Spritpreise gaben im Wochenverlauf weiter nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Diesel- und Benzinpreise sind im Verlauf der Woche weiter gefallen. Erfreulicherweise befinden sich die Spritpreise zur aktuellen Sommerferien-Reisezeit auf einem günstigen Preislevel, was auf die aktuelle Überversorgung am Weltölmarkt zurückzuführen ist.

Der Energieträger Rohöl liegt nun bereits seit zweieinhalb Jahren auf einem Preisniveau, das in etwa halb so hoch ist wie in den Jahren davor. Mittlerweile haben sich viele Autofahrer an die günstigsten Kraftstoffpreise gewöhnt und können sich kaum noch erinnern, dass es vor drei Jahren noch der Normalfall war für Diesel rund 1,40 €uro/Liter zu zahlen und für Benzin rund 1,62 €uro/Liter.

Aktuell liegt der Durchschnittpreis für Diesel bei rund 1,12 €uro/Liter und die gemittelten  Benzinpreise bei rund 1,34 €uro/Liter. Beide Kraftstoffsorten sind somit rund 28 Cent/Liter günstiger als vor drei Jahren, was bei jeder Tankfüllung in etwa 15 €uro einspart. Trotz dieser allgemeinen Ersparnis bestehen darüber hinaus noch weitere Einsparmöglichkeiten beim Tanken, denn auch bei den zurzeit insgesamt günstigen Spritpreisen gibt es noch erhebliche Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Tankstellen.

Daher sollte man stets darauf achten wann man tankt und welche Tankstelle man ansteuert. Wer zurzeit eine längere Strecke mit dem Auto zurücklegen möchte, der sollte zudem unbedingt einmal überprüfen wie viel günstiger Tankstellen sind, die nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt liegen. Welche Tankstelle zurzeit die günstigste in Ihrer Nähe oder auf ihrer Reiseroute ist, zeigt Ihnen wie gewohnt ein Blick auf unsere Umkreis- oder Routensuche.


Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,121 €uro je Liter
- Super: 1,341 €uro je Liter
- E10: 1,321 €uro je Liter

 

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 1,009 €/l zu 1,319 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,229 €/l zu 1,529 €/l (+ 30 ct/l)
- E10: 1,209 €/l zu 1,509 €/l (+ 30 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

 

Im Verlauf der Woche sind die Ölpreise insgesamt leicht gestiegen, stehen jedoch aktuell auf dem gleichen Preislevel wie vor zehn Tagen. Trotz der spürbaren Schwankungen, kann man bei den Ölpreisen zurzeit einen Übergang in eine recht volatile Seitwärtsbewegung feststellen. Am heutigen Freitagmorgen notierte die Nordsee-Ölsorte BRENT 48,4 Dollar/Barrel und die US-Ölsorte WTI wurde bei 46,1 Dollar/Barrel gehandelt.

Im Verlauf der Woche waren die Ölpreise nach einem schwachen Start zunächst wieder gestiegen, nachdem das API einen kräftigen Rückgang der US-Öllager in Aussicht gestellt hatte. Dieser konnte allerdings nicht in voller Höhe durch die offiziellen Zahlen des Department of Energy (DOE) bestätigt werden. Dennoch blieben auch die DOE-Zahlen klar über dem zuvor erwarteten Rückgang, denn laut dem US-Energieministerium fielen die Rohöllagerbestände um 7,5 Mio. Barrel und standen mit rund 495 Mio. Barrel in der vergangenen Woche somit zum ersten Mal seit Januar wieder unter 500 Mio. Barrel. Gleichzeitig war bei den Ölproduktelagern (Heizöl, Diesel und Benzin) jedoch ein Anstieg in Höhe von 1,6 Mio. Barrel zu verzeichnen und auch bei der US-Ölproduktion und der Auslastung der Raffinerien war erneut ein Anstieg feststellbar, so dass die Daten vom US-Ölmarkt in Summe doch nicht so bullisch zu werten waren, wie dies noch am Vortag eingeschätzt wurde.

Der gestern vorgestellte Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) zeichnete zudem das Bild einer anhaltenden Überversorgung mit Rohöl. So geht die IEA davon aus, dass sich Angebot und Nachfrage auf dem Weltölmarkt noch über einen längeren Zeitraum nicht ausgleichen werden. Diese Einschätzung fällt auch deshalb ins Gewicht, weil die IEA zuvor noch davon ausgegangen war, dass das Überangebot an Rohöl bald enden könnte. Vor allem das im Juni wieder stark angestiegene Angebot und das prognostizierte Wachstum der Ölförderung bis 2018, haben dazu geführt, dass die IEA ihre Einschätzung der Lage geändert hat.

Insgesamt zeigen die Fundamentaldaten derzeit einen weiterhin überversorgten Weltölmarkt, der besonders durch den wachsenden US-Ölmarkt unter Druck gesetzt wird. Aber auch die Ölförderung der OPEC liegt, trotz der selbst auferlegten Förderreduzierung, weiterhin über der Nachfrage nach OPEC-Rohöl. Zu diesem Schluss kommt das Ölkartell in seinem eigenen Monatsreport und prognostiziert zudem, dass sich dieses Überangebot bis ins nächste Jahr fortsetzen wird. Obwohl viele Marktbeobachter bezweifeln, dass die OPEC die derzeitige Überversorgung beenden kann oder aufgrund der damit verbundenen Konsequenzen beenden will, hat das Ölkartell für den kommenden Montag ein Sondermeeting angesetzt um wohl über weitere Maßnahmen zur Angebotsverknappung zu diskutieren.

Am Devisenmarkt steht der €uro derzeit stark gegen die Ölwährung Dollar dar, was ebenfalls einen preismindernden Effekt auf die heimischen Spritpreise hat. Zudem stehen die Aussichten auf neue Jahreshöchststände bei der Gemeinschaftswährung gut, weil die FED das Tempo bei den Zinsanhebungen in den USA drosselt und der Chef der EZB gleichzeitig stellt ein Ende der Staatsanleihekäufe in Aussicht stellt. Insgesamt fallen die Aussichten für die Entwicklung der Spritpreise daher gut aus. An diesem Wochenende sollten sich Autofahrer dennoch auf minimal steigende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

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