Spritpreise gaben im Wochenverlauf kräftig nach

Entwicklung der Diesel- und Benzinpreise

Die Diesel- und Benzinpreise an den deutschen Tankstellen sind in dieser Woche kräftig gefallen. So sanken die Dieselpreise zwischen Montag und Donnerstag um knapp 2,1 Cent/Liter und die Benzinpreise brachen sogar um 2,5 Cent/Liter ein. Gestern fielen die im Tagesverlauf günstigsten Preise für Diesel zum erstem Mal seit Mitte Mai wieder unter einen €uro pro Liter. Da die im Tagesverlauf teuersten Spritpreise hingegen konstant geblieben sind, ist der Preisunterschied zwischen den günstigsten und teuersten Diesel- und Benzinpreisen gestern auf 32 Cent/Liter angewachsen. Es lohnt sich daher aktuell wieder besonders darauf zu achten, zu welcher Tageszeit man welche Tankstelle ansteuert.

Im bundesweiten Durchschnitt lag der Preis aller meldenden Tankstellen am vergangenen Donnerstag je nach Kraftstoffsorte bei:

- Diesel: 1,101 €uro je Liter
- Super: 1,320 €uro je Liter
- E10: 1,302 €uro je Liter

Der Abstand zwischen den günstigsten und teuersten Tankstellenpreisen stellte sich je nach Kraftstoffsorte am vergangenen Donnerstag wie folgt dar *:

- Diesel: 0,989 €/l zu 1,299 €/l (+ 31 ct/l)
- Super: 1,199 €/l zu 1,519 €/l (+ 32 ct/l)
- E10: 1,179 €/l zu 1,499 €/l (+ 32 ct/l)

Bezogen auf den statistischen Durchschnittspreis liegt der beste Zeitpunkt zum Tanken weiterhin zwischen 18 und 20 Uhr. Hierbei ist während des gesamten Tages zumeist ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen, so dass um 19.00 Uhr herum die Tiefstpreise erreicht werden. Ab 20 Uhr ziehen die Kraftstoffpreise dann zumeist wieder deutlich an.

Allerdings brechen einige Tankstellen auch aus dieser Preissetzung aus. Daher kann bei der richtigen Wahl der Tankstelle auch zu anderen Zeitpunkten genauso günstig getankt werden, wie im Durchschnitt zwischen 18 und 20 Uhr. Auch gibt es zu jedem Zeitpunkt des Tages erhebliche Abweichungen zwischen den verschiedenen Tankstellen. Um bei der Vielzahl der Tankstellen die jeweils richtige Tankstelle zu finden, bietet unsere Tankstellensuche eine neutrale Unterstützung.

* Die hier dargestellten teuersten und günstigsten Diesel- und Benzinpreise können sowohl in räumlicher wie auch in zeitlicher Hinsicht deutlich voneinander abweichen, weshalb die Differenz der beiden Preise als ein theoretischer Wert zu verstehen ist. Zwar kann man häufig den Zeitpunkt beeinflussen an dem man tanken möchte, jedoch wird man nicht quer durch die Republik fahren um die günstigste deutsche Tankstelle anzusteuern.

Ölpreise - Entwicklungen am Ölmarkt

Als Grund für die massiven Preisrückgänge an den heimischen Tankstellen kann die insgesamt pessimistischere Stimmung an den Aktion- und Rohstoffmärkten ausgemacht werden, welche wiederum auf die zurückgekehrten Sorgen an Börsen vor den wirtschaftlichen Folgen eines Brexits beruht. So brachen die beiden Rohöl-Leitsorten BRENT und WTI im Verlauf der Woche um insgesamt vier Dollar je Barrel bzw. rund acht Prozent ein. Die Nordsee-Ölsorte BRENT notierte daher am Freitagmorgen mit 46,7 Dollar/Barrel auf einem neuen Acht-Wochen-Tief und auch die US-Ölsorte WTI wurde am Morgen mit 45,4 Dollar/Barrel auf dem tiefsten Stand seit Mitte Mai gehandelt wurde.

Neben den Sorgen vor einem Brexit und der damit einhergehenden Unsicherheit an den europäischen Börsen, die zuletzt für kräftige Kursverluste gesorgt hatte und in den kommenden Wochen wohl auch die Volatilität der Aktienkurse und der Ölpreise hoch halten wird, ist zudem wieder eine deutliche Abnahme der Risikobereitschaft von Börsenhändlern feststellbar, was dazu führt, dass sich Anleger aus dem hoch spekulativen Ölmarkt zurückziehen und die Ölpreise somit unter Druck geraten. Außerdem berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg zuletzt über eine Ausweitung der OPEC-Ölfördermengen im Juni und auch in Kanada kann, nach den Waldbränden in der Ölregion Alberta, in den kommenden Wochen wieder mit einer Erhöhung der Ölexporte gerechnet werden. Somit wird sich die Angebotslage am Weltölmarkt wohl wieder spürbar erhöhen, was die Ölnotierungen weiter unter Druck setzt.

Gestern nahm die bisherige Talfahrt der Ölpreise zudem noch an Fahrt auf als die US-Regierung mitteilte, dass die Rohöllager in der vergangenen Woche nur um 2,2 Mio. Barrel gesunken waren und die Lager der Ölprodukte (Heizöl, Diesel und Benzin) gleichzeitig nur um 1,7 Mio. Barrel abgebaut hatten. Damit waren die gesamten US-Öllager zwar um 3,9 Mio. Barrel gesunken, da im Vorfeld jedoch mit einem fast doppelt so hohen Rückgang gerechnet wurde, reagierten Börsenhändler mit Verkäufen und die Ölpreise gaben deutlich nach.

Trotz der bereits erheblichen Preisrückgänge am Kraftstoffmarkt fallen die Vorgaben für die Entwicklung der Spritpreise am Wochenende weiter verbraucherfreundlich aus. Autofahrer können sich daher in den kommenden Tagen auf stabile bis fallende Diesel- und Benzinpreise an den heimischen Zapfsäulen einstellen.

Zurück