Spritpreise legten im Wochenverlauf weiter zu

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Der gestrige Preiseinbruch am Rohölmarkt konnte bisher noch nicht auf dem Kraftstoffmarkt ankommen. Daher waren im Wochenverlauf auch weitere Preisanstiege um 0,4 Cent/Liter bei den Benzinpreisen und 0,6 Cent/Liter bei den Dieselpreisen zu verzeichnen. Am Wochenende wird sich der Preisanstieg wohl zunächst auch weiter fortsetzen, ab der kommenden Woche darf dann jedoch, nach heutigem Stand, mit spürbaren Preisnachlässen an den deutschen Tankstellen gerechnet werden.

Auch wenn die durchschnittlichen Diesel- und Benzinpreise gestiegen sind, so hat sich an den im Tagesverlauf günstigsten und auch teuersten Spritpreisen nichts geändert. Weiterhin kann man an den günstigsten Tankstellen Diesel für 1,039 €uro/Liter und Benzin für 1,229 €uro/Liter tanken. An den teuersten Tankstellen muss man hingegen bis 1,359 €uro/Liter für Diesel und bis zu 1,579 €uro/Liter für Benzin (Super E5) bezahlen. Der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellen liegt somit unverändert bei bis zu 35 Cent/Liter.

Auch wenn es wichtig ist, darauf zu achten wann man tankt, so schöpfen Autofahrer, die nicht darauf achten welche Tankstelle sie ansteuern, das gesamte Sparpotential bei den Spritpreisen nicht aus und beleben auch nicht den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt. Daher sollte man stets auch die Tankstellen untereinander vergleichen. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auch auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,160 €uro je Liter
- Super: 1,381 €uro je Liter
- E10: 1,361 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,039 €/l zu 1,359 €/l (+ 32 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,579 €/l (+ 35 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,559 €/l (+ 35 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Nachdem die Ölpreise bis zur Wochenmitte zunächst weiter zugelegt hatten, war am gestrigen Handelstag ein deutlicher Preiseinbruch zu verzeichnen. Daher sind die Ölpreise bei Betrachtung des gesamten Wochenverlaufs gefallen. Die Nordsee-Ölsorte BRENT gab in dieser Woche um insgesamt 2,8 $/b nach und wurde am Freitagmorgen bei 51,2 Dollar/Barrel gehandelt. Die US-Ölsorte WTI ging um 2,1 $/b zurück und notierte am Morgen mit 48,6 Dollar/Barrel wieder unter der 50-Dollar-Marke.

Seit Wochen war das wichtigste Thema am Ölmarkt die geplante Verlängerung der Förderkürzungen der OPEC und weiterer elf Förderländer, unter denen auch Russland ist. Gestern fand nun das entscheidende OPEC-Meeting statt und wie erwartet wurde auch bekannt gegeben, dass die beteiligten Ölförderländern ihr seit Januar geltendes Produktionslimit bis zum März 2018 verlängern werden. Vertreter des Ölkartells zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis und gehen davon aus, dass die Ölpreise mit dieser Maßnahme stabilisiert und mittelfristig angehoben werden können.

Überraschend fiel jedoch die Reaktion an den Börsen aus, denn die Ölpreise setzten nach Bekanntgabe der Beibehaltung der Förderobergrenze zu einer regelrechten Talfahrt an. Viele Händler hatten wohl darauf spekuliert, dass die OPEC die Förderkürzung noch ausweiten würde und waren daher vom Ergebnis des Treffens enttäuscht. So hatten Händler darauf gesetzt, dass die OPEC ihre Marktmacht gegenüber der US-Ölförderung demonstrieren und diese durch weitere Produktionskürzungen unter Druck setzen wolle.

Nun ist die Rede davon, dass die OPEC die Marktmacht der US-Schieferindustrie wohl unterschätzt hat, als das Ölkartell dieser Ende 2014 den Preiskampf angesagt hatte und die Schieferölförderung vom Markt verdrängen wollte. Die neue preisregulierende Rolle der US-Ölförderung auf dem Weltölmarkt könnte auch der Grund für den Schulterschluss zwischen OPEC und Russland sein. So soll das Ölkartell eine Art Ausweitung erfahren, indem die Zusammenarbeit zwischen der OPEC und den Nicht-OPEC-Ländern, hier vor allem Russland, laut dem saudischen Ölminister in Zukunft institutionalisiert werden soll.

Aufgrund des OPEC-Meetings ging gestern fast unter, dass das amerikanische Energieministerium einen erneuten Rückgang der US-Öllager bekannt gab. In Summe wurden die US-Öllager um knapp sechs Millionen Barrel auf nunmehr 902,5 Mio. Barrel reduziert. Dabei war der stärkste Rückgang mit 4,5 Mio. Barrel bei den Rohöllagern zu verzeichnen. Die Lagerbestände der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) waren um insgesamt 1,3 Mio. Barrel gesunken.

Am Devisenmarkt konnte der €uro, nach der jünsgten Korrektur, zuletzt wieder etwas gegen die Ölwährung Dollar zulegen. Mit aktuell 1,12 Dollar/€uro steht die europäische Gemeinschaftswährung weiterhin in der Nähe ihres Halbjahreshochs. Insgesamt fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise für die kommenden Tage recht neutral aus. Autofahrer sollten sich am Wochenende dennoch auf leicht anziehende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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