Spritpreise legten am langen Wochenende zu

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Am langen Wochenende sind die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen gestiegen, obwohl die Vorgaben vom Rohöl- und Devisenmarkt preisdrückend ausgefallen waren. Mit 0,8 Cent/Liter legten die durchschnittlichen Dieselpreise dabei kräftiger zu als die um 0,5 Cent/Liter gestiegenen Benzinpreise. In der Woche zuvor waren die Diesel- und Benzinpreise spürbar gesunken und da die Preise am Ölmarkt weiterhin sinken, kann besonders nach den jüngsten Preisanstiegen, in dieser Woche wieder mit fallenden Kraftstoffpreisen gerechnet werden.

Der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellen hält sich zurzeit recht konstant bei maximal 36 Cent/Liter. Allerdings ist seit Monaten kaum eine Bewegung bei den günstigsten Spritpreisen zu erkennen. Die Tankstellen variieren ihre Preise hauptsächlich zu den schlechten Kaufzeitpunkten.

Autofahrer, die lediglich darauf achten, dass sie immer zu einer günstigen Uhrzeit tanken fahren, bekommen daher womöglich an den Zapfsäulen kaum etwas von den zuletzt kräftig gesunkenen Ölpreisen mit. Es empfiehlt sich daher auch ein Vergleich der verschiedenen Tankstellen in der Umgebung. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auch auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Montag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,170 €uro je Liter
- Super: 1,388 €uro je Liter
- E10: 1,367 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Montag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,039 €/l zu 1,379 €/l (+ 34 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,589 €/l (+ 36 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,569 €/l (+ 36 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Die Ölpreise sind zum Wochenstart weiter gefallen. Die Nordsee-Ölsorte BRENT gab um weitere knapp 0,4 $/b nach und  wurde am Dienstagmorgen bei 51,4 Dollar/Barrel gehandelt. Die US-Ölsorte WTI fiel mit knapp 0,8 $/b sogar doppelt so stark und notierte am Morgen bei 48,7 Dollar/Barrel.

Am Ölmarkt bestimmen seit Jahresbeginn vor allem zwei Faktoren die Preise. Auf der einen Seite wächst die Ölförderung in der größten Volkswirtschaft der Welt, was das Angebot an Rohöl hoch hält. Und auf der anderen Seite versucht die OPEC in Zusammenarbeit mit elf weiteren Förderländern, wie z.B. Russland, das Angebot auf dem Weltölmarkt zu verringern indem Förderobergrenzen festgelegt wurden.

Bisher konnte das Ölkartell die Ziele, die mit der Förderkürzung angestrebt wurden, nicht erreichen. Weiterhin befinden sich die globalen Öllager auf einem sehr hohen Niveau und die Ölpreise konnten nicht auf das angestrebte Level von rund 60 Dollar/Barrel angehoben werden. Daher denkt die OPEC zurzeit über eine Verlängerung, der zunächst nur bis Juli beschlossenen Förderobergrenze in die zweite Jahreshälfte hinein nach.

Allerdings steckt das Ölkartell in einem Dilemma. Denn bisher scheint besonders die US-Schieferölindustrie, die das Ölkartell vor gut zwei Jahren aus dem Markt drängen wollte, von der Förderkürzung der OPEC zu profitieren und füllt zurzeit zum Teil die Lücke, die das Ölkartell durch die Angebotsverknappung aufgemacht hat. Sollte die OPEC nun die Förderobergrenze auch im zweiten Halbjahr beibehalten, muss die Organisation befürchten weitere Marktanteile zu verlieren. Darüber hinaus gibt es auch innerhalb der OPEC eine sehr unterschiedliche Interessenlage, die ein gemeinsames Handeln erschwert.

Daher halten sich Vertreter der OPEC und Russlands zurzeit mit klaren Aussagen für oder gegen eine Verlängerung zurück. Dies verunsichert wiederum Anleger, die sich zuletzt spürbar aus Spekulationen auf steigende Ölpreise zurückgezogen hatten. Dennoch erwarten viele Börsenhändler, dass auf dem kommenden OPEC-Meeting Ende Mai ein Beibehalten der Förderobergrenze beschlossen werden könnte und sehen in den kommenden Monaten eher anziehen Ölpreise.

Aktuell scheint jedoch noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein um auf diese Wette einzusteigen, weil die Ölpreise noch nicht ihr Tief erreicht haben und der Markt noch nicht gedreht hat. Spätestens kurz vor dem OPEC-Meeting könnte es dann jedoch zu einer recht schnellen Erholung der Ölpreise kommen

Insgesamt fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise vorerst allerdings weiterhin verbraucherfreundlich aus, so dass sich Autofahrer in den kommenden Tagen über fallende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen freuen können sollten.

Zurück