Spritpreise legten spürbar zu

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Zum Start der Woche sind die Spritpreise an den deutschen Tankstellen spürbar gestiegen. Besonders die durchschnittlichen Benzinpreise legten in den letzten vier Tagen um deutliche 1,2 Cent/Liter zu. Die Dieselpreise kletterten hingegen mit rund 0,6 Cent/Liter nur halb so stark an. Damit hat sich der Preisunterschied zwischen den beiden Kraftstoffsorten Diesel und SUPER (E5) auf aktuell 21 Cent/Liter erhöht und ist somit seit Jahresbeginn um gut zwei Cent je Liter gestiegen.

Gestern konnte SUPER (E5) an den günstigsten Tankstellen zwischen 18.00 und 19.00 Uhr für 1,229 €uro/Liter getankt werden, Diesel zur selben Uhrzeit für 1,059 €uro/Liter. Wer hingegen die im Tagesverlauf teuersten Tankstellen ansteuerte, der musste gestern bis zu 1,399 €uro/Liter Diesel und bis zu 1,619 €/Liter für SUPER (E5) bezahlen. Wer also beim Tanken sparen möchte, der sollte einen Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche werfen.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

 

- Diesel: 1,198 €uro je Liter

- Super: 1,409 €uro je Liter

- E10: 1,390 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

 

- Diesel: 1,059 €/L zu 1,399 €/L (+ 34 ct/L)

- Super: 1,229 €/L zu 1,639 €/L (+ 41 ct/L)

- E10: 1,209 €/L zu 1,619 €/L (+ 41 ct/L)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Nachdem die Ölpreise in der vergangenen Woche zugelegt hatten, gaben sie zum Start der neuen Handelswoche zunächst wieder nach. Dabei fiel die Nordsee-Ölsorte BRENT um 1,1 $/b und notierte somit am Dienstagmorgen bei 55,7 Dollar/Barrel. Die US-Ölsorte WTI gab mit 0,8 $/b etwas weniger nach und wurde am Dienstagmorgen bei 53 Dollar/Barrel gehandelt.

Bisher konnten die Ölpreise noch nicht so stark zulegen wie es die meisten Analysten bei einer schnellen Umsetzung der Förderreduzierung durch die OPEC erwartet hatten. Der Hauptgrund dafür ist im US-Ölmarkt zu finden, der aufgrund von steigenden Investitionen in Förderanlagen, einer wachsenden Ölförderung und steigenden Öllagern ein Gegengewicht zur Förderkürzung der OPEC darstellt. So haben auch die jüngsten Daten zu den Bohrlöchern in den USA die Ölpreise unter Druck gesetzt, denn laut Baker Hughes ist die Anzahl um weitere acht Bohrlöcher auf derzeit 591 gestiegen.

Gestützt werden die Ölpreise zurzeit durch den Umstand, dass es dem zuletzt zerstrittenen Ölkartell OPEC überraschend problemlos gelingt die beschlossene Förderkürzung umzusetzen. So meldete die Internationale Energieagentur (IEA) am Freitag, wie zuvor auch schon die US-Investmentbank Goldman-Sachs und die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die OPEC-Förderreduzierung bereits zu 90 Prozent umgesetzt sei. Als Hauptgrund für die überraschend schnelle Umsetzung nannte die IEA das Voranschreiten von OPEC-Leader Saudi-Arabien, denn das wichtige Förderland hat seine Ölproduktion bisher sogar stärker zurückgefahren als eigentlich vereinbart war.

Gestern veröffentlichte auch das Ölkartell seinen Bericht zur Umsetzung des Vertrages zur Reduktion der Ölförderung. In diese zeigt die OPEC auf, dass bereits 93 Prozent der vereinbarten Förderreduzierung umgesetzt sind. Insgesamt erwartet das Ölkartell in den kommenden Monaten eine Nachfrage nach OPEC-Rohöl die der aktuellen Förderung entspricht, so dass das Überangebot an Rohöl kurzfristig auf Null sinken sollte. Allerdings rechnet das Ölkartell auch damit, dass die Ölförderung der Nicht-OPEC-Staaten, und hier besonders in den USA, deutlicher steigen wird als zuvor angenommen wurde. So hat aus Sicht der OPEC vor allem die Rückkehr von Fracking-Produzenten auf dem US-Ölmarkt die Erholung des Ölpreise nach oben gedeckelt.

Genau wie die USA scheint auch China zurzeit seine Öllager kräftig zu füllen, denn auch die chinesischen Ölimporte waren zuletzt  deutlich gestiegen. So legten die Ölimporte Chinas im Vergleich zum Vorjahresmonat um kräftige 27 Prozent zu. Dass die größten Volkswirtschaften der Welt zurzeit ihre Öllager massiv auffüllen, kann als Zeichen dafür interpretiert werden, dass die Verantwortlichen dort in den kommenden Monaten mit steigenden Ölpreisen rechnen und sich daher zum derzeitigen Preis eindecken. In den USA klettern die Öllager allerdings auch schon seit sechs Wochen in Folge massiv und nähern sich zurzeit dem Rekordhoch von 942 Mio. Barrel, welches im April des vergangenen Jahres zu verzeichnen war.

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