Spritpreise zum Urlaubsauftakt auf Jahrestief

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Nach Niedersachsen und Bremen haben in dieser Woche auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Sommerferien begonnen und in der kommenden Woche stoßen noch Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hinzu. Alle, die in diesem Jahr mit dem Auto in den Urlaub fahren, können sich über Spritpreise freuen, die aktuell auf einem Jahrestief liegen.

So sind die durchschnittlichen Benzinpreise gestern auf gut 1,34 €uro/Liter und die gemittelte Dieselpreise auf gut 1,11 €uro/Liter gesunken. An den 30 günstigsten Tankstellen konnte man Diesel gestern sogar für 0,989 €uro/Liter tanken und an rund 400 Tankstellen kostete Benzin für 1,229 €uro/Liter. An den teuersten Tankstellen muss man hingegen bis 1,309 €uro/Liter für Diesel und bis zu 1,539 €uro/Liter für Benzin (Super E5) bezahlen.

Zu verdanken haben wir die günstigen Ölpreise vor allem der Schieferölförderung in den USA, die den Weltölmarkt in den letzten Jahren mächtig durcheinander gebracht hat. Besonders die preisbestimmende Marktmacht des Ölkartells OPEC, dass die Ölpreise bis Mitte 2014 stets bei rund 100 Dollar je Barrel gehalten hatte, ist durch die flexible und mittlerweile kostenoptimierte Fracking-Ölförderung in den USA in Frage gestellt. Denn sobald die OPEC die Förderung senkt und die Ölpreise steigen, füllt die US-Ölindustrie diese Lücke und sorgt für ein weiterhin hohes Angebot.

Wenn man zurzeit eine längere Strecke mit dem Auto zurücklegen möchte, dann lohnt es sich besonders zu prüfen wie viel günstiger Tankstellen sind, die nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt liegen. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,114 €uro je Liter
- Super: 1,344 €uro je Liter
- E10: 1,324 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,989 €/l zu 1,309 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,539 €/l (+ 31 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,519 €/l (+ 31 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die Ölpreise haben zum Ende der vergangenen Woche zwar zu einer Gegenbewegung angesetzt und aufgrund der Charttechnik leicht nach oben korrigiert, insgesamt verzeichnete  jedoch auch die vergangene Woche ein Minus. Damit sind die Ölpreise seit Jahresbeginn um rund 20 Prozent gefallen, was für den Ölmarkt eines der schwächsten ersten Halbjahre seit 20 Jahren darstellt.

In den ersten beiden Tagen dieser Handelswoche legten die die Ölpreise zunächst weiter zu und stabilisierten sich dann. Insgesamt legten die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI um 0,6 $/b zu, so dass die Nordsee-Ölsorte BRENT am Dienstagmorgen bei 46 Dollar/Barrel und die US-Ölsorte WTI bei 43,5 Dollar/Barrel gehandelt wurde.

Der Ölmarkt wird weiterhin durch das anhaltende Überangebot an Rohöl dominiert. Zwar teilte die OPEC gestern in Wien mit, dass das Ölkartell die beschlossenen Förderkürzungen zu 106 Prozent umgesetzt hat. Diese Nachricht war jedoch schon vorher bekannt geworden und sorgte daher weiterhin nicht dafür, dass sich die Zweifel der Marktteilnehmer auflösten, dass die Förderkürzung der OPEC und elf weiterer Ölförderländer ausreichen wird um den Ölmarkt nachhaltig zu stützen. Aktuell liegen die Ölpreise daher sogar unter dem Preisniveau, welches vor dem OPEC-Beschluss im November vorgeherrscht hatte.

Trotz der jüngsten Gegenbewegung zeichnet sich am Ölmarkt weiterhin das Bild einer deutlichen Überversorgung ab. Auch wenn die US-Öllager zuletzt leicht gesunken sind, fällt dennoch schwerer ins Gewicht, dass die Ölförderung in den USA um weitere 0,2 Prozent auf derzeit 9,35 Mio. Barrel pro Tag gestiegen ist. Zudem ist bei der Anzahl der neuen Ölbohraktivitäten seit 22 Wochen ein konstantes Wachstum feststellbar, welches einen weiteren Anstieg der US-Ölförderung erwarten lässt.

Außerdem ist auch die OPEC-Ölproduktion zuletzt gestiegen, weil mit Libyen und Nigeria zwei OPEC-Mitglieder, die von der Förderkürzung ausgeschlossen sind, ihre Ölförderung zuletzt deutlich ausweiten konnten. Zudem  befinden sich derzeit viele riesige Öltanker auf den Weltmeeren, die von den Ölexporteuren zum Teil als Zwischenlager genutzt werden.

Der €uro konnte seine jüngsten Verluste gegen den US-Dollar zu Wochenstart wieder wettmachen und notierte somit am Dienstagmorgen wieder bei 1,12 Dollar/€uro. Somit fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise in den kommenden Tagen stabil aus und Autofahrer können sich auf konstante bis leicht fallende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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