Spritpreise gaben im Wochenverlauf weiter nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Rohölpreise haben nach dem Erreichen des 12-Jahres-Tiefs in den letzten Tagen spürbar angezogen. Dies wirkte sich bisher jedoch kaum auf die Preise an den deutschen Tankstellen aus. Zwar legten die im Tagesverlauf günstigsten und teuersten Dieselpreise im Verlauf der Woche zu, im Tagesdurchschnitt gingen die Preise für Diesel jedoch um weitere knapp 0,9 Cent/Liter zurück. Die Benzinpreise gaben im Durchschnitt sogar um weitere 1,3 Cent/Liter nach. Da die Preise am Ölmarkt in den vergangenen Tagen jedoch deutlich in die Aufwärtsbewegung übergegangen sind, muss am Wochenende mit einem kräftigen Anstieg der Spritpreise gerechnet werden.

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an.

Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wie im Durchschnitt zwischen 18 und 20 Uhr. Auch gibt es zu jedem Zeitpunkt des Tages erhebliche Abweichungen zwischen den verschiedenen Tankstellen. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils richtige Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 0,968 €uro je Liter
- Super: 1,240 €uro je Liter
- E10: 1,222 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,869 €/l zu 1,179 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,139 €/l zu 1,439 €/l (+ 30 ct/l)
- E10: 1,119 €/l zu 1,419 €/l (+ 30 ct/l)

 

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Am Donnerstag haben die Ölpreise ihren Anstieg der Vortage fortgesetzt. Nachdem die Ölpreise in der vergangenen Woche auf ein 12-Jahres-Tief gefallen waren, unterlagen die Ölnotierungen in dieser Woche kräftigen Schwankungen, die zum Ende der Woche in eine spürbare Aufwärtsbewegung übergingen. Der Handel zeigt sich sehr nervös, denn kein Börsenhändler möchte den Beginn einer möglichen, kräftigeren Erholungsphase der Ölpreise verpassen. Diese scheint zurzeit trotz der anhaltenden Überversorgung des Weltölmarktes möglich, da sich die Ölpreise auf einem extrem niedrigen Level befinden und sich gleichzeitig Stimmen mehren, die den Ölpreisverfall der letzten eineinhalb Jahre und dessen Folgen kritisch sehen.

Auf der anderen Seite liegt das Angebot auf dem Weltölmarkt weiterhin deutlich über der Nachfrage und wird sich vermutlich sogar noch ausweiten. Mit dem Irak, Iran und Saudi-Arabien seien nur drei der Förderländer genannt, die planen ihre Ölexporte zu erhöhen. Auch in den USA sieht es zurzeit noch nicht nach einem Einbruch der Schieferöl-Förderung aus. Im Gegenteil meldete das US-Energieministerium DOE in dieser Woche einen massiven Anstieg der US-Öllager um rund acht Millionen Barrel. Dabei ging die Produkteseite um 0,5 Mio. Barrel zurück und die Rohöllager wuchsen um 8,4 Mio. Barrel an. Trotz des Kälteeinbruchs in den USA lag die Nachfrage nach Ölprodukten um fast zwei Prozent unter dem Vorjahr und die US-Raffinerien waren nur zu 87,4 Prozent ausgelastet.

Trotz der anhaltend preisdrückenden Meldungen und dem weiterhin viel zu hohen Angebot auf dem Ölmarkt, legten die Ölpreise jedoch kräftig zu. Als Grund für den gestrigen Anstieg mussten Spekulationen über eine Begrenzung des aktuell viel zu hohen Angebotes auf dem Weltölmarkt herhalten, weil Russland und die OPEC angeblich über einer Kürzung der Fördermengen um bis zu fünf Prozent sprechen wollen. Allerdings hieß es aus OPEC-Kreisen, dass ein solches Treffen derzeit nicht geplant sei, so dass man diese Meldung durchaus mit Skepsis betrachten darf. Dennoch haben die beiden maßgebenden Rohölsorten WTI und BRENT im Vergleich zu Mittwochmorgen auf den heutigen Freitagmorgen um deutliche 3,0 bzw. 3,3 Dollar/Barrel zugelegt. Die Nordsee-Sorte BRENT wurde somit am Freitagmorgen bei 34,7 Dollar/Barrel gehandelt.

Am Devisenmarkt konnte der €uro in den letzte Tagen zwar gegen die Ölwährung Dopllar zulegen. Dennoch fallen die Vorgaben für die Kraftstoffpreise am Wochenende insgesamt sehr schlecht aus, so dass sich Autofahrer auch schon im heutigen Tagesverlauf auf deutlich steigender Preise an den heimischen Zapfsäuleneinstellen müssen.

Zurück