Spritpreise schwanken im Tagesverlauf um bis zu 50 Cent/Liter

Benzinpreise - Entwicklung

 

Die Spritpreise an den deutschen Tankstellen halten weiterhin an ihrer stetigen Abwärtsbewegung fest. Dies ist vor dem Hintergrund der historisch, turbulenten Zeiten, die sich zurzeit am Weltölmarkt zeigen, allerdings auch wenig erstaunlich. So ergab sich in dieser Woche am US-Ölmarkt erstmals in der Geschichte die kuriose Situation, dass man Geld dafür bekommen hat, wenn man Öl gekauft hat. Und auch die auf dem EU-Ölmarkt fallen die Notierungen derzeit ins Bodenlose, denn mit rund 16 Dollar/Barrel steht die Nordsee-Ölsorte BRENT aktuell auf dem tiefsten Stand seit 1999.

An den heimischen Tankstellen fällt aktuell auf, dass vor allem die im Tagesverlauf günstigsten Preise weiter fallen während die teuersten Angebote an den Zapfsäulen konstant bleiben. Dies führt dazu, dass es sich zurzeit besonders lohnt darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert, denn die Preisschwankungen, die sich zwischen den Tankstellen innerhalb eines Tages ergeben, belaufen sich aktuell auf bis zu 50 Cent/Liter. So konnte am gestrigen Dienstag zwischen 20:00 und 22:00 an den günstigsten Tankstellen Benzin (Super E5) für 1,049 €uro/Liter und Diesel für 0,939 €uro/Liter gekauft werden während man an Autobahn-Tankstellen bis zu 1,549 €uro/Liter für Benzin und 1,389 für Diesel bezahlen musste.

Der durchschnittlichen Benzinpreise, der sich aus allen täglichen Preismeldungen der registrierten 15.000 Tankstellen ergibt, lag gestern bei 1,182 €uro/Liter und der gemittelte Dieselpreis bei 1,071 €uro/Liter. Damit ergibt sich eine Preisdifferenz zwischen den beiden Kraftstoffsorten Diesel und Benzin von nur noch 11 Cent/Liter. Dies ist im Vergleich zu den üblichen 15 bis 20 Cent/Liter zwar ein niedriger Stand, allerdings lag der Preisunterschied Anfang des Jahres auch schon bei neun Cent je Liter.

Benzinpreise - Zahlen

Aus der Tankstellenbranche ist zu vernehmen, dass die verkauften Spritmengen an den Tankstellen, in Folge der Corona-Pandemie, bisher um etwa 60 Prozent zurückgegangen sind. Dies stellt viele Tankstellenbetreiber vor große Herausforderungen, auch weil gleichzeitig die Kosten steigen, um den Betrieb an den Zapfsäulen, unter den vorgegeben Hygiene-Bedingungen aufrecht zu halten. Gleichzeitig erwarten viele Autofahrer, die sich über die Entwicklungen am Weltölmarkt informieren, dass die Kraftstoffpreise viel günstiger sein müssten. Immerhin sind die Ölpreise seit Jahresbeginn um fast 80 Prozent gefallen. Dagegen wirkt der Preisrückgang an den heimischen Tankstellen mit rund 20 Prozent eher bescheiden.

Hierbei muss man jedoch auch beachten, dass unsere Spritpreise zum größten Teil aus der Energie- oder auch Mineralölsteuern besteht, die zudem kein variabler Bestandteil der Diesel- und Benzinpreise sondern ein Fixbestandteil ist. So belief sich der Steueranteil, bestehend aus Energie- und Mehrwertsteuer, bei den gestrigen Tagestiefstpreisen für Benzin auf rund 80 Prozent und für Diesel auf knapp 70 Prozent. Den Kraftstoffpreisen ist somit eine Grenze nach unten gesetzt, die auch bei extrem niedrigen Rohölpreisen nicht unterschritten werden kann.

Auch wenn es bei den aktuellen Diesel- und Benzinpreisen nur wenig Spielraum nach unten gibt, so bleiben die Aussichten für die weiteren Spritpreis-Entwicklungen dennoch verbraucherfreundlich. Denn auf deutlich steigende Kraftstoffpreise müssen sich Verbraucher wohl auf längere Sicht auch nicht einstellen. Welche Tankstelle zu jeder Uhrzeit die günstigste Tankstelle in Ihrer Nähe ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unseren Benzinpreisvergleich.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Dienstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,071 €uro je Liter
- Super: 1,182 €uro je Liter
- E10: 1,154 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Dienstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,939 €/l zu 1,389 €/l (+ 45 ct/l)
- Super: 1,049 €/l zu 1,549 €/l (+ 50 ct/l)
- E10: 1,019 €/l zu 1,519 €/l (+ 50 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

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