapp vier Cent/Liter nachgegeben, während die Benzinpreise um rund zwei Cent je Liter im Mittel gestiegen sind.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Dienstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,234 €uro je Liter
- Super: 1,507 €uro je Liter
- E10: 1,488 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Dienstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,119 €/l zu 1,409 €/l (+ 29 ct/l)
- Super: 1,399 €/l zu 1,669 €/l (+ 27 ct/l)
- E10: 1,379 €/l zu 1,649 €/l (+ 27 ct/l)

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Die zurzeit bereits niedrigen Rohölpreise stehen weiter unter Druck, da die Stimmung am Ölmarkt extrem bärisch ist. So sprechen die Fundamentaldaten eine klare Sprache. Der Weltölmarkt ist erheblich überversorgt und es kann damit gerechnet werden, dass das Angebot weiter steigt. Die Nachfrageseite steht besonders durch schwache Konjunkturdaten aus China unter Druck. Die Griechenland-Krise sorgt dafür, dass zurzeit gut in krisensichere Anlagewerte investiert werden kann, so dass sich auch Spekulanten aus dem Rohölmarkt zurückziehen.

Alle diese Faktoren drücken die Ölpreise zurzeit in den Keller. Zudem sind auch die Aussichten für die Zukunft preisdrückend, da vom zuletzt leicht angeschlagene US-Ölmarkt wieder Daten kommen die einen Aufschwung nahe legen. So stiegen die US-Öllager zuletzt an und auch die aktuellen Zahlen des API (American Petroleum Institut) zeigen einen erneuten Anstieg der Öllagerbestände. Zudem kann, trotz der gestern verstrichenen Frist, weiter mit einer Einigung im Atomkonflikt mit dem Iran gerechnet werden. Eine dann folgende Aufhebung des Ölembargos gegen den Iran würde den Weltölmarkt mit einer erheblichen Menge Öl zusätzlich fluten. Entsprechend dieser Fakten gab die europäische Leitsorte BRENT in den letzten Tagen um weitere erhebliche 3,5 Dollar je Barrel nach und wurde am Mittwoch bei sehr niedrigen 56,0 Dollar/Barrel gehandelt.

Da sich der €uro weiterhin erstaunlich stabil gegen den Dollar hält, fallen die Vorgaben für die Kraftstoffpreise erneut klar verbraucherfreundliche aus, so dass sich Autofahrer im weiteren Wochenverlauf über spürbar sinkende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen können sollten.

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