Spritpreise nach Jahrestief leicht im Plus

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Trotz Wochenende haben die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen weiter nachgegeben und folgen somit den preisdrückender Vorgaben vom Ölmarkt. Dabei sind die durchschnittlichen Benzinpreise seit vergangenem Donnerstg mit knapp 0,4 Cent/Liter deutlicher gefallen als die gemittelten Dieselpreise, die in diesem Zeitraum lediglich um 0,1 Cent/Liter nachgaben. Allerdings hatten die Benzinpreise auch etwas Nachholbedarf, weil diese in den vergangenen Wochen deutlich weniger zurückgegangen waren als die Dieselpreise.

An den günstigsten Tankstellen konnte man Diesel gestern für wieder 0,999 €uro/Liter und Benzin für 1,229 €uro/Liter tanken. An den teuersten Tankstellen muss man hingegen bis 1,309 €uro/Liter für Diesel und bis zu 1,549 €uro/Liter für Benzin (Super E5) bezahlen. Der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellen ist somit wieder auf 32 Cent/Liter gestiegen. Vor zwei Monaten lag die Preisdifferenz jedoch noch bei bis zu 40 Cent/Liter.

Auch wenn es wichtig ist, darauf zu achten wann man tankt, so schöpfen Autofahrer, die nicht darauf achten welche Tankstelle sie ansteuern, das gesamte Sparpotential bei den Spritpreisen nicht aus und beleben auch nicht den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt. Daher sollte man stets auch die Tankstellen untereinander vergleichen. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auch auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,121 €uro je Liter
- Super: 1,353 €uro je Liter
- E10: 1,332 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,999 €/l zu 1,309 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,549 €/l (+ 32 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,529 €/l (+ 32 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Dem Ölmarkt fehlen zurzeit neue Impulse, weshalb sich die Ölpreise in den letzten Tagen nicht viel bewegt haben. Am Freitag hatten sich die Ölpreise etwas erholt, gaben dann am Montag aber wieder nach. Insgesamt veränderte sich die Nordsee-Ölsorte BRENT zum Start der neuen Handelswoche kaum und wurde am Dienstagmorgen bei 47,1 Dollar/Barrel gehandelt. Die US-Ölsorte WTI gab zum Wochenauftakt um rund 0,2 $/b nach und stand am Morgen bei 44,3 Dollar/Barrel.

Im Vergleich zur vergangenen Woche hat sich die Lage am Ölmarkt nicht verändert, was bedeutet, dass die Ölpreise weiterhin knapp über den aktuellen Jahres-Tiefständen notieren. Für Preisdruck sorgten in der vergangenen Woche die neuen Daten vom US-Ölmarkt. Einerseits waren die gesamten amerikanischen Öllagerbeständen laut DOE erneut um 0,7 Mio. Barrel gestiegen, nachdem sie bereits in der vorherigen Woche deutlich zugelegt hatten. besonders der Anstieg der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) hatte insgesamt zu einem Lageraufbau geführt. Darüber hinaus meldete Ausrüsterfirma Baker Hughes, dass die Anzahl der Ölbohrlöcher zum 22. Mal in Folge gestiegen ist und mit 747 Anlagen derzeit auf dem höchsten Niveau seit April 2015 steht.

Neben den preisdrückenden Daten vom US-Ölmarkt belastete zudem der Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) die Ölpreise. So geht die IEA davon aus, dass das Ölangebot der Nicht-OPEC-Förderländer im kommenden Jahr stärker steigen werde als die Nachfrage. Dies würde das aktuelle Überangebot auf dem Ölmarkt weiter erhöhen und bedeuten, dass die OPEC mit ihrer derzeitigen Strategie wohl nicht die gewünschten Ziele erreichen wird. So lässt der IEA-Bericht weder einen deutlichen Abbau der globalen Öllagerbestände noch einen Ölpreis von rund 60 Dollar/Barrel erwarten, was das Ölkartell unter Handlungsdruck setzt.

Mit Saudi-Arabien und Russland, hegen jedoch die wichtigsten Ölförderländer, die an der Förderkürzung beteiligt sind, keine Absichten das derzeitige Abkommen auszuweiten. Weiterhin gehen die beiden größten Ölproduzenten der Welt davon aus, dass das Abkommen in den kommenden Monaten noch die gewünschte Wirkung erzielen wird und dass man daher nicht auf die jüngsten, gegenläufigen Ereignisse an den Börsen reagieren müsste.

Der €uro ist zuletzt gegen den Dollar gefallen, hält sich mit klar über 1,11 Dollar/€uro insgesamt aber recht stabil auf hohem Niveau. Somit fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise in den kommenden Tagen weiterhin verbraucherfreundlich aus. Autofahrer können sich daher in den kommenden Tagen wohl über nachgebende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen.

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