Spritpreise legten am Wochenende deutlich zu

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die in den letzten Wochen deutlich gestiegenen Preise für Kraftstoffe, aber auch für Heizöl und Mieten, haben die Inflation in Deutschland laut Statistischem Bundesamt auf den höchsten Stand seit Juli 2013 getrieben. Mit aktuell 1,9 Prozent befindet sich die deutsche Inflation damit bereits in der Nähe des von der EZB gewünschten Zielwertes von zwei Prozent. Eine andere Zinspolitik der EZB ist deswegen jedoch nicht zu erwarten.

Bei der Betrachtung der Kraftstoffpreis-Entwicklung im Januar kommt die Aussage des Statistischen Bundesamtes zu den gestiegenen Energiepreisen allerdings etwas überraschend, denn im Mittel sind die Diesel- und Benzinpreise der rund 15.000 Tankstellen, die an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe melden, im Januar gesunken. Auch die Heizölpreise haben laut den uns vorliegenden Daten im Januar leicht nachgegeben.

Am Wochenende und auch zum Start der aktuellen Woche sind die  Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen jedoch um rund einen Cent je Liter gestiegen. Die Preisdifferenz zwischen den im Tagesverlauf teuersten und günstigsten Tankstellen entwickelt sich für Diesel und Benzin zurzeit unterschiedlich. Während der Preisunterschied bei Diesel auf 33 Cent/Liter gesunken ist, hat sich die Differenz bei den Benzinpreisen auf 40 Cent/Liter erhöht. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die günstigsten Diesel- und Benzinpreise seit Wochen konstant geblieben sind, sich aber die im Tagesverlauf teuersten Dieselpreise spürbar verringert haben, während sich die teuersten Benzinpreise erhöht haben.

Dies bedeutet, dass es such zurzeit besonders für Fahrer von Benzin-PKWs lohnt darauf zu achten wann sie welche Tankstelle ansteuern. Aber auch Fahrer von Diesel-Fahrzeugen können mit einem Umweg von wenigen Kilometern mancherorts Ersparnissen von über 15 Cent/Liter erreichen. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

 

- Diesel: 1,192 €uro je Liter

- Super: 1,397 €uro je Liter

- E10: 1,378 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

 

- Diesel: 1,059 €/L zu 1,389 €/L (+ 33 ct/L)

- Super: 1,229 €/L zu 1,629 €/L (+ 40 ct/L)

- E10: 1,209 €/L zu 1,609 €/L (+ 40 ct/L)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Nach dem kräftigen Anstieg vom Donnerstag, sind die Ölpreise am Freitag wieder deutlich gefallen und haben den Rückgang auch zum Wochenstart weiter fortgesetzt. Dabei fiel die Nordsee-Ölsorte BRENT in den ersten Tagen der neuen Woche um weitere 1,0 $/b und notierte somit am Dienstagmorgen bei 55,2 Dollar/Barrel. Da die US-Ölsorte WTI auch auf Dienstag weiter nachgab, während sich BRENT bereits etwas stabilisiert hatte, fiel der Rückgang beim amerikanischen Leichtöl mit 1,4 $/b etwas größer aus, so dass WTI am Dienstagmorgen bei 52,5 Dollar/Barrel gehandelt wurde.

Die jüngste Auf- und Abbewegung vom Wochenausklang hat mal wieder verdeutlicht, dass die Entwicklung des hoch spekulativen Börsenproduktes Rohöl nicht nur von rationalen Zahlen und Fakten abhängig ist, sondern zu einem hohen Maße auch von der gesamten Stimmung an den globalen Finanzmärkten. Auch wenn die Bedeutung von Rohöl abnimmt, so bleibt Öl vorerst immer noch der Schmierstoff der Weltwirtschaft und somit die Verknüpfung an die Finanzmarkt-Entwicklungen sehr intensiv.

Abgesehen von dem Hoch an den Aktienmärkten, haben Börsenhändler die Umsetzung der OPEC-Förderreduzierung im Fokus. Laut Aussagen des Ölkartells wurde die eigene Ölförderung bereits um 1,5 Mio. Barrel/Tag reduziert und somit bereits 80 Prozent der vereinbarten Menge in Höhe von 1,8 Mio. Barrel vom Markt genommen. Angedacht war, dass dieser Angebots-Rückgang die Ölpreise der Sorte BRENT auf gut 60 Dollar/Barrel steigen lassen sollte.

Bisher kamen die Notierungen jedoch nicht über 57 $/b hinaus, so dass es scheint als wäre die Förderreduzierung bereits weitestgehend eingepreist. Zudem üben der erneute Anstieg der US-Öllager und die wachsende Anzahl der amerikanischen Ölförderanlagen Druck auf die Ölnotierungen aus. So wurde bekannt, dass die aktiven Ölbohrlöcher in den USA in der vergangenen Woche um weitere drei Prozent gestiegen sind, was den jüngsten Aufwärtstrend bekräftigt. Außerdem wird der Anstieg der Ölpreise durch die steigende Ölförderung in den USA und bei einigen OPEC-Mitgliedern, die von der Kürzung ausgenommen wurden, nach oben begrenzt.

Da sich der €uro-Dollar-Wechselkurs in den letzten Tagen recht stabil bei rund 1,07 Dollar/€uro gehalten hat, sollten die gesunkenen Rohölpreise zu ebenfalls fallenden Diesel- und Benzinpreisen an den heimischen Tankstellen führen. Autofahrer können sich daher in den nächsten Tagen auf stabil oder leicht fallende Kraftstoffpreise einstellen. Die Aussichten für den kommenden Monat lassen hingegen tendenziell eher steigende Spritpreise erwarten.

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