Spritpreise im Wochenverlauf kräftig gefallen

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Mit Verzögerung ist der kräftige Rückgang der Ölpreise in dieser Woche auch auf dem Kraftstoffmarkt angekommen. So gaben die Diesel- und Benzinpreise im Verlauf der aktuellen Woche um deutliche 2,1 Cent/Liter nach. Auf Wochensicht gesehen, ist dies der stärkste Preisrückgang an den deutschen Tankstellen seit Juli 2016. Schaut man drei Wochen zurück, so sind die Dieselpreise sogar um 3,8 Cent/Liter und die Benzinpreise um 4,5 Cent/Liter gefallen.

Nach drei Monaten Stillstand, haben sich in dieser Woche sogar die im Tagesverlauf günstigsten Dieselpreise nach unten bewegt. So konnte an den rund 200 günstigsten Tankstellen gestern in den Abendstunden Diesel für 1,049 €uro/Liter getankt werden. An den teuersten Tankstellen kostet der Liter Diesel gestern hingegen 1,379 €uro. Bei den Benzinpreise (Super E10) lag die Preisspanne zwischen 1,229 und 1,579 €uro/Liter.

Die beste Zeit zum Tanken ist nach wie vor zwischen 18:00 und 20:00 Uhr, allerdings kann auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wenn man die richtige Tankstelle wählt. Außerdem zeigt sich weiterhin, dass die Spritpreise je nach Tankstelle zur gleichen Uhrzeit in einem Umkreis von 10 Kilometern  um bis zu 15 Cent/Liter voneinander abweichen können. Wer also vom Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt profitieren möchte, der sollte darauf achten, wann er welche Tankstelle ansteuert. Welche Tankstelle dabei zurzeit die günstigste in Ihrer Umgebung ist, zeigt Ihnen wie gewohnt unsere Tankstellensuche.

 

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,162 €uro je Liter
- Super: 1,359 €uro je Liter
- E10: 1,338 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,049 €/l zu 1,379 €/l (+ 33 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,579 €/l (+ 35 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,559 €/l (+ 35 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Nachdem die Ölpreise in der Vorwoche um fast zehn Prozent gefallen waren, konnte in dieser Woche eine Stabilisierung auf dem nun niedrigeren Preisniveau festgestellt werden. So gingen die Rohölpreise im aktuellen Wochenverlauf lediglich noch um rund ein Prozent zurück. Dementsprechend notierte die Nordsee-Ölsorte BRENT am Freitagmorgen bei 51,8 Dollar/Barrel und die US-Ölsorte WTI wurde bei 48,9 Dollar/Barrel gehandelt.

Zurzeit deuten die hohen Öllagerbestände darauf hin, dass die Förderkürzung der OPEC bisher nicht dazu geführt, dass das hohe Angebot auf dem Weltölmarkt signifikant zurückgegangen ist.  Als Indiz dafür werden vor allem die globalen Öllagerbestände heran gezogen, die trotz des geringeren Angebotes seit Jahresbeginn weiter gestiegen sind. Hierbei kommt den allwöchentlich vom US-Energieministerium bekannt gegeben Öllagerdaten der größten Volkswirtschaft der Welt eine repräsentative Bedeutung zu.

In dieser Woche meldete das amerikanische Energieministerium einen spürbaren Abbau der gesamten US-Öllager in Höhe 7,5 Mio. Barrel auf derzeit rund 932 Mio. Barrel bekannt. Aufgrund der mit 85 Prozent niedrigen Auslastung der US-Raffinerien, war bei den Lagern der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) ein Rückgang von 7,2 Mio. Barrel zu verzeichnen. Überraschend war, dass die Rohöllager, trotz der geringen Raffinerie-Auslastung ebenfalls um 0,2 Mio. Barrel zurückgingen. Analysten hatten zuvor einen Anstieg erwartet, weshalb die US-Lagerdaten preisstützend wirkten.

Die Internationale Energieagentur (IEA) bestätigte in dieser Woche, dass die globalen Rohöllagerbestände im bisherigen Jahr leicht gestiegen seien. Allerdings rechnet die IEA auch damit, dass der Ölmarkt im zweiten Halbjahr ein Angebotsdefizit aufweisen wird, wenn die OPEC ihre derzeitige Förderobergrenze verlängert. Danach sieht es zurzeit aber eher nicht aus, denn mit Saudi-Arabien hat sich das größte Förderland des Ölkartells zuletzt gegen eine Verlängerung ausgesprochen. Laut dem saudischen Ölminister sind die Saudis unzufrieden mit der Umsetzung der Vereinbarungen, weil sich nicht alle Partner an ihre Zusagen halten. Außerdem will der OPEC-Leader ein weiteres Erstarken der US-Schieferölindustrie verhindern, die zurzeit am stärksten von den höheren Ölpreisen zu profitieren scheint.

In dieser Woche richtete sich der Blick der Börsenhändler zudem auf die US-Notenbank. Erwartungsgemäß hob die FED den US-Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte an. Allerdings hatten sich Devisenhändler von FED-Chefin Yellen Aussagen erhofft, die in der Zukunft auf eine noch schnellere Erhöhung der US-Leitzinsen hingedeutet hätten. Da diesen Zusagen ausblieben, legte der €uro überraschend deutlich gegen den Dollar zu und stand zum Ende der Woche mit knapp 1,08 Dollar/€uro auf dem höchsten Stand seit Anfang Februar.

Für die kommenden Tage fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise stabil aus. Autofahrer sollten sich aufgrund des bevorstehenden Wochenendes aber dennoch auf leicht steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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