Spritpreise im Wochenverlauf weiter gefallen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

In dieser Woche hat die Internationale Energieagentur (IEA) ihren vielbeachteten Weltenergieausblick vorgestellt. In diesem geht die IEA davon aus, dass Autos künftig insgesamt immer weniger Treibstoff verbrauchen werden. Zwar werde sich die Anzahl der Fahrzeuge in den kommenden 25 Jahren etwa verdoppeln, da moderne Autos aber einen vermeintlich geringeren Treibstoffverbrauch haben und die Anzahl von Elektroautos wohl steigen werde, rechnen die Analysten mit einem sinkenden Ölverbrauch im Automobilbereich. Außerdem geht die Agentur davon aus, dass die Ölpreise und somit auch die Kraftstoffpreise in den kommenden Jahren massiv anziehen könnten, wenn nicht bald wieder in neue Ölfelder investiert wird. Kurzfristig werden die Preise für Benzin und Diesel laut IEA aber relativ niedrig bleiben.

Die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen sind im Verlauf der zurückliegenden Woche weiter gesunken. So gingen die Dieselpreise im Durchschnitt um rund 0,3 Cent/Liter zurück und die Benzinpreise gaben um weitere 0,6 Cent/Liter nach. Allerdings sind die im Tagesverlauf günstigsten Angebote zuletzt gestiegen. Konnte man Diesel zum Wochenbeginn an den billigsten Tankstellen noch für 98,9 Cent/Liter tanken, so lagen die Preise an den günstigsten Tankstellen gestern bei 1,009 €uro/Liter. Super-Benzin (E5) legte an den billigsten Zapfsäulen ebenfalls auf knapp 1,20 €/Liter zu. Da die im Tagesverlauf teuersten Spritpreise konstant blieben, verringerte sich die Differenz zwischen den teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreisen auf bis zu 34 Cent/Liter. Es lohnt sich daher stets darauf zu achten, wann man welche Tankstelle ansteuert. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,117 €uro je Liter
- Super: 1,310 €uro je Liter
- E10: 1,292 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,009 €/l zu 1,349 €/l (+ 34 ct/l)
- Super: 1,199 €/l zu 1,529 €/l (+ 33 ct/l)
- E10: 1,179 €/l zu 1,509 €/l (+ 33 ct/l)

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an. Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten günstig getankt werden. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils günstigste Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

In der zurückliegenden Handelswoche wurden die Ölpreise im Wesentlichen von vier Themen beherrscht. Dem weiterhin an Wert zulegendem Dollarkurs, der sich im Vergleich zum €uro auf ein neues Langzeittief zu bewegt. Den US-Öllagerdaten, die laut DOE deutlich zugelegt haben. Außerdem hat die Internationale Energieagentur (IEA) gestern ihren Weltenergieausblick veröffentlicht, indem die Agentur vor ausbleibenden Investitionen und aufgrund dessen vor möglicherweise stark anziehenden Ölpreisen in den kommenden Jahren warnt. Und zuletzt stand natürlich weiterhin das Ende November stattfindende OPEC-Meeting im Fokus. Zwar drückten nicht alle diese Nachrichten auf die Ölpreise, unterm Strich überwiegen zurzeit jedoch leicht die preisbelastenden Impulse.

Besonders der zurzeit immer weiter an Wert zulegende Dollarkurs belastet die Ölpreise, denn Rohöl wird in Regionen außerhalb des Dollarraums teurer wenn der Dollarkurs steigt. Dies führt dazu dass die Nachfrage im Handel sinkt und die Ölpreise fallen, wie es auch am gestrigen Handelstag beobachtet werden konnte. Neben dem Wahlsieg von Donald Trump erhielt der Dollarkurs gestern weitere Unterstützung durch die Ankündigung von FED-Chefin Yellen, dass die US-Notenbank im Dezember eine weitere, moderate Anhebung der US-Leitzinsen vornehmen wird. In der Folge kletterte der zurzeit ohnehin schon starke Dollar am Devisenmarkt, so dass der €uro mit unter 1,06 Dollar/€uro gegen den US-Dollar auf einen der tiefsten Stände seit über 13 Jahren gefallen ist.

Für weiteren Preisdruck sorgten in dieser Woche die US-Öllagerdaten. So meldete das Department of Energy (DOE) einen Aufbau der gesamten US-Öllager um 6,3 Mio. Barrel auf nunmehr 861 Mio. Barrel. Gestützt wurden die Ölpreise in dieser Woche hingegen durch Spekulationen, dass es der OPEC doch gelingen könnte sich auf eine Förderobergrenze zu einigen. Zwar sind die Aussichten auf eine tatsächliche Förderkürzung des Ölkartells weiterhin gering, aber auch vor dem Beschluss zur Förderbegrenzung Ende September hatte kaum ein Marktbeobachter mit einer Einigung gerechnet. Bei aller angebrachten Skepsis und der unterschiedlichen Interessenlage der einzelnen OPEC-Mitglieder muss daher zurzeit zumindest eine gewisse Basis vorhanden sein, auf der sich Verhandlungen führen lassen. Dennoch ist eine Einigung der OPEC und Russlands auf eine Förderreduzierung unwahrscheinlich. Zurzeit könnte es eher auf eine Deckelung der Förderung auf dem November-Niveau herauslaufen. Diese wäre jedoch eine deutliche Abweichung von der zuvor geplanten Förderkürzung und ob sich alle OPEC-Mitglieder an eine solche Vereinbarung halten werden, bleibt ebenfalls fraglich.

Im Weltenergieausblick der IEA prognostizierten die Autoren für den Ölmarkt eine Periode mit hoher Volatilität. Zudem sieht die IEA zwar, dass auf dem Ölmarkt aktuell ein zu hohes Angebot besteht, welches die Preise tendenziell drückt, dennoch warnt die Agentur davor, dass durch die lange Phase mit niedrigen Ölpreisen wichtige Investitionen aufgeblieben sind. So wird im Bericht davon gesprochen, dass im vergangenen Jahr so wenige konventionelle Förderprojekte erschlossen wurden wie seit den 1950er-Jahren nicht mehr. Dass die Ölförderung trotz der niedrigen Preise zurzeit weiter gestiegen ist, liegt laut IEA auch an den bereits vor vielen Jahren getätigten Investitionen, denn die ersten Investitionen in eine neue Ölquelle werden zumeist drei bis sechs Jahre vor der Inbetriebnahme getätigt. Sollte sich der aktuelle Investitionsstau fortsetzen, so rechnet die IEA in den kommenden Jahren damit, „dass Angebot und Nachfrage nicht ohne rasante Preissteigerungen ausgeglichen werden können.“

Insgesamt haben sich die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI in dieser Woche wenig verändert. Zwar schwankten die Kurse recht deutlich, unterm Strich legten die Rohölpreise auf Wochensicht gesehen jedoch nur um gut 0,2 Dollar/Barrel zu. Die Nordsee-Ölsorte BRENT notierte dementsprechend am Freitagmorgen bei 46,1 Dollar/Barrel und die US-Ölsorte WTI wurde bei 44,8 Dollar/Barrel gehandelt. Da jedoch der €uro kräftig gegen die Ölwährung Dollar verloren hat, fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Kraftstoffpreise eher preistreibend aus. Autofahrer sollten sich daher am Wochenende auf steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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