Spritpreise nach Pfingsten kräftig gefallen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Nach Pfingsten sind die Spritpreise an den deutschen Tankstellen nun doch den Vorgaben vom Rohölmarkt gefolgt und haben im Laufe dieser Woche kräftig nachgegeben. Insgesamt gingen die Dieselpreise seit Wochenbeginn im Durchschnitt um deutliche 2,1 Cent/Liter zurück und auch die gemittelten Benzinpreise gaben an den heimischen Tankstellen um 1,4 Cent/Liter nach.

Zum ersten Mal in diesem Jahr konnte Diesel an den 30 günstigsten Tankstellen gestern wieder für unter einen €uro getankt werden. Bei den Benzinpreisen fällt hingegen auf, dass sich die günstigsten Angebote an den Tankstellen nicht verändert haben, obwohl die Vorgaben vom Rohölmarkt eindeutig preisdrückend ausgefallen sind. Der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellen ist in den letzten Tagen auf 32 Cent/Liter gefallen.

Autofahrer, die zwar darauf achten wann sie tanken aber nicht bei welcher Tankstelle sie vorfahren, schöpfen nicht das gesamte Sparpotential bei den Spritpreisen aus. Wer also vom Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt profitieren möchte, der sollte zu jeder Zeit auch die Tankstellen untereinander vergleichen. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auch auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,128 €uro je Liter
- Super: 1,363 €uro je Liter
- E10: 1,342 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,999 €/l zu 1,309 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,549 €/l (+ 32 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,529 €/l (+ 32 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die Ölpreise haben ihre Abwärtsbewegung auch nach Pfingsten weiter fortgesetzt. So gab die Nordsee-Ölsorte BRENT in dieser Woche um weitere 1,4 $/b nach und wurde am Freitagmorgen mit 47,8 Dollar/Barrel deutlich unter der 50-Dollar-Marke gehandelt. Die US-Ölsorte WTI ging um 1,8 $/b zurück und notierte am Morgen bei 45,5 Dollar/Barrel.

Wie bereits seit Monaten wird der Weltölmarkt durch die zwei großen Themengebiete "OPEC" und "US-Ölmarkt" dominiert, die in dieser Woche allerdings beide Druck auf die Ölpreise ausübten. Zum einen wachsen die Zweifel daran, dass die OPEC mit ihrer Förderkürzung das Angebot ausreichend verknappen kann um die Ölpreise spürbar anzuheben. So wurde bekannt, dass die Ölförderung des Ölkartells zuletzt gestiegen ist, weil Libyen und Nigeria, zwei OPEC-Mitglieder, die sich nicht an der Förderkürzung beteiligen mussten, ihre Förderung ausweiten konnten. Außerdem sorgen die Spannungen zwischen den beiden OPEC-Mitgliedern Saudi-Arabien und Katar für Unruhe innerhalb des Ölkartells.

Das zweite Themengebiet ist der US-Ölmarkt, der sich weiterhin gut entwickelt. Zuletzt hatte US-Präsident Trump auch noch den Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen von Paris verkündet, was einen weiteren Anstieg der Schieferölförderung in den USA erwarten lässt. Neben der steigenden Ölförderung meldete das US-Energieministerium in dieser Woche auch noch wachsende US-Öllager, obwohl Marktbeobachter im Vorfeld mit einem erneuten Rückgang der Lagerbestände gerechnet hatten. Laut DOE sind die gesamten US-Öllagerbestände um deutliche 11 Mio. Barrel auf derzeit knapp 905 Mio. Barrel angewachsen sind.

Besonders überraschend war der deutliche Anstieg der Ölprodukte-Lager (Heizöl, Diesel und Benzin) um 7,7 Mio. Barrel, denn in den USA ist die Nachfrage nach Benzin zurückgegangen, obwohl dort bald die Reisezeit beginnt. Neben den Ölprodukten sind auch die Rohöllager um 3,3 Mio. Barrel auf aktuell 513,2 Mio. Barrel gestiegen, was die Ölnotierungen ebenfalls unter Druck setzte.

Am Devisenmarkt konnte sich der €uro gegen die Ölwährung Dollar mit 1,12 Dollar/€uro recht stabil in der Nähe eines Halbjahreshochs halten. Insgesamt fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise für die kommenden Tage erneut verbraucherfreundlich aus. Dennoch sollten Autofahrer am Wochenende mit wenig Veränderung bei den Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen rechnen.

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