Spritpreise markierten am Wochenende ein Jahreshoch

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Spritpreise an den deutschen Tankstellen sind am vergangenen Sonntag auf ein neues Jahreshoch geklettert. Obwohl die Kraftstoffpreise zum Wochenstart dann wieder etwas nachgegeben haben, ist zwischen Donnerstag und Montag dennoch ein Anstieg der durchschnittlichen Diesel- und Benzinpreise in Höhe von gut 0,8 bzw. knapp 0,7 Cent/Liter zu verzeichnen.

Der zu befürchtende, massive Preisanstieg an den heimischen Tankstellen blieb jedoch aus, obwohl die Rohölpreise im Dezember um gut 20 Prozent zugelegt haben. Besonders die Benzinpreise haben sich mit einem Anstieg von rund drei Prozent in den letzten zwei Wochen verhältnismäßig wenig nach oben bewegt. Aufgrund der sich verändernden Marktlage durch den Schulterschluss der OPEC mit anderen wichtigen Ölfördernationen, kann davon ausgegangen werden, dass das Überangebot auf dem Weltölmarkt zurückgehen wird und sich Autofahrer daher  in den kommenden Monaten auf tendenziell weiter steigende Diesel- und Benzinpreise einstellen müssen.

Eine deutlichere Veränderung kann jedoch bei der Höhe der Preisunterschiede an den im Tagesverlauf günstigsten und den teuersten Tankstellen festgestellt werden. So hat sich die Preisdifferenz zwischen den teuersten und günstigsten Tankstellen von bis zu 38 Cent/Liter erhöht, was darauf zurückzuführen ist, dass besonders die Preise zu ungünstigen Tankzeitpunkten kräftig gestiegen sind. Es lohnt sich daher zurzeit wieder besonders darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

 

- Diesel: 1,176 €uro je Liter

- Super: 1,365 €uro je Liter

- E10: 1,347 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

 

- Diesel: 1,059 €/L zu 1,419 €/L (+ 36 ct/L)

- Super: 1,229 €/L zu 1,609 €/L (+ 38 ct/L)

- E10: 1,209 €/L zu 1,589 €/L (+ 38 ct/L)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Nachdem sich die OPEC verbindliche Fördermengen für jedes Mitglied festzulegen, konnt das Ölkartell am vergangenen Wochenende weitere Ölförderländer davon überzeugen sich an der beschlossenen Förderreduzierung zu beteiligen. Neben der wichtigsten Nicht-OPEC-Ölfördernation Russland werden nun zwölf weitere Länder ihre Ölförderung in den kommenden Monaten drosseln. Insgesamt haben sich nun 20 Ölförderländer zusammengeschlossen, die im Laufe des ersten Halbjahres 2017 in Summe rund 1,8 Mio. Barrel Rohöl pro Tag weniger auf den Weltölmarkt bringen wollen.

Als erste Reaktion legten die Ölpreise am Montagmorgen kräftig zu und die Notierungen kletterten zeitweise sogar auf den höchsten Stand seit Sommer 2015.  Im weiteren Handelsverlauf  und auch am heutigen Dienstagmorgen setzte dann jedoch eine Gegenbewegung ein und in der Folge fielen die Ölpreise spürbar ab. Die Nordsee-Ölsorte BRENT wurde somit am Dienstagmorgen bei 55,7 Dollar/Barrel gehandelt und die US-Ölsorte WTI notierte bei 52,8 Dollar/Barrel.

Obwohl die OPEC in den letzten Monaten eine überraschende Handlungsfähigkeit gezeigt hat, bleiben viele Marktbeobachter skeptisch und erwarten, dass sich die Förderländer nicht an die beschlossene Förderkürzung halten werden. Beispiele für ein solches nachträgliches Scheitern sind in der jüngeren Vergangenheit zu finden. Außerdem gibt es für einige Förderländer Ausnahmeregelungen, so dass diese ihre Produktion weiter erhöhen dürfen und somit anderen Förderländern Marktanteile abnehmen könnten.Die USA halten sich unterdessen aus den aktuellen Entwicklungen am Ölmarkt und den sich daraus wohl ergebenden politischen Verbindungen auffällig deutlich raus. Die größte Volkswirtschaft der Welt hat als Ölimporteur natürlich wenig Interesse an steigenden Ölpreisen und hat zudem die eigene Ölförderindustrie im Blick. So könnte der zuletzt ins Stocken geratene Schieferöl-Boom im kommenden Jahr wieder an Fahrt aufnehmen. Zumindest steigt aktuell die Investitionsbereitschaft in die US-Ölförderindustrie, was seit Wochen zu einer Erhöhung der Anzahl von aktiven Ölbohranlagen auf nunmehr 498 Oil Rigs geführt hat.

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